Die Debatte um den Bau eines Skateparks in Breckerfeld geht weiter. Der Social-Media-Kanal „Breckerfeld Memes“ kritisiert die Argumentation der SPD-Fraktion und wirft der Politik vor, den Bedarf junger Menschen nicht ausreichend zu berücksichtigen. In einer Stellungnahme fordert der Kanal einen direkten Dialog mit Jugendlichen und eine sachliche Prüfung möglicher Standorte.

In Breckerfelds Nachbarkommune Halver wurde im Juni dieses Jahres nach Jahren der Planung und Bauzeit an der Karlshöhe eine neue Skateanlage an der Karlshöhe eröffnet.
Video: Jung

Unterschiedliche Stellungnahmen

Nachdem sich der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am 22. September dafür ausgesprochen hatte, statt eines kombinierten Skateparks mit Pumptrack lediglich die Möglichkeiten für den Bau eines Pumptracks prüfen zu wollen, reagierten die einstigen Ideengeber — die Initiative Skatepark und die Ideenwerkstatt Breckerfeld — mit Enttäuschung und machten ihrem Unmut in einem öffentlichen Kommentar Luft. Aus der Politik reagierte daraufhin die Breckerfelder SPD-Fraktion, wies in einer Stellungnahme mehrere Aussagen der Initiative Skatepark und der Ideenwerkstatt zurück und forderte in der Debatte um den Skatepark die „Rückkehr zu mehr Sachlichkeit“.

Am Donnerstag, 15. Oktober, steht das Thema Skatepark im öffentlichen Teil der Ratssitzung auf der Tagesordnung. Zuvor erreichte die Redaktion nun eine weitere Stellungnahme, diesmal von den Betreibern des Social-Media-Kanals „Breckerfeld Memes“, die sich nach eigenen Angaben als „Sprachrohr, Katalysator und Stimmungsbarometer der jungen Generation in Breckerfeld“ verstehen.

Die Stellungnahme im Wortlaut:

„Als Betreiber des Social-Media-Kanals Breckerfeld Memes nehmen wir Bezug auf die jüngste Pressemitteilung der SPD-Fraktion Breckerfeld zur Debatte um einen Skatepark und Pumptrack.

Vorab stellen wir klar: Breckerfeld Memes ist ein unabhängiger, ehrenamtlicher Social-Media-Kanal und steht in keiner organischen, rechtlichen oder personellen Verbindung mit der 'Ideenwerkstatt Breckerfeld' oder der 'Initiative Skatepark'.

Dass die SPD nun öffentlich reagiert, zeigt, dass der Unmut der Jugend in der Politik angekommen ist. Die Argumentationslinie der Fraktion greift jedoch in wesentlichen Punkten zu kurz:

1. Kitas und Spielplätze ersetzen keine Jugendförderung

Die SPD verweist auf getätigte Investitionen in Kindergärten, Spielplätze und den Jugendraum. Hier wird Entscheidendes vermischt:

  • Die Bereitstellung von Kita-Plätzen ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommune – keine freiwillige Leistung zur Jugendförderung.
  • Spielplätze richten sich primär an Kleinkinder. Für Jugendliche ab 10–12 Jahren gibt es im öffentlichen Raum Breckerfelds schlichtweg kaum moderne Treffpunkte oder Bewegungsangebote.
  • Der Verweis auf den Jugendraum hinkt ebenfalls: Die extrem lange Verzögerung bei dessen Sanierung zeigt eher exemplarisch, wie stiefmütterlich Jugendthemen in der Praxis oft behandelt werden.

2. Bauchgefühl schlägt Daten, Jugend wurde nie befragt

Die SPD mahnt eine Entscheidungsfindung auf „belastbarer Grundlage“ an. Fakt ist jedoch: Weder Verwaltung noch Politik haben bisher eine einzige Umfrage oder Befragung unter den Breckerfelder Kindern und Jugendlichen durchgeführt, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Die Behauptung einer „sehr überschaubaren Interessengruppe“ basiert auf reinen Spekulationen.

3. Zirka 3500 Aufrufe, Die Resonanz ist real

Die digitalen Zahlen widerlegen das Narrativ des mangelnden Interesses eindeutig. Unser Beitrag zur aktuellen Debatte erreichte innerhalb kürzester Zeit über 3500 Aufrufe. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 9000 Einwohnern ist das eine gewaltige Resonanz. Statistisch stammten 74 Prozent der Erreichten aus der Altersgruppe unter 35 Jahren. Wer hier noch von einer Nischengruppe spricht, verschließt die Augen vor der Realität.

4. Sachlichkeit ist keine Einbahnstraße

Wenn die Politik nun „Sachlichkeit und Respekt“ einfordert, muss sie sich fragen lassen, wie respektvoll es ist, berechtigte Forderungen junger Menschen pauschal als „unsachlich“ abzutun oder Vorschläge ohne konstruktive Gegenalternativen abzublocken. Junge Menschen äußern Kritik oft direkter und digitaler als gewohnte Gremienstrukturen – das macht ihr Anliegen nicht weniger valide.

Fazit & Appell an den Rat

Wir fordern die SPD-Fraktion sowie alle Ratsmitglieder auf: Nutzen Sie die Zeit bis zur Stadtvertretungssitzung am 15. Oktober für einen echten, direkten Dialog mit der Jugend. Suchen Sie nach tragfähigen Standortalternativen und lassen Sie Förderchancen nicht ungenutzt verstreichen. Die Jugend Breckerfelds ist bereit für Sachlichkeit – wenn man sie endlich ernst nimmt.“

Anmerkung der Redaktion: Die Verfasser der Stellungnahme, die den Social-Media-Kanal „Breckerfeld Memes“ betreiben, haben die Redaktion ausdrücklich gebeten, ihre Namen nicht zu veröffentlichen. Die Identität der Verfasser ist der Redaktion bekannt.

Über die Beratungen des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses am 22. September berichtete LokalDirekt am 23. September:

Zwischen Lärm, Kosten und Freizeitspaß: Ausschuss bremst beim Skatepark — Pumptrack weiterhin im Rennen

Die Initiative Skatepark und die Ideenwerkstatt Breckerfeld nahmen am 26. September in einem gemeinsamen Kommentar Stellung zu den Ausschussberatungen, den LokalDirekt im Wortlaut veröffentlicht hat:

Skatepark-Initiative kritisiert Argumente aus dem Ausschuss: „Politik sollte noch einmal genauer hinschauen“

Die Stellungnahme der SPD-Fraktion zum Kommentar der Initiative Skatepark und der Ideenwerkstatt Breckerfeld veröffentlichte LokalDirekt am 30. September:

SPD fordert in der Skatepark-Debatte „Sachlichkeit und Respekt“

Die finale Entscheidung, wie es mit dem Thema Skatepark/Pumptrack weitergeht, trifft die Stadtvertretung am 15. Oktober. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr und ist öffentlich.