Die Haushaltslage ist angespannt - auch in der Volmegemeinde. Gespart werden soll deshalb nun unter anderem am Veranstaltungsprogramm.
Es wurde rege diskutiert in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Sport am Mittwoch, 28. Januar. Der Tenor war recht schnell klar: Die Gemeinde muss sparen. Daher wird es in diesem Jahr ein abgespecktes Veranstaltungsprogramm geben. Irritationen gab es außerdem rund um die bisherige Verwendung des Budgets des Stadtmarketingvereins für den Kinderkarneval.
Schalksmühle sommerlich - aber mit gekürztem Budget
"Ich frage mich, ob sich die Kosten für Veranstaltungen dieser Art überhaupt lohnen", eröffnete Jochen Bernsdorf (Bündnis 90/Die Grünen) die Diskussion. So seien beispielsweise für "Schalksmühle sommerlich" Kosten in Höhe von insgesamt 30.000 Euro veranschlagt. Bürgermeister Christian Breddermann gab daraufhin zu bedenken, dass besonders die örtlichen Vereine von Veranstaltungen dieser Art profitieren, denen "man nicht die Geschäftsgrundlage entziehen" sollte. Anschließend schlug er vor, das Budget für das Sommerfest, das in diesem Jahr wieder stattfinden soll, um 10.000 Euro zu kürzen. Volker Quinkert (UWG) meldete sich daraufhin zu Wort und schlug vor, das Open-Air-Kino nur an einem - statt, wie in den Vorjahren - an zwei Terminen stattfinden zu lassen.
Kathrin Janowski (SPD) zeigte sich irritiert ob der Vorgehensweise der Verwaltung und fragte an, warum die Vorschläge erst jetzt zur Sprache kämen. "Viele von uns sind noch recht neu im Amt, wir sind noch in der Findungsphase. Außerdem halte ich es für richtig, die Politik bei diesen Themen nicht zu übergehen, sondern mit ihr in den Dialog zu treten und gemeinsam Lösungen zu finden", erklärte daraufhin Christian Breddermann. So habe er auch das Budget für "Schalksmühle sommerlich" nicht ohne Rücksprache kürzen wollen. Jochen Bernsdorf (Bündnis90/Die Grünen) sprang Kathrin Janowski zur Seite: "Ich finde es auch schwierig, der Haushalt ist uns vor ein paar Wochen ganz anders vorgestellt worden. Über solche Entscheidungen hätten wir im Vorfeld sprechen sollen."
Der Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Dirk Kersenbrock (CDU), das Budget für "Schalksmühle sommerlich" von 30.000 auf 20.000 Euro zu kürzen und das Open-Air-Kino an nur einem Termin stattfinden zu lassen, fand schließlich einstimmig die Zustimmung des Gremiums - bei zwei Enthaltungen.
"Angebot der Volkshochschule wird oft als Ärgernis wahrgenommen"
Bei der Sitzung war auch Kilian Behrendt, beratendes Mitglied des Gemeindesportverbandes, anwesend. Er gab zu bedenken, dass es bei den von der Volkshochschule angebotenen Kursen oftmals zu einer Dopplung kommt. Darüber hinaus, so Behrendt weiter, würde "ein Konkurrenzkampf um Übungsleiter bestehen." Daher würde "das Angebot der Volkshochschule oft als Ärgernis wahrgenommen."
"Ich finde das alles unbefriedigend"
Verärgert zeigte sich Jochen Bernsdorf (Bündnis90/Die Grünen) über die Höhe der von der Gemeinde zu zahlenden Umlage für die Musikschule Volmetal: "Ich finde das alles unbefriedigend und möchte anregen, vor der Einstellung der kommenden Haushalte den Dialog mit Meinerzhagen zu suchen. Ich kann mir vorstellen, dass auch dort Unzufriedenheit mit der Situation herrscht." Fachbereichsleiterin Anja Wolf erwiderte, dass man derzeit versuche, die größeren Gruppen wie zum Beispiel Ballett und die für Musikalische Früherziehung wieder zu verstärken. Zwischenzeitig sei es zum Ausfall von zwei Übungsleiterinnen gekommen, nun jedoch habe man eine der beiden Stellen neu besetzen können.
Kathrin Janowski (SPD) brachte ein Anliegen vor: "Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal Werbung für die Angebote der Musikschule für Kindergartenkinder machen, die wirklich toll sind. Und auch ich finde es schön, wenn irgendwo Geld gefunden wird, jedoch sollten wir nicht an der falschen Stelle sparen." Uwe Lal (UWG) gab zu bedenken, dass aktuell "die Konzepte für diese Kurse neu gedacht werden müssen." Fachbereichsleiterin Anja Wolf pflichtete ihm bei: "Das ist korrekt, die neue Kraft muss jetzt zunächst eingearbeitet und für die Kurse ein neues Konzept geschaffen werden."
Am Ende der Diskussion stimmte das Gremium mehrheitlich - bei zwei Gegenstimmen - dafür, auch am Budget für die Musikschule Volmetal Kürzungen vorzunehmen.
Kuhlenhagen: Container oder Tribüne?
Irritiert zeigte sich Volker Quinkert (UWG) ob der Planung rund um die Tribüne auf der Sportanlage Kuhlenhagen: "Ich habe noch gar keinen Plan dafür gesehen?" Fachbereichsleiter Ralf Bechtel erklärte daraufhin, dass ebendieser noch nicht lange vorläge. "Wir haben für kleines Geld einen Plan erstellen lassen, um zunächst die Kosten für die Überdachung beziffern zu können."
Volker Quinkert (UWG) schlug daraufhin eine alternative Lösung vor: "Man könnte auch aus Containern eine neue Tribüne bauen." Dafür jedoch, wandte Ralf Bechtel ein, sei eine neue Ratsvorlage erforderlich. Kilian Behrendt vom Gemeindesportverband hielt dagegen: "Diese Container sind die reinsten Windfänger, im Gegensatz zu der jetzt geplanten Überdachung, unter der Besucher einfach trocken stehen könnten." Fachbereichsleiter Ralf Bechtel pflichtete ihm bei und gab an, eine Containerlösung ebenfalls für ungeeignet zu halten.
Dirk Reimann (CDU) regte an, die Kosten für beide Lösungen gegenüberzustellen, Kilian Behrend schlug vor, mit den Sportvereinen in den Dialog zu treten - und den Vorgang in den Bauausschuss zu verschieben.
Der Ausschussvorsitzende Dirk Kersenbrock stimmte dem Vorschlag zu, merkte jedoch an, dass sich dadurch "am Haushalt nichts ändern wird."
Abschließend beschloss das Gremium, die Angelegenheit vorerst in den Bauausschuss zu verschieben.
"Der Kinderkarneval ist das Flaggschiff des Stadtmarketingvereins"
Nachdem das Gremium auch dem Vorschlag von Fachbereichsleiter Alexander Gundlach, das Budget für die Verschönerung des Ortskerns von 60.000 auf 20.000 Euro zu reduzieren zustimmte, stand das Budget des Stadtmarketingvereins auf der Tagesordnung.
"Der Kinderkarneval ist das Flaggschiff des Stadtmarketingvereins", erklärte Bürgermeister Christian Breddermann. In diesem Jahr würde für den Verein eine Investition entfallen: "Ich verzichte selbstverständlich auf die Berechnung meiner Gage in Höhe von 1.300 Euro für die Moderation der Veranstaltung."
Jorge Rodrigues, stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, meldete sich zu Wort und betonte: "Ein höheres Budget würde uns natürlich auch mehr Möglichkeiten geben." Jochen Bernsdorf (Bündnis90/Die Grünen) pflichtete ihm bei und schlug vor, das jährliche Budget des Vereins um 1.000 Euro zu erhöhen.
Dirk Reimann (CDU) stellte eine Rückfrage an den Bürgermeister: "Habe ich das gerade richtig verstanden? Von 2.000 Euro Budget hat die Moderation des Kinderkarnevals jährlich 1.300 Euro in Anspruch genommen?" Christian Breddermann war um eine Antwort nicht verlegen: "Ich war jung und brauchte das Geld", scherzte er. Außerdem erklärte er, dafür stets eine gute Leistung erbracht zu haben, und auch die Höhe des jährlichen Budgets des Stadtmarketingvereins sei ihm nicht bekannt gewesen.
Abschließend stimmte das Gremium - bei zwei Enthaltungen - mehrheitlich für die vorgeschlagenen Kürzungen des Budgets zur Verschönerung des Ortskerns und gleichzeitig der Erhöhung des Jahresbudgets des Stadtmarketingvereins zu.
"Die gezahlte Gage war branchenüblich"
Die an Christian Breddermann gezahlte Gage, so erklärt Jorge Rodrigues, zweiter Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, auf Nachfrage von LokalDirekt, sei branchenüblich: "Ein anderer, in der Vergangenheit für den Kinderkarneval beauftragter DJ hat uns denselben Betrag in Rechnung gestellt." Über das nunmehr um 1.000 Euro erhöhte Budget freut Rodrigues sich dafür umso mehr: "Zukünftig haben wir viel mehr Luft nach oben - und hoffen, auch dieses Jahr wieder viele tolle Veranstaltungen für die Schalksmühler planen zu können."











