Einstimmig machten die Mitglieder des Kreisausschusses in ihrer jüngsten Sitzung den Weg frei für die Einführung eines gemeinsamen Telenotarzt-Systems für Südwestfalen. Die Kreisverwaltung kann jetzt eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit dem Hochsauerlandkreis, dem Kreis Olpe, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, dem Kreis Soest sowie dem Oberbergischen Kreis abschließen. Geplant ist, dass jeder der beteiligten Kreise eine Telenotarztzentrale in seiner Leitstelle einrichtet. Dafür gründen die Kreise eine Trägergemeinschaft. Das gemeinsame Telenotarzt-System soll Ende 2024 an den Start gehen.
Das Land plant die flächendeckende Einführung eines Telenotarzt-Systems in Nordrhein-Westfalen. Ein speziell ausgebildeter Notarzt kann sich demnach per Telemetrie in einen Rettungswagen am Einsatzort zuschalten, das dort tätige Rettungsdienstpersonal anleiten und unterstützen. Über die Funkverbindung können dem Telenotarzt wiederum Daten und Messwerte übermittelt werden. Der Telenotarzt hat so die Möglichkeit, einen Transport vom Einsatzort ins Krankenhaus oder die Verlegung von Notfallpatienten aus heimischen in entferntere Krankenhäuser zu begleiten. Während seiner Tätigkeit kann er bestimmte medizinische Maßnahmen oder Medikamentengaben anordnen.
„Die Einsatzzahlen in den Rettungsdiensten stagnieren auf hohem Niveau oder steigen tendenziell weiter. Gleichzeitig wird es gerade im ländlichen Raum immer schwieriger, Notärzte für den Rettungsdienst zu gewinnen. Der Telenotarzt soll den Notarzt im Einsatz zwar nicht ersetzen; allerdings können die beschriebenen Entwicklungen durch die Einführung des Telenotarztes zumindest abgefedert werden“, so die Kreisverwaltung in ihrer Sitzungsvorlage. Im Regierungsbezirk Köln gebe es bereits seit einigen Jahren ein erfolgreiches System in der Stadt Aachen, mit welchem die Kreise Euskirchen und Heinsberg kooperieren. Jetzt muss nur noch der Kreistag in der kommenden Woche zustimmen.
Dazu passt, dass die Kreisausschuss-Mitglieder „grünes Licht“ für eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung für den Leitstellenverbund der Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest, des Hochsauerlandkreises und des Märkischen Kreises gegeben und die mit dem Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung beauftragt haben. Der Kreistag hatte schon im März 2022 den Beitritt des Kreises zum bestehenden Leitstellenverbund der Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und des Hochsauerlandkreises beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Jetzt tritt auch der Kreis Soest dem Verbund bei.








