„Die Atmosphäre zwischen CDU und Grünen ist in NRW ganz anders als im Bund“, betonte Schick. Er könne verstehen, dass die ewigen Streitereien auf Bundesebene die Bürger und Wähler frustriere. Auf Landesebene laufe die Arbeit jedoch gut und in vielen Bereichen sogar besser als erwartet. „Man hätte sicherlich nie gedacht, dass wir uns in Sachen Windenergie mal einigen können – doch es scheint als wären wir auf einem richtig guten Weg. Das ist ein Beispiel, wie total gegensätzliche Ansichten am Ende zu einer sehr guten Lösung führen können“, berichtete Thorsten Schick. Die Grünen setzten in diesem Thema vor allem auf Artenschutz, die Christdemokraten auf Bürgerschutz. Kontroverser hätte eine Debatte nicht führen können. Schick: „Jetzt machen beide Zugeständnisse und es wird gut. Denn unumstritten ist, dass wir erneuerbare Energien brauchen.“
Im Mittelpunkt des Abends stand natürlich die Verkehrssituation. Der Fraktionsvorsitzende fand klare Worte: „Die Region hat eine besondere Bedeutung für NRW. Wir erleiden durch die Sperrungen hier einen massiven Wohlstandsverlust. Südwestfalen war immer das Kraftzentrum von NRW. Aus der Region wurde in einem hohen Maße eingezahlt, damit die Sozialsysteme funktionieren. Geht das so weiter, wird das zusammenbrechen“, mahnte Schick. Daher setze er sich persönlich immer wieder für die Region ein. Ihm sei es wichtig, dass sich Entscheidungsträger vor Ort ein Bild machen.

In diesem Zuge müsse auch immer wieder über Digitalisierung gesprochen werden. Es gebe noch zu viele weiße Flecken. „Es ist wichtig, dass die Bürger diese melden. Oft sind die gar nicht auf den Karten der Netzbetreiber“, appellierte Schick an die Anwesenden. Denn es komme vor, dass genug in die Leitungen eingespeist würde, durch besondere Nutzer aber mehr als gewöhnlich gebraucht werde und für die Bürger nichts mehr übrig sei. „Das gleiche gilt für das Mobilnetz. Dass das lebensgefährlich werden kann, haben wir ja jüngst erlebt“, mahnte Schick und spielte damit auf einen Unfall im Lennetal an, bei dem eine verletzte Fahrerin nach einem Unfall erst weit laufen musste, um Hilfe zu holen, da sie keinen Handyempfang hatte, um den Notruf zu wählen.
Zufrieden zeigte sich Thorsten Schick mit der Entwicklung im Bereich inneren Sicherheit. In diesem Jahr gibt es 3000 neue Polizeianwärter und auch in die Ausrüstung sei investiert worden. „Es geht dabei nicht nur um die Zahl der Köpfe, sondern auch darum, Schwerpunkte zu setzen“, sagte Schick. Einer liege daher nun auf der Internetkriminalität. Es gebe große Anstrengungen in diesem Bereich weitere Fortschritte zu machen. Dafür werde nicht nur auf den Menschen gesetzt, sondern auch immer mehr auf künstliche Intelligenz, die unter anderem im Darknet eingesetzt wird. „Wir dürfen einfach keine kriminellen Parallelwelten mehr dulden – weder real noch virtuell“, betonte der Landespolitiker.
Die Nachrodt-Wiblingwerder nutzten die Chance auch für einige kritische Fragen. CDU-Ratsfrau Tanja Edelhoff erkundigte sich beispielsweise, warum es nicht möglich sei, erst einmal vorhandene Flächen zur Gewinnung von Energie zu nutzen. „In anderen Ländern ist es beispielsweise üblich, Parkplätze mit Photovoltaik zu überdachen. So ist der Platz genutzt, man kommt trocken in den Supermarkt und es wird keine neue Fläche unbrauchbar“, erklärte die Nachrodt-Wiblingwerderin. Iris Krutz brachte derweil ein Tempolimit ins Gespräch, um CO2 zu sparen. Noch bis in den späten Abend hinein wurde über politische Themen diskutiert.









