Die Wiederansiedlung des Wolfs stellt die Weidetierhalter vor neue Herausforderungen. Das Herdenschutzteam der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat daher Informationen zum Thema Herdenschutz zusammengesellt. Grundsätzlich lasse sich nach bisherigen Erfahrungen sagen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Übergriffs deutlich gesenkt werden könne, wenn ein Wolf von Anfang an auf ausreichend geschützte Weidetiere treffe. „Dabei spielen gut stromführende und korrekt aufgebaute Weidezäune eine sehr wichtige Rolle, da sie den Wolf durch Stromschläge aktiv vergrämen können.“ Das Wort „können“ betonte Axel Lohmann noch einmal bewusst. Denn natürlich gebe es Fälle, in denen sich der Wolf davon nicht abhalten ließe.
Derzeit seien die meisten Weidezäune darauf ausgelegt, Tiere von Innen am Ausbrechen zu hindern und nicht darauf, dass Eindringen von außen zu unterbinden. „Wölfe können an nicht sachgerecht aufgebauten Zäunen lernen, wie Weidezäune zu überwinden sind. Wölfe sind schlau“, betonte der Experte und berichtete, wie an gechipten Wölfen ganz klar sichtbar wurde, wie sie aktiv nach Lösungen suchen. „Beispielsweise gab es einen Wolf, der gezielt zwei, drei Tage an der Autobahn entlang lief, bis er eine Unterführung fand, um die Seite zu wechseln“, erzählte Lohmann.

Wer im Wolfsgebiet Märkisches Sauerland Schafe, Ziegen oder Gehegewild hält, kann ab sofort einen Antrag auf präventive Herdenschutzmaßnahmen stellen. Wichtig: Möglich ist das nur, wenn die Tiere bei der Tierseuchenkasse registriert sind. „Und Sie müssen auch wissen, dass nur die reinen Anschaffungskosten gefördert werden. Nicht die Unterhaltung oder entstehende Folgekosten“, erklärte Lohmann. Einen Antrag auf Förderung können Tierhalter bei der zuständigen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW stellen. „Um einen Antrag stellen zu können, muss zunächst eine Unternehmernummer bei der Kreisstelle beantragt werden“, betonte der Experte.
Grundsätzlich seien Elektrozäune eine der effektivsten Methoden, um Nutztiere vor dem Wolf zu schützen. Die drei wichtigsten Komponenten seien das Weidezaungerät, die Leiter-Materialien und die Erdung. Er erklärte auch, das ein solcher Zaun mindestens sechs Litzen haben muss, eine gewisse Stromleistung sicherstellen muss und überall bestimmte Höhen bestehen müssen. Nur wenn alles fachgerecht ausgeführt ist, gibt es im Schadensfall eine Erstattung. Die anwesenden Landwirte waren sich jedoch einig, dass das auf den großen Flächen und der teils schwierigen Topografie mit vielen Steilhängen schlicht nicht umzusetzen ist.









