Einstimmig votierte der Rat am Montag, 12. Januar, in einer Sondersitzung für die Teilnahme am Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten". Die Sitzung war notwendig geworden, da der Bewerbungsschluss bereits am Donnerstag, 15. Januar, ist.
Aufgrund der Kosten der drei Projekte ist zwangsläufig ein Ratsbeschluss vonnöten, um diese rechtssicher in die Wege zu leiten. Die nächste, planmäßige Ratssitzung wäre jedoch erst nach Ende des Bewerbungsverfahrens gewesen. Die Verwaltung stellte den Mitgliedern des Rates drei Projekte vor, mit denen sich die Stadt um die Förderung bewerben will.
Evangelisches Gymnasium
Am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen (EGM) ist die Errichtung einer modernen und zukunftsfähigen Außensportanlage geplant. Diese soll laut Verwaltung unter anderem eine 50-Meter-Laufbahn, multifunktionale Spielfelder sowie Flächen für Beach-Sportarten enthalten.
Die Anlage soll dabei vielseitig genutzt werden können: Zum einen durch die Schüler im regulären Sportunterricht, in Arbeitsgemeinschaften, während der Pausen sowie im Rahmen gezielter Maßnahmen zur Förderung von Zusammenarbeit, Vertrauen und sozialem Miteinander innerhalb der Klassen. Zum anderen ist eine Nutzung durch Vereine und die Öffentlichkeit vorgesehen, um Kooperationen zu stärken und einen Beitrag zur Integration im Sozialraum zu leisten.
Zur Finanzierung erklärt die Verwaltung: "Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 791.800 Euro. Davon sollen Fördermittel in Höhe von 356.310 Euro eingeworben werden, was einem Anteil von mindestens 45 Prozent entspricht. Der Eigenanteil des EGM beträgt rund 150.000 Euro (zirka 20 Prozent) und soll über den Förderverein, einen Sponsorenlauf sowie weitere Sponsoren aufgebracht werden. Ergänzend werden Trägermittel der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in Höhe von 285.490 Euro benötigt, was etwa 35 Prozent der Gesamtkosten entspricht."
Kleinspielfeld für den RSV
Als zweiten Punkt auf der Bewerbungsliste nennt die Stadt den "Neubau eines Kunstrasen-Kleinspielfeldes mit einer Größe von etwa 40 Metern x 60 Metern, das insbesondere für den Kinder- und Jugendfußball der Altersklassen G-, F- und E-Jugend des RSV Meinerzhagen genutzt werden soll."
Die neue Spielfläche würde eine deutliche Entlastung des bestehenden Platzes bewirken und eine qualitativ hochwertige, altersgerechte und sichere Trainingsgestaltung ermöglichen. Gleichzeitig stelle sie eine zukunftssichere Investition in die Nachwuchsarbeit des Vereins dar und stärke langfristig die Bindung von Kindern und Jugendlichen an den Sportverein.
Die voraussichtlichen Kosten für das Vorhaben werden derzeit auf rund 800.000 Euro geschätzt, die sich aus Planungs- und Baukosten für das Kleinspielfeld zusammensetzen. Hinzu kommen die Kosten für die Einzäunung des Platzes, um diesen vor Vandalismusschäden und unbefugtem Betreten zu schützen. Die Schlüsselgewalt für das Kleinspielfeld soll beim RSV und der Stadt Meinerzhagen liegen. "Eine konkrete Planung sowie eine detaillierte Kostenberechnung liegen für das Projekt noch nicht vor", schränkt die Verwaltung die Informationen jedoch ein.
Schießstand der Valberter Schützen
Als letzte Maßnahme führt die Verwaltung die Renovierung der Schießanlage der Valberter Schützen an. "Aufgrund des fortgeschrittenen Gebäudealters bestehen jedoch zunehmend bauliche, technische und energetische Mängel, die den sicheren, regelkonformen und nachhaltigen Betrieb der Sportstätte gefährden. Insbesondere der Schießstand für Luftdruckwaffen im Kellergeschoss ist durch Feuchtigkeitseintrag und unzureichenden baulichen Schutz beeinträchtigt, wodurch sowohl die Bausubstanz als auch der laufende Sportbetrieb gefährdet sind", so die Mitarbeiter des Rathauses. Weiter erklären sie: "Ohne zeitnahe Sanierungsmaßnahmen ist mittelfristig mit erheblichen Nutzungseinschränkungen bis hin zur vollständigen Schließung dieses Angebots zu rechnen. Darüber hinaus entsprechen die technische Gebäudeausstattung, die bestehende Heizungsanlage sowie die energetische Qualität der Gebäudehülle nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Energieeffizienz und Klimaschutz."
Neben der Sanierung der Schießanlage selbst soll hier die Elektro- und Heiztechnik auf den aktuellen Stand gebracht und der Parkplatz ertüchtigt werden. Zudem ist ein barrierefreier Zuweg zu den Trainingsstätten geplant. Die voraussichtlichen Baukosten für die Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen belaufen sich auf rund 480.000 Euro. Hinzu kommen Planungs- und Baunebenkosten in Höhe von etwa 86.000 Euro, die unter anderem für Architektur- und Ingenieurleistungen, Fachplanungen, Gutachten, Prüfungen sowie Bauleitung und Projektkoordination anfallen. Damit ergeben sich Gesamtkosten für das Projekt in Höhe von rund 566.000 Euro.
Das Förderprogramm
Mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ werden Kommunen unterstützt, die Sportstätten von besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung modernisieren wollen. Gefördert wird die Modernisierung von Sportanlagen beziehungsweise dafür zweckdienliche Bauten mit dem Ziel, den bundesweiten Sanierungsstau bei Sportstätten abzubauen. Gleichzeitig sollen in diesem Zuge aktuelle energetische Standards umgesetzt werden. Für das Förderprogramm stellt das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen 333 Millionen Euro zur Verfügung. Es ist bei 8 Millionen Euro oder 45 Prozent der maximalen Kosten pro gefördertem Objekt gedeckelt.










