Wie Dr. Sabine Wallmann (UWG), Matthias Clever (Grüne) und Marvin Schüle (CDU) auf Anfrage der Redaktion am Mittwochnachmittag bestätigten, warteten sie bislang auf die Übersendung zusätzlicher Unterlagen aus dem Rathaus. Eine Antwort von Sascha Gerhardt (FDP) steht noch aus. Martin Kastner (SPD) hat es nicht so eilig: Er gehe davon aus, dass die Unterlagen bis zur noch nicht terminierten Sonderratssitzung vorgelegt werden. Dazu zählen – wie berichtet – der Nachweis der erstatteten Strafanzeige samt Datum, der Mail- und Schriftverkehr zwischen Stadt und Kreis sowie der vollständige Geschehensablauf.
„Wir wollen da hinterher gehen und uns nicht länger auf die Wartebank schieben lassen“, sagte Wallmann im Gespräch mit LokalDirekt. Noch in der Ratssitzung hatte Michael Brosch auf die Nachfrage der Ratsmitglieder versichert, die Unterlagen „ohne Probleme zeitnah“ zu übermitteln. Er wolle Einblicke gerne gewähren.
Kristian Hamm (UWG) legte am Montagabend einmal mehr den Fokus auf die Strafanzeige. „Uns wurde im Hauptausschuss die fortlaufende Dokumentation – inklusive Strafanzeige mit Eingangsstempel – für die heutige Ratssitzung versprochen.“ Das wurde, bemerkte Hamm, jedoch nicht im Protokoll der Hauptausschusssitzung erfasst. „Mir fehlen Unterlagen.“
Dr. Sabine Wallmann bemängelte zudem, dass die von der Verwaltung vorgelegte Chronologie erst am 9. Februar 2023 beginnt. „Doch wann ist das Material auf die Fläche gekommen?“ Brosch an Bauamtsleiter Michael Schmidt: „Haben wir dazu Informationen?“ Schmidt: „Wir kennen das Datum nicht. Wir sind sensibel für das Thema geworden, als wir im Frühjahr aufgefordert wurden, das Material zu entfernen. Ich dachte, das sei die Zuständigkeit von Lidl. Aber wenn man das recherchiert, muss man davon ausgehen, dass das im Herbst letzten Jahres, wenn nicht schon eher, dort abgeladen wurde.“
Schmidts Aussagen bestätigte sodann Florian Schlepps (SPD), der im Herbst 2022 als Anwohner reges Lkw-Treiben auf dem Gelände beobachten konnte. Damals habe es auch eine Klage wegen Lärmbelästigung gegeben, erinnerte sich Martina Hesse (CDU). Daraufhin Brosch: „Das ist das, was die Staatsanwaltschaft in Zukunft machen wird; Menschen befragen; das erhoffe ich mir von der Strafanzeige.“
Bislang ebenfalls unbeantwortet blieb eine redaktionelle Anfrage von LokalDirekt an den Bürgermeister. Er teilte in einer E-Mail lediglich mit, er wolle inhaltlich darauf zurückkommen, sobald es „zeitlich hier möglich ist“.









