Demnig macht mit den Stolpersteinen auf das Schicksal der Menschen aufmerksam, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, verschleppt, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. „Sie wurden aus der Mitte unserer Gesellschaft gerissen“, meinte Bürgermeister Ulrich Schulte. Die Stolpersteine seien Mahnung, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe, sagte er mit Blick auf aktuell erstarkende rechte Strömungen.
Etwa 60 Bürger begleiteten die Verlegung der Stolpersteine. Drei Steine wurden an der Ecke Wilhelmstraße/Neue Straße eingesetzt, zwei in der Graf-Dietrich-Straße und vier Steine an der Ecke Wilhelmstraße/Graf-Engelbert-Straße. Anschließend gab die pensionierte Stadtarchivarin Martina Wittkopp-Beine, die sich für die Stolpersteine in Plettenberg stark gemacht hatte, Einblicke in die Lebensgeschichten der jüdischen Bürger, deren Namen die Steine tragen.
Die neun am Samstag verlegten Stolpersteine erinnern an die jüdischen Bürger und ihr Schicksal: den Viehhändler Leo Hesse und seine Frau Rosa, den Kaufmann Eugen Loewenthal und seine Frau Käte, den Kaufmann Louis Loewenthal und seine Frau Emma sowie den Kaufmann Max Nussbaum, seine Frau Hedwig und ihren Sohn Alfred Gerd.
Gunter Demming hat inzwischen über 100.000 seiner Stolpersteine in über 1800 Städten in 28 Ländern verlegt. Dank einiger privater Spenden ist die Zahl in Plettenberg nun auf 22 gestiegen.
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