„Wenn ein Fremder persönlich auf uns zu käme und nach Geld oder Wertsachen fragen würde, würden bei jedem hier sofort alle Alarmglocken schellen. Aber am Telefon sind viele zu gutgläubig“, erklärte die Polizistin. Gerade ältere Menschen zeichneten sich oft durch Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Höflichkeit aus. Diese eigentlich guten Eigenschaften können unter Umständen jedoch gefährlich werden. „Das Wichtigste ist, dass niemand am Telefon in blinden Aktionismus verfällt“, warnte Zindler.
Früher oder später trifft es in irgendeiner Form vermutlich jeden mal. Wer richtig reagiert, hat nichts zu befürchten und daher sei es wichtig, sich gedanklich auf Betrugsanrufe einzustellen. Beliebt seien vor allem drei Maschen: falsche Amtsträger, Enkeltrick und Schockanrufe. Betrüger geben sich beispielsweise am Telefon als Polizisten aus. Die Expertin erklärt, woran der Betrug sofort zu erkennen sei. Bei einem Anruf der echten Polizei erscheint auf dem Telefondisplay beispielsweise niemals die 110. Außerdem sollte sich niemand am Telefon von unbekannten Personen ausfragen lassen. Echte Beamte fragen nie nach dem Kontostand, Bank- und Kreditkarteninformationen oder Passwörtern. „Am einfachsten ist es, sofort aufzulegen. Das ist dann auch wirklich nicht unhöflich“, appelliert die Expertin an die Frauen. Wer im laufenden Telefonat aufgefordert wird, die 110 zu wählen oder sich mit der 110 verbinden zu lassen, sollte dies besonders schnell tun. Wer aufgelegt hat, und danach wieder ein Freizeichen hat, sollte dann selbst die 110 wählen und die richtige Polizei über den Betrugsversuch informieren.

Beim Enkeltrick sei charakteristisch, dass sich die Betrüger nicht mit dem Namen melden. Oft lassen sie ihre Opfer den Namen raten. Auch hier gilt: Besteht nur der geringste Zweifel an der Identität und fordert dieser Kontakt sie auch noch auf, finanziell zu helfen, weil ihm sonst angeblich medizinische Versorgung verwehrt wird oder Lebensgefahr und Haftstrafen zu befürchten sind, sollten die Frauen ebenfalls sofort auflegen. Grundsätzlich sollten nie Wertsachen an fremde Personen gegeben werden und auch niemals Geld an Ablagestellen abgelegt werden. Unbekannte sollten zudem nie ins Haus gelassen werden.

Wer unsicher ist, ob sich nun wirklich ein Verwandter am Telefon befindet, sollte auflegen und den Betroffenen selbst anrufen.
Auch, wer vielleicht auf die Masche reingefallen ist, sollte keine Scheu haben, die Polizei zu informieren. Es gibt zahlreiche Hilfs- und Beratungsangebote für Opfer solcher Straftaten.
Beratung und Opferinformationen erhalten Interessierte im Internet unter
Bei weiteren Fragen helfen die Mitarbeiter der Kiminalprävention und des Opferschutzes. Die regional zuständigen Ansprechpartner sind zu finden unter:










