Noch im Februar waren Trinkbrunnen in Schalksmühle politisch umstritten. Sieben Monate später hat sich das Bild gewandelt: Inzwischen findet das Vorhaben breite Zustimmung – auch bei den damaligen Kritikern.

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Verwaltung prüft Trinkbrunnen – Ausschuss stimmt mehrheitlich zu

Die Pläne für öffentliche Trinkbrunnen in Schalksmühle werden konkreter. Die Verwaltung holt derzeit Angebote für verschiedene Modelle ein und prüft, welche davon förderfähig sind. Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Umwelt- und Klimaschutz stimmte dem Antrag der SPD am Montag, 7. September, mehrheitlich bei einer Gegenstimme zu. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat.

Bei einer möglichen Förderung in Höhe von 80 Prozent könnte nach Vorstellung der SPD zunächst im Volmepark ein Pilotprojekt entstehen. „Wir halten weiter an dem Antrag fest, weil wir die Trinkbrunnen für absolut sinnvoll halten“, erklärte Marc Fürst (SPD). Werden die Trinkbrunnen von den Bürgern gut angenommen, könnten nach Vorstellung der SPD später weitere auf dem Rathausplatz folgen.

Wasserspender für das Rathaus geplant

Sigrid Pomaska (Bündnis 90/Die Grünen) meldete sich zu Wort und betonte, dass sie Trinkbrunnen auch auf dem Rathausplatz für sinnvoll hielte. Dieses Vorhaben, so führte Ralf Bechtel aus, sei jedoch nicht so leicht umzusetzen. "Wir können hierfür kein Wasser aus der Außenwand des Rathauses entnehmen, weil dort keine Leitungen vorhanden sind."

Bürgermeister Christian Breddermann ergänzte daraufhin, dass die Anschaffung von zwei Wasserspendern geplant sei. Einer davon soll den Mitarbeitern der Verwaltung zur Verfügung gestellt werden, ein weiterer soll einen Platz im Foyer finden - und dort auch den Bürgern zur Verfügung stehen.

Von der Diskussion zur breiten Zustimmung

Über den Antrag wurde bereits rege und teils kontrovers diskutiert. Während die Grünen den Antrag der SPD von Beginn an unterstützten, bezeichnete Jörg Weber (CDU) das Vorhaben seinerzeit als "Luxusprojekt." Und auch aus der UWG gab es Gegenstimmen: "Ich sehe die Notwendigkeit nicht. Im Ortskern sind ausreichend Geschäfte und Gastronomie vertreten, man kann praktisch überall Getränke kaufen", argumentierte Olaf Gläser. Sein Fraktionskollege Volker Quinkert pflichtete ihm bei und schlug anstelle der Trinkbrunnen die Anschaffung von Wasserspendern für das Rathausfoyer vor.

Kurswechsel bei der UWG

In den vergangenen Monaten hat sich der politische Kurs jedoch geändert. Im Juni reichte die UWG einen Hitzeschutzantrag ein. Bestandteil des Antrags sind neben verschiedenen Beschattungsmaßnahmen und einem Baum auf dem Platz gegenüber dem Hotel zur Post auch Trinkbrunnen im Ortskern.

Den Widerspruch zur Position aus dem Frühjahr hatte die UWG bereits bei der Vorstellung ihres Hitzeschutzantrags eingeräumt. "Es ist nie zu spät, seine Meinung zu ändern", erklärte der Vorsitzende Roman Bossart seinerzeit gegenüber LokalDirekt. Fraktionsvorsitzender Klaus Nelius verwies vor allem auf die damalige Kostendiskussion. Inzwischen sei jedoch seines Erachtens der richtige Zeitpunkt gekommen, die SPD "mit ins Boot zu holen."

Auch CDU stimmt inzwischen zu

Auch bei der CDU hat sich die Haltung geändert. Jörg Weber, der die Trinkbrunnen im Februar noch als „Luxusprojekt“ bezeichnet hatte, erklärte nun, dass seine Fraktion dem Antrag unter diesen Voraussetzungen zustimme. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass kurzfristig auch über weitere Hitzeschutzmaßnahmen wie Beschattungen entschieden werden solle.