Nach der Bürgerversammlung zum geplanten Baugebiet Herksiepe/Schillerstein nimmt die Stadt Halver ausführlich Stellung zum Thema Hochwasserschutz. Dabei verweist sie auf bereits umgesetzte Maßnahmen, geplante Verbesserungen im Bereich Heesfeld und betont, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt seien.
Im Zusammenhang mit der Offenlegung der Planungsunterlagen für das Baugebiet Herksiepe/Schillerstein wurden bei der Bürgerversammlung zahlreiche Fragen zum Hochwasserschutz im Hälvertal aufgeworfen. In einem Pressegespräch erörterten Bürgermeister Armin Kibbert und Erster Beigeordneter Simon Thienel nun ihre Sicht auf die Situation und trennten dabei bewusst zwischen dem Baugebiet und den allgemeinen Maßnahmen zum Hochwasserschutz.
Bahndamm-Durchlass bereits saniert
Der Durchlass im Bahndamm unterhalb des Mesenhohls wurde bereits saniert. Dieser stamme aus dem 19. Jahrhundert und sei deutlich größer dimensioniert als in den Hochwassergefahrenkarten des Märkischen Kreises angenommen worden.
Während die Karten von einem DN-400-Durchlass ausgegangen seien, berücksichtige das aktuelle Gutachten der Pecher GmbH die tatsächlichen Abmessungen des Bauwerks. Dadurch verbessert sich der Wasserabfluss erheblich. Nach Auffassung der Stadt sei der vorhandene und inzwischen sanierte Durchlass ausreichend dimensioniert. Ein gefährlicher Rückstau oder gar ein Versagen des Bahndamms bei Starkregen ist daher nahezu ausgeschlossen.
Baugebiet erfüllt laut Stadt alle Vorgaben
Auch zum geplanten Baugebiet Herksiepe/Schillerstein äußern sich Kibbert und Thienel. Dort werden nach ihren Angaben mehr Maßnahmen zur Siedlungswasserwirtschaft umgesetzt, als gesetzlich vorgeschrieben sind. Die rechtlichen Anforderungen an den Hochwasserschutz werden damit nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.
Verbesserung für Heesfeld geplant
Unabhängig vom Baugebiet sieht die Stadt weiteren Handlungsbedarf im Bereich Heesfeld. Hintergrund sind die Überflutungen während des Hochwassers im Jahr 2021.
Als langfristige Maßnahme schlägt das beauftragte Ingenieurbüro vor, das Bachbett der Hälver teilweise in seinen natürlichen Verlauf zurückzuverlegen und vor der B229 eine Flutmulde anzulegen. Diese soll Hochwasserspitzen abmildern und die Überschwemmungsgefahr im Bereich Heesfeld reduzieren.
Nach Angaben der Stadt fanden hierzu bereits Gespräche mit der Bezirksregierung statt. Neben dem Hochwasserschutz verspreche die Maßnahme auch ökologische Vorteile, etwa durch eine Aufwertung der Gewässerstruktur und die Schaffung neuer Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Zudem sei eine Förderung grundsätzlich möglich.
Weitere Übergangslösung vorgesehen
Bis zur Umsetzung des größeren Projekts ist gemeinsam mit der Unteren Wasserbehörde eine weitere Maßnahme vorgesehen. Geplant ist, den Bereich vor dem Bahndamm-Durchlass an der Hälver auszukoffern. Dadurch soll der Wasserabfluss zusätzlich verbessert und der Druck auf den Bahndamm reduziert werden.
Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist ein wasserrechtliches Verfahren erforderlich. Nach Angaben der Stadt laufen hierzu bereits die Vorbereitungen. Außerdem muss der Rat der Stadt Halver einem entsprechenden Beschluss zustimmen.
Stadt verweist auf Eigenvorsorge
Abschließend weist die Stadt darauf hin, dass kommunale Hochwasserschutzmaßnahmen die Eigenvorsorge der Grundstückseigentümer nicht ersetzen können. Auch künftig könnten Starkregenereignisse örtlich erhebliche Schäden verursachen. Deshalb sollten Eigentümer weiterhin prüfen, welche Schutzmaßnahmen an ihren Gebäuden sinnvoll seien.
Am Montag, 10. August, findet erneut eine Bürgerversammlung zum Bebauungsplan Herksiepe/Schillerstein statt. Sie beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Die Wiederholung dieser Veranstaltung wurde notwendig, weil bei der letzten Bürgerversammlung ein Formfehler in der Einladung vorlag.










