Im Seniorenheim „Zur letzten Oase“ wird gestritten, getanzt und ermittelt — zumindest auf der Theaterbühne. Die VHS-Gruppe „Zeus & Consorten“ probt derzeit intensiv für ihre neue Komödie „Die Sache mit dem Apfelbäumchen“, die am Samstag, 21. Februar, Premiere feiert.

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Jeder wird eingeplant

Irmgard (Jutta Niggemann) strickt an einer langen roten Bordüre. „Der rote Faden des Stücks“, schmunzelt sie auf ihrem Rollator sitzend. Der rote Faden sind die Veränderungen im Seniorenheim „Zur letzten Oase“. Geprobt wird für „Die Sache mit dem Apfelbäumchen“. In dem neuen Stück der VHS-Theatergruppe „Zeus & Consorten“ geht es um gravierende Veränderungen in dem Altenheim und den Blick nach vorn.

Martina Schnerr-Bille hat auch dieses Stück selbst geschrieben, dabei „aber die Leute im Hinterstübchen“ gehabt. 20 Akteure zählt die Theatergruppe, jeder wird eingeplant. Die Altersspanne reicht von 13 bis 73 Jahre. Luise (13) ist neu dabei. Auch für sie hat die Autorin und Regisseurin gleich eine Rolle vorgesehen.

Die Altersspanne der Akteure reicht von 13 bis 73 Jahre.
Foto: Rüdiger Kahlke | LokalDirekt

Proben seit Jahresbeginn

Seit Jahresbeginn laufen die intensiven Proben im PZ der Gesamtschule. Martina Schnerr-Bille sitzt am Tisch vor der Bühne: „Wir fangen mit der Küchenszene an“, sagt sie. Auf der Bühne verteidigt die Köchin ihren Kurs. Die Kolleginnen versuchen sie zu überzeugen, dass ihr Credo „da Würze rein mit Salz und Maggi“ nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Dass Essen „als Sex des Alters“ auch vielfältiger und leichter sein kann. Martina Schnerr-Bille korrigiert, gibt Tipps, lauter und deutlicher zu sprechen, sich dem Publikum zuzuwenden. Der Zivi soll nicht so belehrend wirken.

Autorin und Regisseurin Martina Schnerr-Bille korrigiert die Laienschauspieler bei den Proben.
Foto: Rüdiger Kahlke | LokalDirekt

Und: es gilt es noch Rücksicht zu nehmen auf Belange der Akteure. Die agieren alle ehrenamtlich. Daher hat sie die Küchenszene vorgezogen. Einige Akteure stehen unter Zeitdruck. Sie können nach der Szene früher gehen. Ansonsten wird von 19 bis 22 Uhr geprobt.

Fünf Aufführungen geplant

Premiere ist am 21. Februar im PZ der Gesamtschule. Fünf Aufführungen sind in Kierspe und den Nachbar-Kommunen geplant. Die neue Komödie spielt im Seniorenheim „Zur letzten Oase“ — wo dasLeben alles andere als langweilig ist. „Zwischen Demenz und Detektivspielen, zwischen verlorenen Gebissen und wilden Line-Dance-Einlagen erfindet sich der Alltag immer wieder neu. Mal rührend, mal turbulent, oft urkomisch: Diese Theater-Komödie zeigt mit viel Witz und Herz, wie bunt das Leben im Miteinander auch im Alter sein kann — und dass Langeweile hier garantiert keinen Platz hat.“, heißt es auf Zeus-Homepage.

2027 ist Jubiläumsjahr

Der turbulente Alltag im Altenheim ist bereits das 18. Stück, das Schnerr-Bille mit ihrem Team auf die Bühne bringt. 2008 haben sie angefangen. Während der Corona-Pandemie gab es ein Jahr Pause, erzwungenermaßen. 2027 ist Jubiläum – dann wollen sie ihr 20. Stück auf die Bühne bringen.

Einen Plot gibt es noch nicht. „Ich verbiete mir den Gedanken daran, etwas Besonderes zu machen“, sagt Martina Schnerr-Bille bestimmt. Ob das so stimmt? Zweifel, dass ihr etwas einfallen wird, sind jedenfalls nicht angebracht. Und es wird wohl wieder ein eigenes Stück werden.

Thomas Bille steuert im Hintergrund die Technik.
Foto: Rüdiger Kahlke | LokalDirekt

„Für große Gruppen gibt es kaum schöne Stücke“, sagt die Theater-Chefin. Der bisherige Selfmade-Erfolg gibt ihr recht. „Zeus & Consorten“ sind eine feste Größe in der Volmetaler Kulturszene. Und eine, die auch darunter leidet, dass die Stadthalle Meinerzhagen schon seit Sommer vorigen Jahres nicht mehr zur Verfügung steht. Ausweichorte mit freien Terminen sind rar. So mussten auch die Termine für das „Apfelbäumchen“ vorgezogen werden.

Wer dem derzeitigen närrischen Treiben nichts abgewinnen kann, kann sich nach Aschermittwoch so bei und mit „Zeus & Consorten“ auf einen amüsanten Abend freuen.

Termine:

  • Samstag, 21. Februar: Pädagogisches Zentrum der Gesamtschule Kierspe
  • Mittwoch, 4. März: Evangelisches Gymnasium Meinerzhagen,
  • Montag, 9. März: Anne-Frank-Gymnasium Halver,
  • Mittwoch, 18. März: Kulturort 8-Giebel Schalksmühle,
  • Sonntag, 22. März: Historische Brennerei Rönsahl (Benefiz-Veranstaltung).

Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Eintritt:10 Euro

Ensemble: Anette Klingelhöfer, Elsbeth Venohr, Hiltrud Hesterberg, Kerstin Geck-Bonner, Jutta Niggemann, Simone Lehmann, Helga Arnold, Brigitte Peròn, Heike Mammen, Robin Schulte, NinaHaber, Felicitas Joormann, Antje Mottek-Plesch, Daniela Sinn, John Arnold, Daniela Steinhauer, Alina Büchmann, Elke Freyberg-Kube und Luise Werner.

Technik: Thomas Bille

Bühnenbild: Kerstin Geck-Bonner, Martina Schnerr-Bille