Seit einiger Zeit laufen die Bauarbeiten an den beiden zentralen Omnibusbahnhöfen der Stadt Halver. Die geschätzten Kosten für die barrierefreien Umbauten erhöhten sich maßgeblich, was die Beantragung einer Nachförderung beim NWL (Nahverkehr Westfalen-Lippe) erforderlich machte. In den Büchern stehen also nunmehr rund 2,9 Millionen anstatt der ursprünglich veranschlagten 1,6 Millionen Euro. Der Nachförderantrag liegt laut Vorlage seit dem 16. März vor. Im Rahmen der Ausschusssitzung für öffentliche Einrichtungen wurde am Dienstag, 28. März, teilweise kontrovers diskutiert, an welcher Stelle weitere Kosten eingespart werden könnten.
„Aktuell liegen wir bei einer Differenz von insgesamt 1,3 Millionen Euro zu den ursprünglich veranlagten Kosten“, erklärte Michael Schmidt vom Fachbereich Bauen und Wohnen eingangs. Dadurch, so Schmidt weiter, würde sich auch der auf die Stadt entfallende Eigenanteil erhöhen. Obwohl laut seiner Aussage auch diese Kosten durch den Haushalt abgesichert und daher für diesen nicht relevant seien, müsse man seiner Ansicht nach dort „gegensteuern.“
Seines Erachtens müsse man beispielsweise „weg von den smarten Sitzbänken.“ Diese waren bislang für beide Bahnhöfe in der Planung vorgesehen und sollten allerlei Annehmlichkeiten, wie zum Beispiel einen frei zugänglichen Internet-Hotspot und die Möglichkeit, das Handy induktiv aufzuladen, bieten. Sinn und Zweck der Bänke soll es laut Ausschussvorsitzendem Martin Kastner sein, „die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.“ Michael Schmidt hingegen schlug anstelle der Smartbänke „konventionelle, aber trotzdem qualitativ hochwertige Bänke“ vor.
Die geplanten acht smarten Sitzbänke am ZOB Schulzentrum würden die Stadt insgesamt 59.434,50 Euro kosten. Förderungsfähig wären für diese jedoch nur 8710,56 Euro. Die Verwaltung schlug hier dementsprechend vor, auf diese Sitzbänke gänzlich zu verzichten und stattdessen acht konventionelle Sitzbänke zu installieren.
Des Weiteren sind vier smarte Sitzbänke auf der Grünfläche im Mittelkreis der Wendeanlage des ZOB Schulzentrum geplant. Diese verursachen Kosten in Höhe von 34.072,94 Euro. Eine Förderung hierfür wurde seitens des NWL abgelehnt.
Am ZOB Sparkasse sollen vier weitere smarte Sitzbänke installiert werden. Hierfür wurden Kosten in Höhe von 19.040 Euro genehmigt (je Bank 5 355 Euro). Auch hier schlug die Verwaltung am Dienstagabend vor, auf die kostengünstigere Variante in Höhe von 4400 Euro (1100 Euro je Bank) umzuschwenken.
Jürgen Wichert (SPD) stimmte der Empfehlung zu: „Ich halte die smarten Bänke für entbehrlich. Die Leute sitzen da sowieso nicht länger als zehn bis fünfzehn Minuten. Wir könnten durch den Verzicht ein Zeichen setzen, dass wir bereit sind, zu sparen.“ Auch Simona Haake (UWG) fand: „Ich sehe bei den Bänken ebenfalls Einsparpotential. Die aktuelle Lage gibt nur her, dass gespart werden muss, wo es gerade geht.“
Marvin Schüle, Fraktionsvorsitzender der CDU, schlug vor, als Kompromisslösung statt der geplanten sechzehn nur zwei smarte Bänke – also an jedem Bahnhof eine – aufzustellen. Martin Kastner pflichtete ihm bei: „Ich möchte die Kosten zwar auch abspecken, aber nicht komplett. Deswegen kann ich mir eine Lösung dahingehend, dass an beiden Bahnhöfen jeweils eine smarte und weitere konventionelle Bänke aufgestellt werden, gut vorstellen. Gerade für junge Leute würden die Bänke den Aufenthalt an den Busbahnhöfen attraktiver machen.“
Aber auch an anderen Stellen soll nach Möglichkeit gespart werden: Statt der nicht förderungsfähigen Fahrradgaragen für e-Bikes möchte die Verwaltung nun auf Fahrradsafes zurückgreifen, wie sie auch am Bahnhof in Oberbrügge zu finden sind. Mögliches Einsparpotential: Eine Summe von insgesamt 30.000 Euro. Hier waren sich die Mitglieder recht schnell einig, dass diese zwar grundsätzlich sinnvoll seien, aber auch auf die günstigere Alternative zurückgegriffen werden könne.
Aus der Empfehlung ergibt sich für beide Busbahnhöfe insgesamt ein möglicher Einsparbetrag in Höhe von rund 154.102 Euro. So soll statt der geplanten Schließfachanlagen für e-Bikes am ZOB Sparkasse, die ebenfalls nicht förderfähig wären, konventionelle Schließfächer entstehen (Einsparpotential: 14.750 Euro).
Auch bei den Fahrradgaragen für e-Bikes könnte durch die von der Verwaltung empfohlene kostengünstigere Variante bis zu 37.830 Euro gespart werden. Ebenso soll die Wahl auf günstigere Anlehnbügel fallen: Hier könnte durch die Installation von günstigeren Varianten ein Betrag in Höhe von
6575 Euro gespart werden.
Am Ende stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig – bei zwei Enthaltungen – für den modifizierten Kostenplan.









