Was hat das schmelzende Eis der Antarktis mit Hochwasser an der Volme zu tun? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der SPD Breckerfeld am Mittwoch, 1. Juli. Rund 25 Teilnehmende verfolgten einen eindrucksvollen Bild-Vortrag des Biologen und ehemaligen Forschungspolitikers René Röspel.
„Klimawandel ist menschengemacht
Röspel machte deutlich, dass vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen durch fossile Energien den Klimawandel antreibe. Auch die Abholzung von Wäldern verschärfe die Situation. „Der Mensch ist der entscheidende Faktor für die derzeitige Erderwärmung“, fasste die SPD die wissenschaftliche Lage zusammen.
Folgen längst vor Ort spürbar
Steigende Temperaturen, häufigere Hitzewellen und Extremwetter wie Starkregen und Überschwemmungen seien längst auch in der Region angekommen. Ereignisse wie das Volme-Hochwasser 2021 hätten gezeigt, wie eng globale Entwicklungen und lokale Auswirkungen zusammenhängen. Neben Umweltfolgen verwies Röspel auch auf wirtschaftliche und gesundheitliche Risiken des Klimawandels — von Ernteausfällen bis hin zu Belastungen durch Hitze.
Doch der Biologe blieb nicht bei der Beschreibung der Ursachen und Folgen stehen. Entscheidend sei die Frage, was Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und jeder Einzelne tun können. „Dazu gehört die deutliche Verringerung der Treibhausgasemissionen, der weitere Ausbau erneuerbarer Energien, der Schutz von Wäldern und natürlichen Lebensräumen sowie ein bewussterer Umgang mit Energie und Ressourcen“, machte er deutlich. Gleichzeitig müssten sich Städte und Gemeinden besser auf die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels vorbereiten.
Eindrücke aus der Antarktis
Wie ernst die aktuelle Situation ist, verdeutlichte Röspel mit eindrucksvollen Bildern und persönlichen Erfahrungen seiner Forschungsreise zur Neumayer-Station III in der Antarktis. „Als Mitglied des Senats der Helmholtz-Gemeinschaft hatte ich auf Einladung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung die Möglichkeit, mir vor Ort ein Bild zu machen“, erklärte er. Bilder, die er auch in seinen Vortrag einfließen ließ — und die Fotografien vom schmelzenden Eis und den veränderten Lebensbedingungen hinterließen bei den 25 Teilnehmenden sichtbar Eindruck.
Ernst – aber nicht hoffnungslos
Das Fazit des Abends fiel eher nachdenklich aus: Viele Entwicklungen seien bereits nicht mehr umkehrbar. Dennoch bestehe weiterhin die Chance, den weiteren Verlauf entscheidend zu beeinflussen. Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien zeigten, dass Veränderungen möglich sind. „Jeder von uns ist daher aufgefordert, seine persönliche CO₂-Bilanz zu prüfen und, wenn möglich, zu korrigieren. Es geht nicht nur um unsere, sondern vor allem um die Zukunft der nächsten Generationen“, so Röspel.
Die zentrale Botschaft der Veranstaltung brachte die SPD abschließend auf den Punkt: „Klimawandel ist kein fernes Problem, sondern bereits Realität vor Ort. Entsprechend groß sei die Verantwortung, jetzt zu handeln — in Breckerfeld ebenso wie weltweit.“










