Wie geht es mit den kirchlichen Gebäuden in Nachrodt weiter? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Zukunftswerkstatt der Evangelischen Trinitatis-Gemeinde Mark am Mittwoch, 15. April.
Rund 40 interessierte Besucher, darunter auch nahezu das gesamte Presbyterium, nahmen an der Veranstaltung teil. Ausgangspunkt der Diskussion war die angespannte Lage der Kirchengemeinde. Wie Finanzkirchmeister Kay Kürschner erläuterte, reichen die derzeitigen Mittel ohne Einsparungen voraussichtlich nur noch bis Ende des Jahres 2029. Hauptgrund hierfür sind notwendige Rücklagen für den Substanzerhalt der Gebäude - während es gleichzeitig Vorgaben des Kirchenkreises gibt, nach denen der Gebäudebestand reduziert werden soll.
Vor diesem Hintergrund müsse sich die Kirchengemeinde auch von Gebäuden trennen - darunter Standorte in Nachrodt. Zugleich soll jedoch das Gemeindeleben vor Ort erhalten werden.
Sanierungsbedarf besteht laut Kirchengemeinde sowohl an der Kirche als auch am Pfarrhaus, während sich das Gemeindehaus aktuell in einem guten Zustand befindet. Ein Gutachter ist bereits beauftragt und soll bis Juli Bewertungen für alle Gebäude vorlegen. Auf dieser Grundlage will die Gemeinde anschließend über mögliche Verkäufe entscheiden und die Öffentlichkeit informieren.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden verschiedene Ideen diskutiert, wie Räume für das Gemeindeleben in Zukunft gesichert werden können. Dazu zählen Gespräche mit Schulen, eine intensivere Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche sowie die Nutzung bestehender Einrichtungen wie der Lennekirche oder örtlicher Seniorenheime.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch neue Perspektiven aufgezeigt: So stellte der Verein "Freundeskreis Kulturgüter Haus Nachrodt" Pläne vor, das Logierhaus zu einer Versammlungsstätte auszubauen, die künftig auch von kirchlichen Gruppen genutzt werden könnte. Zudem verwies Bürgermeisterin Birgit Tupat auf Planungen für einen Bürgersaal, der perspektivisch ebenfalls zur Verfügung stehen könnte.
Für den Fall, dass sich kein Investor für die kirchlichen Gebäude findet, wurden auch unkonventionelle Lösungen diskutiert - etwa Containeranlagen oder der teilweise Rückbau von Gebäuden. In diesem Zusammenhang wurde auch der Wunsch nach mehr Flexibilität beim Denkmalschutz geäußert.
Trotz der Herausforderungen zeigte sich das Presbyterium zuversichtlich, tragfähige Lösungen zu finden. Der weitere Prozess soll transparent gestaltet werden, auch durch Gespräche mit den einzelnen Gruppen der Kirchengemeinde und die Einbindung Ehrenamtlicher.
Die nächste Ideenwerkstatt findet am kommenden Dienstag, 21. April, im Gemeindehaus Wiblingwerde statt.










