Ein neues Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen eröffnet solche Chancen für seit langem leerstehende Gewerbeimmobilien. Es heißt „Dauerhafte Umnutzung leer stehender Ladenlokale“.
In einem Pressegespräch stellten Dirk Aengeneyndt vom Fachdienst Wirtschaftsförderung, Projektsteuerung und Liegenschaften der Stadt Lüdenscheid und Quartiersarchitekt Christof Gemeiner das Programm jetzt vor.
Der Einzelhandel in den Innenstädten sei im Wandel. Das treffe nicht nur auf Lüdenscheid zu, erläuterte Aengeneyndt. Abseits der Wilhelmstraße gebe es zahlreiche brach liegende Gewerbeimmobilien. Es sei davon auszugehen, dass sich hier weder Gastronomie, Dienstleistungsunternehmen oder Einzelhandel ansiedeln werden. Die Umnutzung solcher Flächen zu Wohnzwecken biete da eine gute Alternative, zumal ja auch in Lüdenscheid bezahlbarer Wohnraum Mangelware sei.
Dem trage das Förderprogramm Rechnung. „Auch abseits der Wilhelmstraße stehen zahlreiche Ladenlokale dauerhaft leer. Durch Fördermittel des Landes sollen Immobilienbesitzerinnen und -besitzer nun bei baulichen Veränderungen unterstützt werden, um die Umnutzung der Flächen umzusetzen.
Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Lüdenscheid 2021 bereits 45 Immobilienbesitzer angeschrieben. „Zehn davon haben ernsthaftes Interesse gezeigt“, berichtete Dirk Aengeneyndt.
Zusammen mit Christof Gemeiner stellte er Einzelheiten des Förderprogramms vor. So können Eigentümer beispielsweise für eine Umnutzung mit späterem Ertrag (etwa Mietwohnungen) einen 25-prozentigen Zuschuss erhalten, wenn sich die Kosten des Umbaus zwischen 20.000 und 100.000 Euro bewegen.
Handelt es sich hingegen um einen Umbau, der keine späteren Mieteinnahmen vorsieht wie beispielsweise für Vereinsräume, kann die Förderung bis auf 45 Prozent steigen.
Leerstände an der Wilhelmstraße kämen allerdings nicht infrage. Es gehe eher um Standorte an der Knapper Straße, der Hochstraße, der Werdohler Straße oder auch in der Altstadt. „Für die Wilhelmstraße gehen wir natürlich davon aus, dass sich dort auch künftig weiter Gastronomie und Gewerbe ansiedeln wird.“ Hier habe die Stadt gute Erfahrungen mit dem Sofortprogramm Innenstadt gemacht. Neuansiedlungen könnten dort künftig auch durch das Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ gefördert werden, bei dem zwei Jahre lang Mietzuschüsse aus den Fördertöpfen gezahlt werden. Die Stadt habe bereits einen Förderantrag für das Nachfolgeprogramm gestellt.
Quartiersarchitekt Christof Gemeiner, der ebenfalls aus dem Förderprogramm bezahlt wird, bietet Interessentinnen und Interessenten, die ihre Immobilie dauerhaft in Wohnraum verwandeln wollen, eine kostenlose Machbarkeitsstudie an.
Wie eine solche Machbarkeitsstudie aussehen kann, stellte er am Beispiel des Hauses Knapper Straße 77 vor. Nachdem hier 2007 das Café Dunkel geschlossen wurde, konnte bislang kein neuer Mieter für die Räume gefunden werden. Laut Gemeiner eigne sich der Leerstand allerdings sehr gut für eine Umnutzung zum reinen Wohngebäude. „Auf Dauer rechnet sich das für den Eigentümer“, betonte er.
Konkrete Überlegungen gebe es bereits auch zu den Gebäuden Werdohler Straße 5 und Hochstraße 3a. Dass die Zuschüsse abgerufen werden können, sei sicher, erklärte Dirk Aengeneyndt. Der Zuwendungsbescheid aus dem NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung liege seit Ende 2022 vor.
Eigentümerinnen und Eigentümer, die Interesse an dem neuen Förderprogramm haben, können sich per E-Mail an [email protected] wenden.









