"Lachen und Singen auf Rädern", lautete das Motto des wohl kleinsten Karnevalsumzuges weit und breit, der am Samstag auf der Ziegelstraße und dem Dingeringhauser Weg unterwegs war.

Überregionale Nachrichten

Die Protagonisten: eine jecke Freundesgruppe aus etwa 30 Personen, die es lieben, Karneval zu feiern, auch wenn sie in einer Karneval-Diaspora wohnen. Feiern sie nicht in den umliegenden Karnevalshochburgen oder in Köln, lassen sie ihre Phantasie spielen, greifen zu Werkzeug und Dekomaterial und bauen Wagen für ihren eigenen Straßenkarneval. Farbenprächtig wird der kleine Umzug definitiv und zieht die Augen der vorbeifahrenden Autofahrer oder der Fußgänger magnetisch an. Fast immer folgt ein fröhliches Lächeln und Winken für die bunten Gestalten.

Angefangen hat es 2009, als man sich mit etwa 20 Personen zusammentat, die alle Karneval feiern wollten. Kurzerhand wurden Bollerwagen organisiert und entsprechend geschmückt. Um Themen war man nie verlegen. Musikalische Begleitung aus der Dose war ebenso nie ein Problem, lieben sie doch die kölsche Musik sehr, die auch jederzeit auf jeder eigenen Party aufgelegt wird. Zuletzt waren sie kurz vor der Corona-Zeit unterwegs und wurden einige Jahre ausgebremst.

In diesem Jahr wurde unter anderem das Thema Flower Power der 1970er Jahre aufgegriffen, ein entsprechendes Möbelstück (Lampe) aus den 70ern nach dem Lied „Wackelkontakt“ in den Mittelpunkt gesetzt. Die Brü-Lü-Lü (Brücken-Lücke-Lüdenscheid) erhielt einen wunderbaren Themenwagen nebst Druckbetankung und passenden Bauarbeitern. Der olympische Gedanke bot sich während der derzeitigen olympischen Winterspiele an. Verkleidungen nach Kati Witt und jamaikanischer Bobfahrer sowie der gute alte Jogginganzug ließen sich wunderbar präsentieren. Augenfällige Gesichtsveränderungen mittels „Pornobalken“ (Schnauzbart) der Männer wetteiferten mit wehenden Langhaarfrisuren der Hippie-Girls.

Weil’s uns gefällt - so schreiben sie an einen Themenwagen: gesagt - getan. Für fröhliche Begegnungen hatten sie jedenfalls gesorgt, bevor sie im privaten Kreis weiter feierten.