Kurzweilig waren die Ansprachen von Wehrleiter Dennis Wichert sowie einiger Ehrengäste. Allesamt in lockerem Plauderton gehaltene Grußworte, die über zwei Dinge nicht hinwegtäuschen sollten: Die hohe Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit der Halveraner Feuerwehr, aber auch der anderen Hilfsorganisationen. Und natürlich, dass deren Aufgaben einen mehr als ernsten Hintergrund haben. Um diese bestmöglich zu erfüllen, ist neben dem freiwilligen Engagement auch eine solide und fortschrittliche Ausstattung erforderlich. So berichtete Wichert nicht nur von Umbau beziehungsweise Neubau der beiden Gerätehäuser der Einheiten Stadtmitte und Bommert. Außerdem sollen in der nächsten Zeit fünf Feuerwehrfahrzeuge geliefert werden. Wichert: „Großer Dank geht an die Familien der Feuerwehrleute, die das große Engagement unterstützen und mittragen.“
Ähnlich klangen auch die Grußworte von Thomas Gehring, der als Fachbereichsleiter im Rathaus mit der Arbeit der Feuerwehr betraut ist.
Er überbrachte in seiner kurzgehaltenen Ansprache den Dank von Rat und Verwaltung der Stadt Halver. Auch dort sähen alle die Anforderungen, mit denen die Einsatzkräfte konfrontiert seien.
Kreisbrandmeister Michael Kling erklärte, welche Herausforderungen auf die Feuerwehren zukommen. Und keinen Zweifel daran ließ, dass diese auch bewältigt werden: „Je härter die Aufgabe ist, desto enger stehen wir zusammen und haben so die Pandemie überstanden, die Waldbrände bekämpft, das Hochwasser und Starkregen aufgehalten“.

Auch auf die Energiemangellage sei man vorbereitet. In Klings Ausführungen steckte viel Lob und Dank. Nicht nur für die Halveraner Feuerwehr, sondern auch für die Polizei, das THW und andere Hilfsorganisationen.
Dass vom Technische Hilfswerk und dem Deutsche Rote Kreuz Vertreter als Gäste zum Stadtwehrappell kamen, hat Tradition, da gerade in Halver eine enge Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen diesen Institutionen gepflegt wird.

Das ist auch nötig, denn nur so lassen sich die zukünftigen Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz bewältigen. Der Kreisbrandmeister blickte auf die Ereignisse in den vergangenen zwei Jahren zurück, vor allem auf die Konsequenzen daraus. 22 Prozent aller Brände, die im Märkischen Kreis im vergangenen Jahr bekämpft werden musste, waren Vegetationsbrände. Wie sich der Kreis auf diese Lage, die voraussichtlich nicht besser, sondern tendenziell schwieriger wird, vorbereitet, hat Michael Kling auch erklärt.
Dass nicht nur Wald- und Flächenbrände zunehmen, sondern auch Türöffnungen und Einsätze zur Unterstützung der Rettungsdienste, betrifft wie allerorts auch die Halveraner Wehr. Dazu sei es nötig, die Stärke nicht nur zu erhalten, sondern im Idealfall noch zu steigern.
Hierfür werde viel unternommen, verdeutlichte Christopher Rehnert. Erneut kam Rehnert nicht als Leiter der Lüdenscheider Wehr, sondern als stellvertretender Leiter des Kreisfeuerwehrverbandes nach Halver. Als solcher blickte er auf die Ergebnisse des Kreisleistungsnachweis im vergangenen Mai ein: „Das war eine tolle Veranstaltung – und zwei von vier Wertungen gingen nach Halver“, lobte Rehnert den Ausrichter. Und erklärte vorsorglich, dass die Halveraner Feuerwehr keinen Heimvorteil gehabt hätte: „Im Gegenteil, diese Veranstaltung zu organisieren, war eine große Mehrbelastung“, so Rehnert. Sowohl der Löschzug Stadtmitte als auch der LZ Bommert erzielten in mehreren Wertungen vorderste Platzierungen. Ebenfalls beachtenswert: Die Jugendfeuerwehr ist ebenfalls beim Kreisleistungsnachweis angetreten. Außer Wertung, allerdings hat der Nachwuchs die Aufgaben bestanden. „Mit grandioser Leistung“, so Rehnert.
Natürlich gab es beim Stadtwehrappell auch einen detaillierten Rückblick auf die Einsatzlagen im vergangenen Jahr. So waren insgesamt 264 Einsätze abzuarbeiten, an denen jeweils zwischen zehn und 67 Wehrleute beteiligt waren.
Um diese ehrenamtliche Arbeit zu würdigen, wurden verschiedene Ehrungen, aber auch Beförderungen ausgesprochen. Hervorzuheben ist dabei das Feuerwehr-Ehrenabzeichen in Bronze für Michael Kind. Dieses ist erstmalig für ein Mitglied der Halveraner Wehr, und lediglich ein weiteres Mal im Märkischen Kreis verliehen worden. Brandoberinspektor Kind erhält diese Auszeichnung unter anderem für seine 18-jährige Tätigkeit als stellvertretender Zugführer des Löschzugs Stadtmitte und seine Expertise für ABC-Gefahrenabwehr und die Rettung nach Verkehrsunfällen.
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