Die Autobahn GmbH hat den Auftrag für den Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede am Dienstag, 4. Juli, vergeben. Der erste Teil des neuen Bauwerks soll im Sommer 2026 für den Verkehr freigegeben werden – und damit rund ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant.
In einer Mitteilung der Stadt Lüdenscheid heißt es, der ursprüngliche Zeitplan habe vorgesehen, die Vergabe des Großprojekts im Herbst dieses Jahres abzuschließen. Die Freigabe des ersten Brückenteils für den Verkehr war für Ende 2026 angepeilt. Dass beides nun einige Monate schneller gegangen ist bzw. gehen soll, sei „natürlich sehr erfreulich und sollte uns alle extrem positiv und hoffnungsfroh stimmen“, sagt Sebastian Wagemeyer. „Damit zeigt sich auch, dass der Abbruch der Brücke im Mai auch tatsächlich mit einem Aufbruch verbunden gewesen ist.“
Detaillierte Angaben zum weiteren Ablauf „aus erster Hand“ erhofft sich Lüdenscheids Bürgermeister von dem nächsten „A45-Spitzengespräch“, das voraussichtlich Ende Juli in Lüdenscheid stattfinden soll. An der Runde sollen – wie bei den vorangegangenen Treffen auch – neben Vertretern des Bundesverkehrsministeriums und des Landes Nordrhein-Westfalen unter anderem auch Wirtschaftsverbände und heimische Akteure teilnehmen. „Und wenn wir dann erfahren sollten, dass die Brücke nochmal zwei oder drei Monate schneller stehen und befahrbar sein soll, würden wir das natürlich ebenfalls klaglos hinnehmen“, sagt Wagemeyer mit einem Augenzwinkern.
Von Landrat Voge nur Schulnote 4
MK-Landrat Marco Voge gibt dem Bund trotz der erfreulichen Nachricht nur die Schulnote 4. Mit dem Neubau bis voraussichtlich 2026 sei nur eine von vielen Hausaufgaben erledigt. Weitere dringende Investitionen in die Region müssten folgen.
Landrat Marco Voge: „Die Vergabe ist ein gutes Zeichen für die gesamte Region. Leider liegt nach wie vor kein konkreter Zeitplan für die komplette Fertigstellung vor. Das passt ins Bild. Der Bundesverkehrsminister tritt zu diesem Thema nur dann an die Öffentlichkeit, wenn es gute Nachrichten zu verkünden gibt. Ansonsten sind die Antworten schmallippig.“
Der Landrat des Märkischen Kreises fordert weitere Anstrengungen und Investitionen: „Der schnelle Neubau der Brücke ist ohne Zweifel ein wichtiges Etappenziel. Jeder Tag, den die Brücke eher steht, ist entscheidend. Darauf darf sich der Bund allerdings auf keinen Fall ausruhen. Es müssen dringend weitere Investitionen folgen: in die Standortsicherung der Region, in unsere Straßen, für die Schiene. Denn die Rechnung ist doch einfach: jetzt in eine der stärksten Wirtschaftsregionen des Landes zu investieren, ist günstiger, als zukünftig unter dem Zögern zu leiden. Ziel muss bleiben, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort zu halten. Hier wünsche ich mir deutlich mehr politischen Willen in Berlin. Da muss mehr kommen.“
Südwestfälische Industrie- und Handelskammer: „Deutschland muss schneller werden“
Vor dem Hintergrund der angekündigten Eröffnung der neuen Rahmedetalbrücke Mitte 2026 fordert die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) weitere spürbare Fortschritte in der grundsätzlichen Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.
„Die regionale Wirtschaft dankt allen Beteiligten, dass sie mit Hochdruck die Eröffnung der neuen Rahmedetalbrücke vorantreiben. Es ist für die hiesigen Unternehmen immens wichtig, endlich diese relativ konkrete Perspektive zu bekommen“, sagt SIHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Geruschkat. Aber mindestens viereinhalb Jahre Vollsperrung der A45 zeigten zugleich deutlich: „Wir müssen in Deutschland endlich echte Fortschritte bei der grundsätzlichen Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren erzielen – über den Einzelfall Rahmedetalbrücke hinaus.“ Außerdem brauche es schnell einen Konsens auf politischer Ebene, nicht nur für schnellere Planungen und Genehmigungen, sondern auch für einen Nachteilsausgleich für Südwestfalen, denn die Folgen der A45-Vollsperrung würden noch viele Jahre spürbar sein und tiefe Spuren in der Region hinterlassen“, betont Ralf Geruschkat.









