Die Wochenenden und Feiertage im Sommer sind für die Anwohner in Halver-Anschlag oftmals belastend – Scharen von Motorrädern rollen dann auf der bei den Bikern so beliebten K3 durch den Halveraner Ortsteil in Richtung Schwenke. Viele von ihnen zu schnell, zu laut und manche auch noch rücksichtslos.
Das Problem ist nicht neu. Schon seit mehr als zwei Jahren versuchen sich die leidgeplagten Anwohner zur Wehr zu setzen, ersuchten Hilfe bei der Stadtverwaltung, der Politik und auch beim Märkischen Kreis. Ihre Forderung: Eine Tempodrosselung auf höchstens 30 km/h zur Minderung des Lärms. Bisher ohne Erfolg.
Im Hauptausschuss am Mittwochabend (15. Mai) fand das Thema einmal mehr Gehör. Auf Anfrage, wie der Stand der Dinge derzeit sei, folgte eine Antwort, die den Politikern zunächst die Sprache verschlug und dann für einheitliches Kopfschütteln sorgte.
Wie Bürgermeister Michael Brosch mitteilte, habe es abermals eine Ortsbesichtigung mit der Polizei, dem Ordnungsamt und der Kreisverwaltung gegeben. „Der Kreis vertritt die Auffassung, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht rechtens ist. Aber sie wollen dort nun Kuhwarnschilder aufstellen.“
Was vom Gremium zunächst als Scherz aufgefasst wurde, entpuppte sich nach Broschs Bekräftigung als Tatsache. Der Bürgermeister selbst wirkte dabei aber mindestens genauso unzufrieden mit dem Kreis-Vorschlag wie die Mitglieder des Hauptausschusses.
Dr. Jana Schrage (Grüne) fiel dazu nur ein: „Wir schließen eine Skateranlage, weil sich Anwohner durch den Geräuschpegel gestört fühlen und sagen gleichzeitig, dass Anwohner Motorradlärm ertragen müssen?“ Das, so Schrage, sei zynisch.
Ob das Schild nun bedeute, dass Bauer Berbecker aus Anschlag nun sonntags immer seine Kühe auf die Straße treiben solle, damit der Motorradfahrer ausgebremst werde, fragte sich indes Kurt-Dietrich Neuhaus (CDU). Es sei ärgerlich, dass sich an dieser Stelle nichts ändere.
Sascha Gerhardt (FDP) bat darum, die zuständigen Vertreter des Kreises in den Ausschuss einzuladen. Martine Hesse (CDU) überlegte indes: „Wir kommen mit dem Kreis nicht weiter, vielleicht sollten wir die Straße einfach übernehmen.“ Diese Idee aber konnte Michael Brosch zügig wieder ad acta legen, wusste er doch, dass eine stadteigene Straße dennoch bei der Beschilderung vom Kreis reglementiert werden könne.
Bürgermeister Brosch verblieb mit den Mitgliedern des Hauptausschusses so, dass er den Fall einmal mehr dem Landrat vorlegen wolle.










