Bei dem Pressetermin informierten vor allem Lüdenscheids Bürgermeister Sebastin Wagemeyer in seiner Funktion als „Brückenbauer“ und Dr. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer, Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. (VVWL), über die konkret gefassten Maßnahmen, um den „Verkehr aus der Stadt“ zu bekommen.
Laut Wagemeyer gelte seit dem 25. Oktober, dass aktive Bürger, Logistikunternehmen aus der Region und der VVWL Hand in Hand agieren. Ziel des Gesprächs sei es gewesen, gemeinsam Lösungen zu finden, um „nachhaltig möglichst viel Transit-Schwerlastverkehr in der Stadt und im Märkischen Kreis zu reduzieren“.
Die politischen Versäumnisse wurden angeprangert und erneut darauf hingewiesen, dass die Anlieger an den Umfahrungsrouten große Nachteile erleiden. Deshalb haben „eine schnelle Fertigstellung und weitere Beschleunigungen der Planungs- und Bauzeit für die Ersatzbrücke sowie eine effiziente Baustellenkoordination aller Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalstraßen in der Region angesichts der gemeinsamen Betroffenheit und massiven Belastungen unverändert höchste Priorität. Ziel- und Quellverkehre in bzw. aus der Region sind zur Aufrechterhaltung der Wirtschaftsregion und der Arbeitsplätze in der Region unverändert erforderlich.“
Ein weiteres Ergebnis: Seitens des „VVWL wird erneut über dessen eigenen Kanäle und die Kanäle weiterer Logistikverbände darüber informieren, wie dramatisch die Lage in Lüdenscheid und im Märkischen Kreis war und immer noch ist.“ Dies soll dazu führen, dass „in Zukunft Lüdenscheid und den Märkischen Kreis mit Transit-Schwerlastverkehr (Transit von / nach Destinationen außerhalb Südwestfalen) gemieden wird“.
Der VVWL und die Unternehmer rufen zusätzliche Logistikunternehmen aus der Region Südwestfalen dazu auf, auf Lkw ihrer Flotten, Folien-Plakate anzubringen, mit der Botschaft “Lüdenscheid und die Region umfahren!”
Die Folien-Plakate auf den Lkw erweitern die Informationskampagne, die in der Stadt bereits gestartet wurde. Ziel der Kampagne: aktiv über die vorhandenen Umleitungsstrecken informieren. Denn „nur wer weiß, dass es Umleitungsstrecken über Köln oder Kassel gibt, kann sich für eine Umleitungsstrecke entscheiden“, so Wagemeyer weiter. „Unsere Informationskampagne wird zusätzlich durch die Autobahn GmbH unterstützt.“ Es soll zukünftig entlang der Autobahnen, an Park und Rastplätzen mehrsprachig dafür geworben werden, den Märkischen Kreis weiträumig zu umfahren und die Umleitungsstrecken zu nutzen.
Außerdem: Man will „mit vereinten Kräften darauf drängen, dass die entsprechenden Navigationssysteme die großräumigen Umfahrungen (über Köln und Kassel) priorisieren, die realen Durchfahrtzeiten der Umfahrung durch Lüdenscheid abbilden und Lüdenscheid somit als Transitstrecke so schnell wie möglich aus der Berechnung von Routen entfernen. Hier würden bereits Gespräche auf Bundesebene geführt und man werde auf die Dienstleister der Navigationssysteme zugehen.
Und schließlich: In Zukunft sollen gemeinsame Maßnahmen besser koordiniert und abgesprochen werden. Denn: „gemeinsames Handeln jenseits von Schuldzuweisungen, gegenseitigen Unterstellungen oder Vorwürfen“ sei zweckmäßig und notwendig.
Wie Wagemeyer wies auch Dr. Kösters darauf hin, dass das Gespräch Ende Oktober ein konstruktiver Austausch und die Atmosphäre keine konfrontative gewesen sei, da man gemeinsame Ziele verfolge, wie etwa das Interesse, „zügiger und besser auf den Umleitungsstrecken zu fahren und die Situation der Menschen vor Ort zu verbessern“.
Dr. Kösters erkannte, dass zweifellos die Anlieger am stärksten betroffen seien. „Das menschliche Leid bewegt uns sehr und wir werden als Branche im Rahmen der Möglichkeiten alles tun, um die Situation zu verbessern“, betonte Kösters. An die Beschleunigung zu appellieren sei oberstes Gebot und auch „möglichst viel Transitverkehr umzuleiten“ müsse gefordert werden. „Ganz verschwinden werden die Lkw nicht“, wusste Kösters, da von den etwa 6000 Lkw über 3,5 Tonnen nur die Hälfte Transitverkehr sei.
Auf die Frage, ob es nicht möglich wäre, zumindest die erhöhten Mautkosten, die durch die Umleitungsstrecken für Speditionen entstehen, zu erlassen bzw. insgesamt entlastende Mautkosten aufzufangen, entgegnete Sebastian Wagemeyer, dass diesbezüglich bereits Gespräche mit der Politik stattfänden.
Sebastian Wagemeyer variierte zum Abschluss einen allseits bekannten Spruch und meinte: „Jeder Lkw, der hier nicht durchfährt, ist ein guter Lkw“.








