Am Donnerstag, 28. Mai, unterzeichneten Vertreter der St. Jacobus-Schule und das Institut Veex die offizielle Kooperationsvereinbarung „Bildungspartner NRW – Schule und Medienzentrum“ — und bekräftigten damit ein gemeinsames Ziel: Kinder und Jugendliche fit für die digitale Welt zu machen.
Verlässliche Rahmenbedingungen
Ganz neu ist die Kooperation nicht. Bereits seit mehr als zehn Jahren arbeiten die St. Jacobus-Schule und Veex, ein Institut für außerschulische Bildungsarbeit, zusammen — bislang jedoch eher projektbezogen. Workshops für die Jahrgänge 5 und 8 gehören längst zum festen Bestandteil des Schullebens. Während für die jüngeren Schüler dabei Themen wie Teambildung und Klassengemeinschaft im Fokus stehen, geht es bei den Achtklässlern darum, ihre Medienkompetenz zu fördern.
Mit der neuen Vereinbarung erhält diese „lose Zusammenarbeit“ nun eine feste Struktur. „Wir schaffen damit verlässliche Rahmenbedingungen und können unsere Angebote langfristig in den Schulalltag integrieren“, so Schulleiter Dirk Bollwahn.
Digitale Welt als Herausforderung
Die St. Jacobus-Schule, eine Sekundarschule in Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche von Westfalen, setzt seit Jahren auf moderne Ausstattung. Tablets gehören ebenso zum Unterricht wie digitale Lernformate und erste Anwendungen von Künstlicher Intelligenz. Doch Technik allein reicht nicht. „Auch wir müssen uns ständig weiterentwickeln. Dabei vertrauen wir auf die Unterstützung von Veex“, betont Schulleiter Bollwahn. Ziel sei es, digitale Werkzeuge sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen.
„Die Lebenswelt junger Menschen spielt sich längst zu einem großen Anteil online ab – mit allen Chancen, aber auch Risiken“, weiß Schulsozialarbeiterin Pascalina Tophoven. „Denn gleichzeitig begegnen sie dort Herausforderungen, die pädagogische Begleitung, Orientierung und kritisches Reflexionsvermögen erfordern.“
Mehr als nur Technik
Genau hier setzt die Kooperation mit Veex an. In gemeinsamen Bildungsangeboten werden aktuelle Themen der digitalen Lebenswelt aufgegriffen, darunter Cybermobbing, Sexting, Cybergrooming, Fake News sowie der zunehmend relevante Bereich sogenannter Companion AI: „Dabei handelt es sich um KI-Systeme, die als digitale Begleiter, Freund oder Freundin, therapeutische Gesprächspartner oder sogar romantische Bezugspersonen genutzt werden können. Sie simulieren Empathie, Persönlichkeit und Nähe, sind jederzeit verfügbar und reagieren häufig stark personalisiert“, erklärt Institutsleiterin Andrea Bock-Dombrowski. Gerade deshalb sei es wichtig, dass junge Menschen lernen, Chancen und Risiken solcher Technologien einzuordnen.
„Digitale Bildung bedeutet heute weit mehr als technische Anwendungskompetenz“, erklärt die Bildungswissenschaftlerin. „Es geht darum, Kinder und Jugendliche zu befähigen, digitale Angebote selbstbestimmt, reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen.“ Die Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung stelle alle Beteiligten — Lehrer, Eltern, Schüler — vor Herausforderungen. „Was heute als sicher und standardisiert gilt, ist morgen Makulatur.“ Gerade deshalb brauche es Räume für Austausch, Fragen und praktische Erfahrungen, sagt Bock-Dombrowski.
Konkrete Präventionsarbeit
In den Bildungsangeboten geht es dabei um ganz konkrete Situationen aus dem Alltag der Jugendlichen. Veex klärt über Risiken auf, stärkt Empathie und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. „Wir wollen die Schülerinnen und Schüler für die Folgen digitaler Gewalt sensibilisieren und Zivilcourage stärken“, so Bock-Dombrowski. Auch Themen wie private Bilder, Gruppendruck oder rechtliche Konsequenzen sowie gesellschaftliche Fragen rund um Selbstdarstellung, Schönheitsideale und den Einfluss von Algorithmen auf das eigene Selbstbild stehen auf dem Programm: „Wir sprechen altersgerecht über Drucksituationen, Weiterleitungen und den Schutz persönlicher Grenzen.“ Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aufklärung über Manipulation und Anbahnungsstrategien im Netz. „Wir vermitteln Handlungssicherheit — für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehr- und Fachkräfte“, ergänzt sie.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Mit der neuen Partnerschaft setzen die St. Jacobus-Schule und Veex ein klares Zeichen: „Digitale Bildung gelingt nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure“, fasst Schulleiter Bollwahn zusammen. Die nun unterzeichnete Kooperation schaffe dafür eine stabile Grundlage — und verfolge ein klares Ziel: junge Menschen zu stärken, damit sie sich sicher, kritisch und selbstbewusst in der digitalen Welt bewegen können.









