„Eigentlich wurde in den vergangenen Monaten alles modernisiert“, erzählt Patrick Verschueren, musikalischer Leiter. Die Musiker wussten nach Corona und Jahren mit fehlender beziehungsweise wechselnder Leitung, dass etwas passieren musste. Sie machten sich auf den Weg. Stellten fest verwurzelte Strukturen auf den Prüfstand. Hinterfragten Stilrichtungen und Veranstaltungen. Und nun präsentiert sich das neue Orchester mit vielen „alten“ Musiker jung, modern und offen. Die Mitglieder sind zwischen 20 und über 70 Jahren alt. Sie alle verbindet der Glaube an ein modernes Orchsterleben, eine tolle Gemeinschaft und die Freude an der Musik.
„Es fängt schon damit an, dass wir ein neues Logo haben und neue Kleidung“, erzählt Patrick Verschueren. Gemeinsam mit seinem Orchester ist er am Freitagabend in Rennerde im Kuhstall. Dort findet eine öffentliche Probe statt. „Wir wollen uns auch allen neu präsentieren und ich hatte die Idee, jetzt mal über die Dörfer zu tingeln und dort öffentliche Proben anzubieten“, erzählt der musikalische Leiter. So seien sie auch nach Rennerde in den ehemaligen Kuhstall von Volker Heiermann gekommen. Am nächsten Tag gibt es eine größere Feier der Dorfbewohner. „Wir machen quasi das Pre-Opening“, erzählt Orchestermitglied Berit Dresel.
Die Rennerder finden die Idee offensichtlich gut. Sie und einige weitere Gäste aus der Gemeinde hatten sich versammelt, um zu hören, was das Orchester zu bieten hat. „Eine wichtige Änderung ist, dass wir aktuell nicht mehr Marschieren – also bei den Schützenumzügen. Wir spielen gerne noch Platzkonzerte. Aber zum Mitlaufen sind wir aktuell zu wenig Aktive“, berichtet der Leiter. 16 Musiker bilden derzeit das Orchester. Geht es nach Verschueren, sollen es bald schon wieder 30 Musiker sein.
Das Blasorchester Altena ist inzwischen auch in der Gemeinde beheimatet. Geprobt wird nämlich immer in Herlsen auf dem Hof von Wolfgang und Berit Dresel. Dort hatten sich einst die Ventilisten einen Proberaum eingerichtet. „Wenn der zu klein werden sollte, können wir auch erweitern. Also daran wird es gewiss nicht scheitern“, verspricht Berit Dresel lachend. Mitmachen könne jeder. Das Alter spiele gar keine Rolle. Elke Baron beispielsweise entdeckte ihre Liebe fürs Saxophon erst mit 59. „Ich habe mir damals im Frühjahr jemanden gesucht, der mit Unterricht gegeben hat. Im Herbst konnte ich bereits das erste Konzert mitspielen. Ich hatte gar keine Vorkenntnisse“, erzählt sie. Seither ist sie mit Leib und Seele dabei. „Meine Kinder sind groß und ich habe da schon einen gewissen Ehrgeiz entwickelt. Es macht einfach Spaß“, erzählt sie. Besonders gebraucht würden aktuell Trompeten, Posaunen und Klarinetten. Aber auch alle anderen Instrumente seien aktuell willkommen.
Übrigens kommen längst nicht alle Orchestermitglieder aus Altena oder Nachrodt-Wiblingwerde. Carolin Schmidt beispielsweise kommt aus Halver. „Meine Eltern saßen beim Jubiläum der Forstbetriebsgemeinschaft mit Berit Dresel an einem Tisch. Es ging zufällig ums Orchester und da erzählten sie, dass ich eins suche und so kam das“, berichtet die 21-Jährige. Sie ist derzeit das Küken des Orchesters. Zuvor spielte sie im Orchester der Gesamtschule. Nach dem Abitur war jedoch Schluss damit und das gemeinsame Musizieren fehlte ihr.

Berit Dresel gehört derweil zu den alten Hasen des Orchesters und ist schon einige Jahre dabei. „Ich schätze vor allem die gute Gemeinschaft. Die Proben sind recht locker. Es macht halt einfach Spaß.“ Geprobt wird freitags um 19 Uhr in Herlsen. Weitere Informationen finden Interessierte im Internet oder auf Instagram. Wer ein persönliches Gespräch wünscht, kann sich an den Vorsitzenden Tobias Werning wenden. Er ist erreichbar per E-Mail an [email protected].









