Der nächste Meilenstein beim Neubau der A45-Talbrücke Rahmede ist geschafft. Am Mittwoch, 14. Januar, fand der letzte Verschub des zweiten Teilbauwerks in Richtung Dortmund statt. Die Brückenbauer nennen das ganz profan „Lückenschluss“. Für andere ist es die „Stahlhochzeit“.
Mancher Lkw-Fahrer hupt zum Gruß, wenn er die Stelle passiert. Die Fahrer sind froh über das Tempo, dass beim Neubau der Brücke angeschlagen wird. Seither herrschen für das Team der Arbeitsgemeinschaft aus Habau, MCE und Bickhardt Bau völlig neue Arbeitsbedingungen. Bis zum 22. Dezember konnten die Brückenbau-Experten in nahezu absoluter Stille arbeiten. „Jetzt tragen sie wegen des Dauerlärms einen speziellen Hörschutz“, berichtete Susanne Schlenga, Kommunikationsfachfrau in der Hagener Außenstelle Autobahn GmbH des Bundes. In ihrer Mitteilung liest sich die Erfolgsmeldung zum Lückenschluss wie folgt: „Gerade einmal drei Wochen nachdem das erste Teilbauwerk der A45-Talbrücke Rahmede in Rekordzeit für den Verkehr freigegeben worden ist, feiert das Rahmedetal bei Lüdenscheid die zweite (Stahl-)Hochzeit.“ Allerdings mit weitaus weniger Prominenz als beim Lückenschluss im Februar 2025.
Damals reisten neben Bundesverkehrsminister Volker Wissing, Landesverkehrsminister Oliver Krischer auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft in der Region an. Am Mittwoch machte sich immerhin noch Sebastian Wagemeyer, Lüdenscheids Bürgermeister und Bürgerbeauftragter für den Brückenbau auf den Weg. Für ihn bedeutet der Lückenschluss die positive Fortsetzung der Teilfreigabe im Dezember.“
Feintuning im dichten Nebel
Beim Pressetermin am Mittwochvormittag waren die Brückenbauer noch mit dem Feintuning beschäftigt. Bei dichtem Nebel und Temperaturen um die fünf Grad herrschte ohnehin kein Wetter für eine Hochzeitsparty.
Die südliche Hälfte des Überbaus lag noch etwa 1,40 Meter unter dem Niveau des nördlichen Überbaus. Nach dem letzten Verschub, bei dem seit Montag etwa 70 Meter zurückgelegt wurden, musste die südliche Hälfte des Überbaus mit Hilfe einer hydraulischen Hubvorrichtung auf die Höhe Niveau des nördlichen Bauteils gebracht werden. „Dabei werden rund 1600 Tonnen bewegt“, erläuterte Projektleiter Michael Neumann. „Erst danach werden die letzten Zentimeter geschoben und so die Lücke geschlossen.“
Jetzt beginnen die Schweißarbeiten
Im Laufe des Nachmittags sollten die beiden Brückenhälften mit Schraubverbindungen gesichert werden, bevor in den nächsten Tagen dann die finalen Schweißarbeiten beginnen. Ebenso wie beim ersten Teilbauwerk werden anschließend wieder zwei Schalwagen installiert, mit denen die Betonfahrbahn gegossen wird. Für die Schalwagen werden die bereits eingesetzten Module genutzt, müssen aber in einem aufwendigen Prozess für das zweite Teilbauwerk individuell angepasst werden.
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„Dieses Projekt hat im Dezember bundesweit in den Schlagzeilen gestanden, weil wir hier mit enormem Tempo nach nur zwei Jahren Bauzeit und mehr als ein halbes Jahr früher als geplant die Lücke in der A45 wieder geschlossen haben“, ist Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes stolz auf das Team der Außenstelle Hagen. „Jetzt haben wir den nächsten Meilenstein geschafft und auch den Stahlüberbau beim zweiten Teilbauwerk über dem Tal verbunden.“ Ihr Dank geht auch an die Arbeitsgemeinschaft aus Habau, MCE und Bickhardt Bau, die in den zurückliegenden Wochen wiederholt den widrigen Wetterbedingungen getrotzt und das Projekt vorangetrieben hat.
Keine Festlegung auf Freigabetermin
Projektleiter Michael Neumann ist zufrieden, dass beim Stahlbau so früh in diesem Jahr dieser wichtige Meilenstein erreicht werden konnte. „Bei den Schneemengen und dem enormen Frost der vergangenen Wochen war nicht abzusehen, dass wir so schnell weiterkommen.“ Auf einen Freigabetermin will er sich darum auch beim zweiten Teilbauwerk nicht festlegen. „Wer weiß, was der Winter noch bringt. Der Verkehr läuft. Das ist die Hauptsache.“
Wie sich die Verkehrsströme in den vergangenen Wochen verändert haben, will die Autobahn GmbH in Kürze ermitteln.









