Antworten auf diese Fragen soll der Parlamentarische Untersuchungsausschuss III „Brückendesaster und Infrastrukturstau“ des Landes Nordrhein-Westfalen liefern. Die vierte Sitzung des Gremiums findet am kommenden Mittwoch, 9. August, in Lüdenscheid statt.
Um 11.30 Uhr beginnt der öffentliche Teil der Sitzung. Im Ratssaal des Rathauses wird Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer den Mitgliedern des Untersuchungsausschusses erklären, welche Folgen die Vollsperrung der A45 für die Stadt und die gesamte Region bislang gehabt hat – und welche Probleme und Herausforderungen auch zukünftig zu bewältigen sind. Mit Olaf Stelse (Kierspe) und Jan Nesselrath (Meinerzhagen) werden zwei Bürgermeister aus benachbarten Kommunen ebenfalls zu Wort kommen. Darüber hinaus nimmt auch Marco Voge als Landrat des Märkischen Kreises an dem Gespräch teil.
Anschließend geht es ebenfalls in öffentlicher Sitzung um die Situation der Unternehmen und Dienstleister: Vertreter regionaler Interessensverbände aus Wirtschaft und sozialen Bereichen sprechen ab 13.30 Uhr über die Auswirkungen der A45-Vollsperrung auf ihre Branchen. Dabei soll es auch um die Erfahrungen mit dem Lkw-Durchfahrtsverbot für den reinen Transitverkehr gehen, das die Stadt Lüdenscheid zum 10. Juni eingeführt hat.
Zu Besuch bei einem Anwohner der Umleitungsstrecke
Die darauffolgenden Tagesordnungspunkte „Beweisanträge“, „Termine und weiteres Vorgehen“ sowie „Verschiedenes“ arbeitet der Ausschuss hinter verschlossenen Türen ab. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit findet auch die Besichtigung der Baustelle an der Altenaer Straße statt, wo bis zu der Sprengung am 7. Mai die Talbrücke Rahmede stand.
Abschließend statten die Mitglieder des Gremiums einem Anwohner, der an der A45-Umleitung wohnt, noch einen Besuch ab. Jeweils ein Vertreter der „Bürgerinitiative A45 Lüdenscheid“ und des „Brückenbauer-Büros“ nehmen ebenfalls an diesem Termin teil, der um 16 Uhr beginnt. Davon verspricht sich der Ausschuss nach eigenen Angaben „einen intensiven Einblick in die Mehrbelastung (?), die durch das gesteigerte Verkehrsaufkommen auf die Bevölkerung verursacht wird“.
Ausschuss hat am 4. Mai die Arbeit aufgenommen
Auf Antrag der Landtagsfraktionen von SPD und FDP soll der Parlamentarische Untersuchungsausschuss die Vorgänge rund um die Talbrücke aufarbeiten. Vorsitzender des Gremiums, das am 4. Mai dieses Jahres gegründet wurde, ist Stefan Engstfeld. Der wertet den Vor-Ort-Termin in Lüdenscheid als „wichtiges Zeichen für die Bevölkerung von Lüdenscheid und den Märkischen Kreis“.
Denn, so heißt es in der Pressemitteilung des Ausschusses zu der Sitzung: „Anwohner und Unternehmen in der Region sind seitdem (seit Beginn der Vollsperrung der A45 am 2. Dezember 2021; Anm. d. Red.) schwer getroffen durch Lärm, Abgase sowie Dauerstau. Auch Lieferprobleme, Umsatzeinbrüche und die Abwanderung von Arbeitskräften gehören zu den Folgen der für die Region und das Land Nordrhein-Westfalen so wichtigen Sauerlandlinie.“










