Sebastian Wagemeyer schreibt in seiner Stellungnahme, dass ihn Andreas Kostal am Morgen persönlich darüber informiert habe, die Automobil-Elektrik bei Kostal aus Deutschland nach Ungarn verlagern zu wollen. „Das ist ein schwerer Schlag für die Standorte Lüdenscheid, Meinerzhagen und Halver sowie für die ganze Region“, äußert sich Bürgermeister Sebastian Wagemeyer zu dieser Entwicklung in einem aktuellen Video.
Die Entscheidung von Kostal habe nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf gute Arbeitsplätze vor Ort, sondern gegebenenfalls auch auf die Produktion anderer Automobilzulieferer in der Region. In der aktuellen Situation sei es nun die Aufgabe aller Beteiligten – der Geschäftsführung, des Betriebsrates und der IG Metall – in kritischen Gesprächen alles zu tun, um Lösungen für die betroffenen Menschen und Familien zu finden. „Das erwarte ich von dem größten und wichtigsten Arbeitgeber in Lüdenscheid, dessen Wurzeln in dieser Stadt liegen“, so Wagemeyer.
Kritisch sieht der Lüdenscheider Bürgermeister die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Ungarn auch aus anderen Gründen. Das EU-Land habe vergleichsweise geringe Vorgaben im Bereich Nachhaltigkeit und auch die Beschäftigten hätten weniger Rechte zur Mitbestimmung. „Darüber hinaus hat sich die ungarische Regierung in den vergangenen Jahren immer weiter von den demokratischen Werten der EU entfernt.“ Des Weiteren habe die Corona-Pandemie aufgezeigt, wie wichtig es in einer globalisierten Welt sei, auf regionale Lieferketten zurückgreifen zu können.
Das Statement von Bürgermeister Sebastian Wagemeyer im Video
Im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung appelliert Wagemeyer an die übergeordnete politische Ebene, also das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung, den Blick ab sofort noch stärker auf Lüdenscheid und die Region Südwestfalen zu richten: „Wir sind eine der wichtigsten und produktivsten Industrie- und Wirtschaftsregionen Deutschlands. Und wir befinden uns vor allem angesichts der Vollsperrung der A45 in einer wahnsinnig schwierigen Lage, die vermutlich noch einige Jahre dauern wird. Deshalb braucht es jetzt Unterstützung und Hilfe, wo es nur geht – und zwar so schnell, so umfassend und bitte auch so unbürokratisch wie möglich. Es geht um unsere Zukunft, und wir, die Menschen und Unternehmen hier vor Ort, brauchen dringend ein positives Signal und einen klaren Plan, dass es wieder aufwärts geht.“ Zuvor hatten sich bereits die SPD Lüdenscheid und die IG Metall Märkischer Kreis zu den Plänen, die Ende 2024 in Kraft treten sollen, geäußert.









