Während die Ratsfraktionen von CDU und SPD noch über die Kooperationsvereinbarung für ihre künftige Zusammenarbeit sprechen, hat die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Lüdenscheid Zuwachs bekommen. Peter Oettinghaus, bisher alleiniger Vertreter der Alternative für Lüdenscheid (AfL), hat sich der AfD angeschlossen.
Das gab stellvertretender Bürgermeister Christoph Weiland, der anstelle von Bürgermeister Sebastian Wagemeyer die Ratssitzung am Mittwoch leitete, zu Beginn der Versammlung öffentlich bekannt.
Damit ist die Fraktion der Alternative für Deutschland jetzt auf neun Mitglieder gewachsen. In einem Statement auf ihrer Facebook-Seite erklärt AfD-Fraktionsvorsitzender Thomas Staubach dazu: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer bisherigen Arbeit Herrn Oettinghaus überzeugen konnten. Mit nun neun Ratsleuten können wir die Interessen der Menschen in Lüdenscheid noch kraftvoller vertreten und unsere inhaltliche Arbeit weiter ausbauen.“
Noch vor der Kommunalwahl im September 2025 hatte Peter Oettinghaus erklärt, zwischen AfL und AfD gebe es lediglich eine Namensähnlichkeit. Die AfL nehme in vielen Bereichen absolut gegenteilige Positionen ein.
Diese Auffassung hat sich in den vergangenen Monaten offenbar radikal geändert. Oettinghaus selbst ist derweil mit sich im Reinen. „Ja, ich habe das damals im Wahlkampf so festgestellt, dass die AfL quasi ein Gegenentwurf zur AfD ist“, gestand das dienstälteste Ratsmitglied den Lüdenscheider Nachrichten. „Aber ich habe festgestellt, dass es für mich große Schnittmengen gibt mit der AfD. Was die AfD bisher gemacht hat in Lüdenscheid, finde ich gut. Ich bin angesprochen worden, und wir haben uns auf viele gemeinsame Punkte geeinigt.“ Er habe festgestellt, dass die AfD in Lüdenscheid keine rechtsradikale Partei sei.
Die AfD prüft unterdessen, wie die ihr bislang zustehenden Ausschuss- und Gremienplätze angesichts der neuen Fraktionsstärke neu verteilt werden könnten. Ob sich daraus allerdings auch eine veränderte Anzahl an Ausschusssitzen ergibt, wird nach entsprechender Berechnung und Mitteilung durch den Bürgermeister festgelegt.








