Die angespannte Finanzsituation der Stadt Halver führt zu einer umfassenden Überprüfung sämtlicher Ausgaben. Verwaltung und Politik nehmen dabei alle Aufgabenbereiche in den Blick — auch freiwillige Leistungen wie die Musikschule Volmetal. Das erklärte die Stadt Halver in einer Stellungnahme am Donnerstag, 18. Juni.
"Haushaltslage zwingt uns dazu"
Demnach erarbeiten die vier Fachbereiche der Stadtverwaltung derzeit konkrete Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung. „Die Haushaltslage zwingt uns dazu, alle Bereiche ohne Ausnahme zu betrachten. Dies geschieht nicht gegen einzelne Einrichtungen, sondern im Interesse einer nachhaltigen und generationengerechten Finanzpolitik“, erklärt Kämmerer Simon Thienel.
Steigende Zuschüsse belasten den Haushalt
Somit stehe auch der Standort Halver der Musikschule Volmetal im Fokus der Prüfung. Die Einrichtung gilt seit Jahren als wichtiger Bestandteil der kulturellen Bildungslandschaft. Gleichzeitig steigen die finanziellen Belastungen für die Stadt kontinuierlich: Für das Jahr 2025 lag der Zuschuss der Stadt Halver bei 183.000 Euro. „Für 2026 wird ein Fehlbetrag alleine für den Bezirk Halver in Höhe von 190.000 Euro erwartet“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Diese Entwicklung lasse sich nach Einschätzung der Stadt nicht isoliert betrachten, sondern müsse in die Gesamtstrategie zur Haushaltskonsolidierung einfließen.
Bereits in der Vergangenheit habe die Stadt Halver eine Neuordnung der Gebührensatzung angestoßen, um die Finanzierung der Musikschule auf eine breitere Grundlage zu stellen und den städtischen Zuschussbedarf zu reduzieren: „Trotz dieser Anpassungen konnte das angestrebte Einsparziel jedoch nicht erreicht werden“, so die Verwaltung.
Keine Vorentscheidung über die Zukunft
Die laufende Prüfung stelle ausdrücklich keine Vorentscheidung dar, betont die Stadt Halver. Vielmehr sollen belastbare Grundlagen für die politischen Beratungen geschaffen werden. Neben finanziellen Aspekten werde die Stadt dabei auch die Bedeutung der Musikschule für Bildung und Kultur in der Region berücksichtigen.
Aufgrund des Diskussionsprozesses von Politik und Verwaltung, aber auch interkommunal mit den Partnern in Schalksmühle und Meinerzhagen würden nachhaltige Entscheidungen derzeit noch nicht getroffen — „weder in die eine noch in die andere Richtung“, wie Bürgermeister Armin Kibbert betont.
Auch sei noch keine Kündigung des Vertrages ausgesprochen worden. „Jedoch werden zunächst befristete Verträge mit Lehrkräften auch nicht entfristet“, räumt Kibbert ein. Diese Maßnahme solle verhindern, dass langfristige Personalkosten den Haushalt belasten, obwohl das Kursangebot möglicherweise reduziert oder nicht mehr nachgefragt wird.
Erste Auswirkungen nach den Sommerferien
Die Zurückhaltung bei der Vertragsgestaltung hat dennoch konkrete Folgen: Nach den Sommerferien sollen einige Kurse in Halver nicht mehr angeboten werden. Laut Verwaltung sollen die betroffenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kurzfristig Informationen über die Änderungen erhalten.
Gleichzeitig laufen weiterhin Gespräche — sowohl innerhalb der Stadt als auch mit den Partnerkommunen Schalksmühle und Meinerzhagen.
Beschlüsse erst nach der Sommerpause
Konkrete politische Beschlüsse erwartet die Verwaltung frühestens nach der Sommerpause. „Die Ergebnisse der Prüfung werden den politischen Gremien zur weiteren Beratung und Entscheidung vorgelegt — vor den Sommerferien wird es jedoch keine Beschlüsse geben“, stellt Bürgermeister Kibbert klar.









