Seit 29 Jahren setzen sich die Mitglieder des Vereins ehrenamtlich überall dort ein, wo familiäre und auch professionelle Hilfe manchmal an ihre Grenzen stößt: Angefangen beim Auswechseln kaputter Glühbirnen und Reparieren verstopfter Wasserhähne, über leichte Gartenarbeit bis hin zu Fahrbegleitungen zu Arztterminen.
209 Hilfs- und Fahrdienste
In Summe hatten sich vergangenes Jahr 209 Mal Breckerfelder Senioren an die helfenden Senioren in Breckerfeld gewendet: „Dabei waren Fahrten zu Ärzten und Fachärzten in der näheren Umgebung so stark nachgefragt wie nie zuvor, wir haben hier insgesamt 6058 Kilometer mit unseren Privatautos zurückgelegt“, sagte Placidus. Zeitlich seien die 18 aktiven Mitglieder, von denen acht mittlerweile selbst über 80 Jahre alt sind, da manchmal fast an ihre Grenzen gestoßen.

Er hoffe, dass der Einsatzbereich zukünftig wieder abwechslungsreicher werde: „Wir verstehen uns ja nicht als Taxiunternehmen, sondern viele von uns haben handwerkliches Geschick und übernehmen gerne auch kleinere Reparaturen im Haushalt“, so Placidus. Auch wer Unterstützung beim wöchentlichen Einkauf oder der Entsorgung von Altglas und -papier brauche könne sich melden. „Wir Senioren helfen in Alltagssituationen, die anderen Senioren mittlerweile schwer fallen“, sagte der Vorsitzende und betonte: „Alle unsere Dienste sind kostenlos.“
Spenden an den Verein kommen auch der Allgemeinheit zugute
Im Namen des Vereins dankte Placidus allen, die „Senioren helfen Senioren“ im vergangenen Jahr mit Spenden bedacht haben: „Als Beispiel nenne ich hier die Zuwendung, die uns nach dem Ableben unseres Gründungsmitglieds Dr. Jorg Saga erreicht hat.“ Dessen Angehörige hatten statt Blumen und Kränzen zur Beisetzung des Verstorbenen um eine Spende an den Verein gebeten. „Dank dieser und weiterer Unterstützung konnten wir einen Defibrillator für das Altenzentrum anschaffen und vier Bänke kaufen, die von städtischen Angestellten im Ort aufgestellt wurden.“
Placidus lobte sowohl die Unterstützung seitens der Stadtverwaltung, aber auch die der Kirchen, Parteien, Geschäftsleute und Bewohner der Hansestadt: „Nicht zu vergessen Ulla Jakobs, die als Koordinatorin des Projekts ‚Gesund in Breckerfeld‘ die Vernetzung unserer Senioren im Ort untereinander fördert.“ Genau wie ihr läge es auch seinem Verein am Herzen, ältere und hilfsbedürftige Mitbürger dabei zu unterstützen, möglichst lange im gewohnten Umfeld zu verbleiben und am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben zu können.
Großes Lob von Verwaltung und Kirchen
Der Einladung zur Jahresdienstbesprechung gefolgt waren neben Bürgermeister André Dahlhaus, der den helfenden Senioren im Namen der Hansestadt seinen Dank aussprach, auch zahlreiche Vertreter kirchlicher oder fördernder Institutionen.
Der stellvertretende Landrat Walter Faupel bezeichnete seine Anwesenheit als Pflichttermin: „Denn Sie und Ihr ehrenamtliches Engagement sind es wert, dass ich Ihnen, auch im Namen unseres Landrates Olaf Schade, persönlich meinen Dank und Respekt ausspreche.“
Wichtige Ergänzung zu Familie und ambulanter Pflege
Breckerfelds Ehrenbürgermeister Klaus Baumann ergänzte in seiner Funktion als Vorsitzender des Förderkreises des Kirchlichen Pflegedienstes, auch er wisse um die wichtige und wertvolle Arbeit, die der Verein für die Senioren in der Hansestadt leiste: „Sie springen ein, wenn ambulante Pflegedienste formell nicht zuständig oder Familienangehörige verhindert sind.“
Kirchen bieten Unterstützung an
Frank Höller, Gemeindevorsteher der Neuapostolischen Kirchengemeinde in Breckerfeld, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass man sich gerade in kleineren Orten wie Breckerfeld untereinander helfen müsse: „Und der Verein ‚Senioren helfen Senioren‘ redet nicht nur, er macht!“ Wie Diakon Stefan Hegerich von der katholischen Kirchengemeinde bot auch Höller an, der Verein könne sich gerne an ihn wenden, falls Unterstützung benötigt werde.
Abschließend appellierte Gunter Urban, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, mit einem Zitat aus der ‚Bergpredigt‘ an die Vereinsmitglieder: „Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel, sondern leuchtet. Macht das, was ihr macht, weiterhin mit einem Lächeln, denn damit bringt ihr Licht in die Herzen derer, denen ihr helft.“










