„Lüdenscheid im Nationalsozialismus“ — dies war das Thema des Projektkurses der Qualifizierungsphase des Zeppelingymnasiums, der am Dienstag, 27. Januar, seine Ergebnisse in Form eines Barcamps vorstellte. Ein "Barcamp" ist eine moderne Form der Wissensvermittlung, bei denen sich Gruppen informativ austauschen und in ungezwungener Weise ins Gespräch einbringen.

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Dass diese Präsentation nicht zufällig am 27. Januar erfolgte, wurde den Besuchern bereits bei der Begrüßung durch den Schulleiter René Jaques und die betreuende Lehrerin Jana Sosnitzki erläutert. Am internationalen Holocaustgedenktag stellten die 17 Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse zu sechs frei gewählten Themen dem Publikum vor.

Es gab Informationen zum Arbeits- und Erziehungslager Hunswinkel, Recherchen zum Widerstand in Lüdenscheid ebenso wie eine Einordnung der Biografien Lüdenscheider Frauenschicksale in der NS-Zeit in den Kontext der Entwicklung der Frauenrechtsbewegung von 1848 bis in die heutige Zeit.

Interessant war auch der Angang einer Schülerin mit Interesse an Jura, die eine fiktive Strafakte zu dem Fall des Lüdenscheider Bürgermeisters Karl Friedrich Schumann erstellt hatte.

Diese wurde unter der Annahme ausgearbeitet, dass Schumann, der am 15. Mai 1945 seine Frau und Tochter und auch sich selbst im Rahmen eines erweiterten Suizids erschossen hatte, diesen überlebt hätte und nach heutigem Recht angeklagt und verurteilt würde.

Weiter gab es Informationen über die Machtübernahme der NSDAP in Lüdenscheid oder über Werner Naumann, den damaligen Geschäftsführer bei der Firma Busch-Jäger, sowie über die Wirtschaft in unserer Region und dem Ruhrgebiet im Nationalsozialismus.

Alle Referierenden zeigten gut recherchierte, ansprechend ausgearbeitete und informative Präsentationen, beurteilt Gudrun Benkhofer vom Arbeitskreis „Ge-Denk-Zellen“ die Vorträge.

Es sei für die Zuhörer offensichtlich gewesen, dass die Beschäftigung mit diesem Thema während des ersten Schulhalbjahres in Form von Recherchen im Stadtarchiv und in der Gedenkstätte im Alten Rathaus und anhand der Unterlagen der Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid eine Sensibilisierung für die Gefahren faschistischer Entwicklungen habe erreichen können, bewertet Benkhofer das Schulprojekt.