Die vorherigen Interviews befassten sich mit denen, die immer wieder unter dem Social-Media-Druck leiden, Bürgermeisterin Birgit Tupat, Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz, SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Schröder, Aykut Aggül und UWG-Vorsitzende Sonja Hammerschmidt haben in Interviews bereits offen auf Vorwürfe geantwortet. Aber natürlich gibt es auch die andere Seite, nämlich die derer, die regelmäßig eine Diskussion entfachen. Ein bekanntes Gesicht in der Facebook-Gruppe „Du bist Nachrodter…“ ist Bärbel Tollkühn-Heßler. Nicht wenige Aussagen aus den vorherigen Interviews – vor allem mit Bürgermeisterin Birgit Tupat – stammen von ihr. Über den Facebook-Massenger nahm LokalDirekt Kontakt auf und bekam innerhalb weniger Minuten Antworten und ein ausführliches Interview.
Guten Abend Frau Tollkühn-Heßler, wie Sie vielleicht wissen, bin ich Redakteurin bei LokalDirekt. Wir planen für das Wochenende eine Themenreihe zum Thema Social Media. Einen großen Raum wird dort das Thema Facebook-Kommentare einnehmen. Sie gehören zu den fleißigsten Kommentar-Schreiberinnen in der Gruppe „Du bist Nachrodter…“. Sie sind dabei durchaus offensiv und werden dafür auch nicht selten selbst angefeindet. Vielleicht hätten Sie Lust, mir für meine Berichterstattung ein paar Fragen zu beantworten? Das würde mich sehr freuen. Ich stelle Ihnen die Fragen einfach mal.
Bärbel Tollkühn-Heßler: Hallöchen. Nein, ich wusste nicht, dass Sie Redakteurin sind.
Aber ich greife keinen an, ich schreibe einfach nur meine Gedanken. Meist wird das Geschriebene (ob von mir oder anderen) falsch verstanden, weil man geschriebene Worte nicht so betonen kann, wie gesprochene. Wenn ich dann angefeindet werde, ist es eben so. Es stört mich ziemlich wenig. Man sollte die Menschen erstmal kennenlernen, bevor man sie „niedermacht“. ![]()
In der Regel greifen Sie die Verwaltung an. Hat Ihnen schonmal jemand aus Politik oder Verwaltung geantwortet?
Ob mir jemand aus Politik und Verwaltung geantwortet hat, weiß ich nicht. Vielleicht unter dem „Deckmäntelchen“ in der Gruppe. ![]()
Haben Sie selbst schon einmal versucht, Ihre Anliegen persönlich vorzubringen? Zum Beispiel den Kontakt zur Bürgermeisterin gesucht? Per E-Mail, Telefon oder vielleicht persönlich?
Ich habe noch nie meine „Anliegen“ vorgebracht, weil es, was ich schreibe, manchmal nur „fixe Ideen“ sind.
Aber genau das ist es, was Ihnen öfter vorgeworfen wird. Im Rahmen meiner Recherche fiel tatsächlich öfter Ihr Name. Ich glaube schon, dass es die Leute, die sich wirklich um die Gemeinde bemühen, trifft, wenn vieles so negativ gesehen wird. Und vielleicht manchmal sachlich auch einfach nicht korrekt ist. Sie schreiben selbst, dass es manchmal fixe Ideen sind. Haben Sie nicht das Gefühl, manchmal Leute auch zu verletzen? Würden Sie beispielsweise die Fraktionsvorsitzenden und die Bürgermeisterin auf der Straße auch so durchaus offensiv angehen? Oder macht es Facebook leichter, seinen Unmut kundzutun?
Ich greife weder irgendeine Fraktionsvorsitzende noch die Bürgermeisterin an. Und ob ich jemanden verletze? Ich denke nicht, wenn ich meine Gedanken zum Beispiel wegen der Brücke oder dem Radweg schreibe. Da sind manche Schreiber schon etwas „krasser“ drauf als ich. Mich trifft es am meisten, wenn irgendwo ein Hund oder eine Katze weggelaufen ist. Da bin ich sehr bemüht, einige Tipps zu geben
Das ist meine „weiche“ Seite. ![]()
Was treibt sie an? Sind die Diskussionen nicht anstrengend? Und wie gehen Sie mit Anfeindungen Ihnen gegenüber um?
So wirkliche Diskussionen haben bisher noch nicht stattgefunden. Ein paar Wortwechsel schon. Anstrengend ist es nicht. Manchmal amüsiere ich mich darüber, wenn behauptet wird, ich würde „meckern“ oder wäre „Missmutig“.
(Anmerkung der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, schriftliche Interviews auf Rechtschreibung und Interpunktion zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.)









