Für die Linden Plastics Manufacturing GmbH in Lüdenscheid und die weiteren Unternehmen der Plastic Manufacturing GmbH gibt es Hoffnung. Laut Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun macht die Sanierung Fortschritte. Die Gruppe hatte am 30. November 2025 Insolvenz angemeldet. In Lüdenscheid droht der Verlust von 120 Arbeitsplätzen.
Wie die Kanzlei Schultze & Braun mitteilt, liegen Angebote von mehreren Interessenten für alle Standorte vor. Darin nennen die potenziellen Investoren eine Kaufpreisvorstellung und skizzieren ihr Fortführungskonzept. Diese sogenannten „indikativen Angebote“ seien nun die Grundlage für konkrete Verhandlungen, die in den nächsten Wochen stattfinden sollen. Um die weitere Fortführung und die Investorenlösung zu ermöglichen, habe der Insolvenzverwalter an allen Standorten Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet.
Restrukturierungmaßnahmen haben begonnen
„Das Investoreninteresse ist sehr erfreulich und zeigt, dass alle Unternehmen der Plastic Manufacturing Group mit ihrem Fertigungs-Know-how und ihrem hochkarätigen Kundenstamm attraktiv sind“, betonte Böhm. „In den Angeboten wird aber auch deutlich, dass die potenziellen Investoren nur dann bereit sind einen Standort zu übernehmen, wenn er in absehbarer Zukunft wieder profitabel ist“, so der Insolvenzverwalter.
Vor diesem Hintergrund hat Böhm mit Restrukturierungsmaßnahmen begonnen. Sie beinhalten unter anderem die Optimierung von Prozessen sowie am größten Standort Diepersdorf den Abbau von Personal in Fertigung, Logistik und anderen Bereichen des Unternehmens. Im Zuge dessen müssen dort 160 Stellen abgebaut werden. Darunter sind 40 befristete Arbeitsverhältnisse, die nicht verlängert werden, rund 120 Beschäftigte werden noch im Januar gekündigt.
Verfahren wird am 30. Januar eröffnet
An den beiden anderen operativen Standorten der Gruppe, der SMK Plastic Manufacturing GmbH in Oberlungwitz und der Linden Plastics Manufacturing GmbH mit Sitz in Lüdenscheid, steht am 30. Januar die Eröffnung der jeweiligen Insolvenzverfahren an. Auch an diesen Standorten geht der Geschäftsbetrieb weiter, während Verhandlungen mit Interessenten um eine Übernahmelösung anlaufen.
Die drei Unternehmen der Plastic Manufacturing Gruppe, die Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH mit Sitz in Diepersdorf (rund. 730 Beschäftigte), die SMK Plastic Manufacturing GmbH mit Sitz in Oberlungwitz (rund. 95 Beschäftigte), die Linden Plastics Manufacturing GmbH mit Sitz in Lüdenscheid (rund. 120 Beschäftigte), hatten am 30. November 2025 Insolvenzantrag gestellt. Hintergrund sind erhebliche Verluste in den vorangegangenen Monaten, die von den Gesellschaftern nicht länger aufgefangen werden konnten. Wie viele Unternehmen der Automotive-Branche leidet die Gruppe unter dem rückläufigen Pkw-Absatz in Europa sowie den stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie.








