Die Polizei muss noch viele Puzzleteile zusammensetzen, um den Unfallhergang restlos aufzuklären. So, wie die Sachlage aktuell aussieht, wird der 43 Jahre alte Meinerzhagener mit weiteren Folgen – abseits seiner Verletzungen – rechnen müssen. Seine Version des Geschehens überzeugt die Polizei nicht.

Gegen 23 Uhr war der Mann auf einem 50-Kubik-Motorroller von Halver in Richtung Anschlag unterwegs, als Anwohner einen lauten Knall hörten. Sie eilten zur Unfallstelle und fanden den Mann schwerverletzt auf dem Asphalt liegend vor. Der Roller war hinter einen an der Straße abgestellten Abrollcontainer gerutscht. Sofort wurden Rettungswagen, Notarzt und Polizei alarmiert. Kurz darauf auch die Feuerwehr, um die Einsatzstelle abzusichern. Der Schwerverletzte war ansprechbar und erklärte gegenüber der Feuerwehr, er sei angefahren worden. Zu dem angeblichen Unfallverursacher konnte er allerdings keine Angaben machen.
Verunfallter ist polizeibekannt
Die Polizei sah sich mit einem Spurenbild konfrontiert, dass keinerlei Hinweise auf einen weiteren Unfallbeteiligten ergab. Erst recht keinen, der den Unfall verursacht haben könnte. Und der 43-jährige Rollerfahrer war obendrein stark alkoholisiert.

Die Beamten vermuten, dass er von der Halveraner Kirmes nach Hause fahren wollte. Relevant ist dieser Punkt allerdings wohl kaum. Als komplexer entpuppte sich die Halterfeststellung. Möglicherweise gehört das Leichtkraftrad einem Freund des Verunfallten. Beide seien polizeibekannt und nicht zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Unklar ist auch, welches Versicherungskennzeichen am Roller hing, denn die Beamten fanden gleich zwei. Gültig waren allerdings beide nicht mehr.
Verletztem wird Blutprobe entnommen
Nach eingehender Untersuchung im Rettungswagen wurde der Meinerzhagener unter Begleitung eines Notarztes ins Lüdenscheider Klinikum gefahren. Dort wird ihm auch eine Blutprobe entnommen. Sofern vorhanden, wird auch der Führerschein sichergestellt, wie auch der erheblich beschädigte Roller. Ob dieser noch repariert werden kann, ist fraglich.
Aufgrund der unklaren Situation ist die Halveraner Feuerwehr gleich mit Kräften zweier Einheiten ausgerückt: Sowohl vom Löschzug Stadtmitte als auch vom LZ Bommert. Letztere konnten relativ früh wieder einrücken. Vom LZ 1 wurde im Laufe des Einsatzes aber auch noch eine Drohne mit Wärmebildkamera angefordert, um sicherzustellen, dass nicht doch noch eine weitere Person in den Unfall verwickelt war und nun Hilfe benötigt. Ausserdem musste die Feuerwehr die üblichen Arbeiten zur Absicherung der Einsatzstelle durchführen. Bei der roten Flüssigkeit auf der Straße handelte es sich entgegen optischer Eindrücke um ausgelaufenes Motoröl.









