Der mit Abstand am meisten diskutierte Punkt des Abends war das kulturelle Angebot der Gemeinde. Hierbei ging es nicht nur um vergangene Veranstaltungen wie „Musik verbindet„, sondern vor allem darum, dass in der Gemeinde zu wenig kulturelle Angebote stattfinden. Besonders die Gastronomen Christian Breddermann (Breddermanncafé) und Jochen Bernsdorf (Hotel zur Post / Haus Glörtal) wünschten sich von der Gemeinde mehr Unterstützung.
Beide haben in der Vergangenheit Veranstaltungen gemeinsam mit der Gemeinde planen wollen, jedoch sei es nie über die Planungsphase hinaus gegangen. „Risiko geht im Rathaus nicht“, erklärte Breddermann, der sich mehr Mut und Risikobereitschaft von der Gemeinde wünschte. Er hoffe zum Beispiel weiterhin auf ein Familienfest im Schalksmühler Ortskern – nach dem Vorbild des stets gut besuchten Halveraner Herbstes. Auch der Vorsitzende der UWG Schalksmühle, Roman Bossart, pflichtete den beiden bei: „Die Gemeinde muss freizügiger agieren, wenn es um solche Themen geht.“ Den beiden Gastronomen ist aufgefallen, dass die Gemeinde selbst kaum etwas mit den Veranstaltungen in der Gemeinde zu tun hat. Oftmals seien diese erst durch verschiedene Vereine möglich geworden. „Das Vereinsleben hier in Schalksmühle ist großartig“, lobte Bernsdorf die engagierten Mitglieder.
Wunsch nach kurzfristig organisierten Veranstaltungen
Ortwin Schmidt sprang als Vorsitzender des SGV Dahlerbrück für die Gemeinde in die Bresche: „Ich bekomme von der Politik bei jeder Problematik Hilfe“. Sein Sohn Tobias pflichtete ihm mit seinen Erfahrungen als Rotkreuzleiter des DRK Schalksmühle bei: „Die Gemeinde ist bei etablierten Vereinen sehr engagiert, diese zu unterstützen.“ Er motivierte Bernsdorf und Breddermann, sich weiterhin zu engagieren. Denn das Kulturcafé, so stellte Breddermann im Laufe der Veranstaltung fest, hat sich bereits etabliert. Breddermann möchte gerne kurzfristiger als die Gemeinde planen und auch im kommenden Jahr Veranstaltungen anbieten. Er habe das Gefühl, dass die Verantwortlichen im Rathaus eher langfristig, gefühlt auf „Zehn-Jahres-Sicht“, planen.
Dieses Gefühl hatten auch andere Anwesende mit weiteren Themen. Neben den Veranstaltungen als größter Punkt des von Roman Bossart moderierten Abends kamen noch weitere Themen auf den Tisch. Unter ihnen zum Beispiel der Volmetal-Radweg, der ebenfalls seit mehr als zehn Jahren in der Gemeinde und dem angrenzenden Volmetal Thema ist. Er wurde 2013 als eins der größten Projekte im Rahmen der Regionale vorangetrieben, Fortschritt sei jedoch kaum zu erkennen. Teilweise sind es schwierige Verhandlungen mit Grundstückseigentümern bzw. mit der Bahn oder auch der stark zunehmende Verkehr auf der B54 im Zuge der A45-Sperrung. Andere Radverkehrskonzepte in Schalksmühle seien bereits weiter entwickelt, so wurden zum Beispiel an mehreren Stellen in der Gemeinde im Rahmen der Regionale Rad- und Wanderwegschilder aufgestellt. Hier wurde von Anwesenden jedoch nicht nur die strategisch schlechte Positionierung bemängelt, sondern auch die „dilettantische Arbeitsweise“. Die Schilder stünden nicht gerade im Boden, sondern hingen „krumm und schief“ an den Pfosten, lautete die Kritik der Schalksmühler.
Diskussion um Schrottplatz
Ein weiterer Gesprächspunkt des Abends war der Schrottplatz an der Hälverstraße. Hier hätten Anwohner immer wieder beobachtet, dass Betriebsmittel von Autos auslaufen und teilweise drohen, in die nahe gelegene Hälver zu fließen. „Das ist ein wichtiges Thema und da müssen wir unbedingt dran bleiben“, waren sich Bossart und seine Parteikollegen sicher – nicht nur bei diesem speziellen Ort, sondern auch generell beim Thema Vermüllung in der Gemeinde. In den etwa zweieinhalb Stunden intensiver Gespräche bedankte sich Bossart für die vielen Themen, die von außen an die UWG-Mitglieder herangetragen wurden. „Leider haben wir zu viele Veranstaltungen, bei denen wir zwar unter uns sitzen, aber in denen uns solche Themen von außen nicht erreichen“, stellte er fest. Er freut sich daher auf kommende Veranstaltungen der Reihe „UWG Aktuell“ und hofft weiterhin auf rege Beteiligung. Die UWG möchte den Stammtisch in Zukunft regelmäßig in einem Rythmus von vier bis sechs Wochen anbieten.










