Auf reges Interesse stieß der Tag der offenen Tür der neuen Zweigstelle des Radprax-Therapiezentrums am Grafweg. In den hellen, neu gestalteten Räumen des ehemaligen Hausarztzentrums sind ein Wartebereich, vier Zimmer für Physiotherapie und zwei Räume für Logopädie um einen großen Sportausübungsbereich angelegt, welcher vom neuen Verein Rehasport und Gesundheitszentrum Vier-Täler genutzt wird.
„Eigentlich kommen die Leute erst in die Praxis, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, egal ob Kind oder Erwachsener. Da wollen wir ansetzen“, umriss Standortleiterin Carolin Kausemann das neue Angebot für die Plettenberger Bevölkerung.
Detlef Badekow, Geschäftsführer des Radprax-Krankenhauses, konstatierte im Gespräch mit LokalDirekt einen enormen Bedarf an Präventionsmaßnahmen im Bereich Gesundheit, gerade auch im Einzugsbereich der Vier-Täler-Stadt. „Wir planen hier eine Ernährungsberatung. Zusätzlich möchten wir demnächst dazu Kochkurse geben, zum Üben mit bekannten Lebensmitteln. Eine Küche ist bereits vorhanden und wird noch hergerichtet.“ Badekow erklärt die Planungen als Vision, demzufolge es Kurse mit jeweils sechs Kindern und deren Müttern und Vätern geben soll. Die Zweigstelle soll nicht nur Therapiezentrum sein, sondern auch Begegnungsstätte und Anlaufpunkt. Ernährungsberater Hans-Jörg Weichelt habe dazu Projekte für Gruppenprojekte mit Kindern und Jugendlichen.
Gemeinsam mit Plettenbergern und Menschen aus dem Einzugsbereich möchte man Anregungen sammeln, was aus dem Vorsorgebereich noch benötigt werde. „Wir sagen: Gesundheit ist eigentlich ein Gefühl. Was bedeutet Gesundheit eigentlich und wie kann ich selbst förderlich agieren? Wie kann ich meinen Alltag gestalten, um Stress zu reduzieren? Ideen habe ich selbst auch reichlich“, sagt Carolin Kausemann, Logopädin und Gesundheitswissenschaftlerin mit Schwerpunkt Prävention und Gesundheitsförderung, die für den Aufbau des neuen Angebotes zuständig ist. „Den Menschen fehlt es an Anlaufstellen, wo sie hingehen können, wenn es 'noch nicht so schlimm' ist, oder zur Vorbeugung. Der Arzt ist dann die erste Stelle, wenn Behandlungsbedarf besteht. Wir möchten neben den vorhandenen Therapien, die wichtig sind und fortbestehen sollen, nach links und rechts schauen. Wie können wir sonst unterstützen?“
Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas ist geplant
Eine Idee ist unter anderem, in den Lebensräumen zu arbeiten, in denen Kinder sich aufhalten, wie Kitas und Schulen. Kooperationen dort zu schaffen, wo es um Austausch geht. Vielleicht dort auch Angebote zu machen in Absprache mit den Einrichtungen, was eigentlich benötigt wird. „Wir wollen nicht mehr Arbeit machen, sondern mit den Einrichtungen zusammenarbeiten und fragen: Hey, was fehlt euch eigentlich?“, erläutert Kausemann einige Aspekte ihrer Arbeit.
Sie stellt in den Raum: Wie könnte dies hier funktionieren, dass man kein vorgefertigtes Konzept hat, sondern sagt: Dies sind unsere Bereiche und Ideen. Hier kennen wir uns aus. Wo könnten wir zusammenkommen? Vielleicht erstmal eine Info-Veranstaltung auf die Beine stellen, Projektwochen konzipieren oder AGs planen? Und somit langfristig zusammenarbeiten und das auffangen, wofür die Leute, die in diesem Setting arbeiten, vielleicht nicht ausgebildet ist.

Aus dieser Zusammenarbeit könnten beispielsweise Maßnahmen zur Sprach- und Motorikförderung angeboten, Beratung und Kurse direkt in den Schulen und Kitas durchgeführt werden. Zur Demonstration als auch zum Testen hatte Carolin Kausemann Mitmach-Spielchen aufgestellt. Mit Bildkartenpaaren zu einem Oberbegriff wird die Anzahl der Silben eines Wortes ermittelt und motorisch auf einem Hüpfparcours umgesetzt. Ein winziger Auszug aus dem Bereich logopädischer Übungen.










