Es waren Tragödien, die sich am Wochenende in und um Nachrodt abspielten. Mittendrin die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. „Meine Jungs waren immer überall dabei“, berichtet Feuerwehrchef Mark Wille. Vier Einsätze hatten die ehrenamtlichen Retter am Wochenende. Der Baum auf der Hagener Straße war der harmloseste. Aber dann ging es los: Eine Vermisstensuche am Kohlberg, ein Brand in Iserlohn und natürlich die Suche nach dem vermissten 15-jährigen Jungen in Nachrodt. Alle drei hatten kein gutes Ende. Dabei kommen die Retter eigentlich, um Leben zu retten. Doch das gelingt nicht immer. „Auch wir sind nicht immer auf der Siegerseite. Aber wir können sagen, dass wir alles gegeben haben“, sagt der Feuerwehrchef. Dennoch sei dieses Wochenende gewiss eines, das die Einsatzkräfte nicht vergessen werden. Insbesondere der Fall des ertrunkenen Jungen in der Lenne beschäftige die Retter. „Es gibt so Einsätze. Von denen träumt man nicht, aber die bleiben immer in Erinnerung „, sagt Wille. Für solche Fälle hat jede Einheit eine Fachkraft für Psychisch-Soziale-Dienste. In Nachrodt-Wiblingwerde ist das Sven-Peter Hohmann. „Er macht Gesprächsangebote und ist einfach da, wenn er gebraucht wird“, sagt Wille. Am Wochenende habe aber niemand seine Hilfe in Anspruch genommen. „Wenn es so ist, dass unsere Fachkraft selbst betroffen wäre, könnten wir auf Hilfe von Extern zurück greifen“, berichtet Wille.
Für die Feuerwehrkräfte sei es wichtig, immer zu wissen, dass man nicht jeden Mensch retten und nicht jedes Haus erhalten kann. Wille: „Es ist wichtig, dass wir sagen können, wir haben alles getan. Und für uns ist es beispielsweise ein Erfolg, dass wir den Jungen gefunden haben. So gibt es zumindest keine quälende Ungewissheit mehr. So gibt es einen Abschluss.“
Auch für die Polizei war es ein ungewöhnlich tragisches Wochenende. „So viele schlimme Nachrichten in so kurzer Zeit sind schon gewöhnlich“, sagt Polizeipressesprecher Marcel Dilling. Wie bei der Feuerwehr gebe es auch für die Polizisten ein sogenanntes PSU-Team, das jeder in Anspruch nehmen könne, der das Bedürfnis habe.
Natürlich gibt es auch Seelsorger für Opfer und Angehörige. Im Ernstfall kümmert sich die Kreisleitstelle der Feuerwehr um die Vermittlung entsprechender Fachkräfte. „Für die psychologische/seelsorgerische Betreuung von Betroffenen und Angehörigen hat die Kreisleitstelle 32 Ansprechpartner kreisweit registriert. Für alle Städte und Gemeinden gibt es eine Lösung. Organisiert werden die Ansprechpartner in der Regel über die Kirchengemeinden“, erklärt Ursula Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreises. Die Kreisleitstelle alarmiere die Notfallseelsorge entweder von vorneherein, weil es bereits von der Ausgangslage angezeigt sei oder der Rettungsdienst vor Ort fordere bei der Leitstelle Notfallseelsorger an. „Die Kreisleitstelle vergewissert sich vorher, ob von den Betroffenen / Angehörigen psychologischer Beistand gewünscht ist“, betonte Erkens. Am vergangenen Wochenende seien mehrere Notfallseelsorger im Einsatz gewesen.









