Der Traum vieler Roosters-Fans, ihre Kufen-Lieblinge demnächst in einer größeren, schmucken neuen Eissporthalle erleben zu können, dürfte ausgeträumt sein. Die Stadtverwaltung legt dem Rat der Stadt für dessen Sitzung am Mittwoch, 28. Januar, im Städtischen Saalbau Iserlohn-Letmathe, einen Beschlussvorschlag vor, der lediglich eine Sanierung und energetische Optimierung des Eishockey-Tempels am Seilersee vorsieht.

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Der Beschlussvorschlag lautet: „Der Rat der Stadt Iserlohn ermächtigt die Verwaltung zur Abgabe einer Interessen-Bekundung beim Bundesförderprogramm 'Sanierung kommunaler Sportstätten' SKS. Er genehmigt die Einreichung der Bewerbungsunterlagen für die Sanierungs- und Ersatzbaumaßnahmen für das Projekt Eissporthalle und das Projekt Ersatzneubau Schwimmbecken an die bestehenden Bädern Aquamathe und Seilersee. Die erforderlichen finanziellen Mittel werden im Haushalt 2026 veranschlagt.“

11,1 Millionen Euro Eigenanteil

Sollte der Vorschlag Zustimmung im Stadtparlament finden, wovon allgemein ausgegangen wird, kommen auf Stadtkämmerer Michael Woitek erhebliche Ausgaben zu. In der Verwaltungsvorlage heißt es: „Die Gesamtausgaben belaufen sich danach auf 19.100.000 Euro. Die maximale Förderung für jedes einzelne Bauvorhaben ist auf 8,0 Millionen Euro gedeckelt. Der Eigenanteil in Höhe von 11.100.000 Euro ist aus städtischen Mitteln zu tragen und kann der Bädergesellschaft in Form einer Eigenkapitalerhöhung zufließen. Die Mittel müssen noch im Haushalt 2026 veranschlagt werden.“ Eigentümerin der Eissporthalle ist bekanntlich die Städtische Bädergesellschaft.

75 Prozent Förderung für „arme Kommunen“

Um diese für den angespannten Haushalt große Summe überhaupt stemmen zu können, hoffen alle Beteiligten auf einen 75-prozentigen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt. Der Ratsbeschluss ist erforderlich, um einen entsprechenden Antrag stellen zu können. Der Bundestag hat mit Beschluss des Bundeshaushalts 2025 in einer ersten Tranche Programmmittel in Höhe von 333 Millionen Euro für ein neues Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) bereitgestellt. Iserlohn könnte bei einem Zuschlag auf eine 75-prozentige Förderung der Sanierungsmaßnahmen hoffen, weil die Waldstadt als „arme Kommune“ eingestuft werden kann.

194,6 Millionen Euro Kassenkredite

Wie arm Iserlohn ist, wurde bei der Haushaltseibringung durch Bürgermeister Michael Joithe und Kämmerer Michael Woitek deutlich. Die Kassenkredite erhöhen sich in diesem Jahr um 44,6 Millionen Euro auf 194,6 Millionen Euro. In der mittelfristigen Finanzplanung sei mit einem weiteren Anstieg der Kassenkredite auf 311 Millionen Euro zu rechnen. Die Kredite für Investitionen steigen, so Woitek bei der Haushaltseinbringung, in diesem Jahr um 22,9 Millionen Euro auf 330,5 Millionen Euro. „Der Haushaltsplan der Stadt Iserlohn 2026 steht unter außergewöhnlich herausfordernden Vorzeichen. Die Entwicklung weist in Richtung einer möglichen dauerhaften Haushaltsnotlage, in der eigenständige Gestaltungsräume kaum noch vorhanden wären.“

Antrag fristgerecht eingereicht

Dennoch beauftragten die Ratsmitglieder im November, gemeinsam mit der Bädergesellschaft, strategisch geeignete Maßnahmen zu sondieren und dem Rat zur weiteren Beratung vorzulegen. In seiner Sitzung am 9. Dezember 2025 hat der Rat der Stadt die Verwaltung ermächtigt, die Fördermöglichkeiten für die geplanten Sanierungs- und Ersatzbaumaßnahmen Lehrschwimmbecken und Eissporthalle zu prüfen. Im Ergebnis erfüllen aus Sicht der Verwaltung beide Maßnahmen die Voraussetzungen für eine Förderung nach dem Bundesprogramm und wurden fristgerecht am 15. Januar 2026 zur Förderung, vorbehaltlich der Genehmigung des Rates, angemeldet.

Dabei wird der vom Fördergeber geforderte Energiestandard der Effizienzstufe 85 durch folgende Maßnahmen erreicht:

  • energetische Sanierung der Gebäudehülle
  • energetische und statische Sanierung des Daches
  • Sanierung der Sanitäranlagen inkl. behindertengerechtem Umbau
  • Umsetzung eines umfassenden Brandschutzkonzeptes inkl. Erweiterung der Brandmeldeanlage
  • Sanierung der Beleuchtungs- und Sicherheitsbeleuchtungsanlage auf LED-Technik
  • Erweiterung der Alarmierungsanlage
  • Erstellung zusätzlicher Fluchtwege
  • Installation einer Entfeuchtungsanlage
  • Austausch der Kühleinrichtung durch eine energieeffiziente Variante.
Der von der Stadtverwaltung erstellte Finanzierungsplan. Quelle: Stadt Iserlohn

Und so stellt sich die Stadtverwaltung den Zeitplan vor:

  • Planungsphase 1 - 4: 2025 bis 2. Quartal 2026
  • Bauantragsstellung: 2. Quartal 2026
  • Bauausführung: Rohbau ab 1. Quartal 2027
  • Ausbaugewerke: ab 3. Quartal 2027
  • Fertigstellung: 2028

Langfristige Nutzung wird gesichert

„Durch die Sanierung der Halle ist eine langfristige Nutzung im Sinne der Förderrichtlinien sichergestellt. Das Projekt ist dabei in sich geschlossen, da es sich um eine freistehende Eissporthalle für die Öffentlichkeit, Vereinssport und Schulen handelt. Die nach dem Förderprogramm erforderliche überwiegende öffentliche Nutzung der Eissporthalle wird durch die öffentlichen Öffnungszeiten und den nicht profigebundenen Vereinssport sichergestellt“, stellt die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage heraus.