Die zusätzliche Woche Vorbereitung hat den SGSH Dragons nicht den erhofften Vorteil gebracht. Nach der kurzfristigen Verlegung der Auswärtspartie beim ASV Hamm-Westfalen II unterlagen die Sauerländer am Samstagabend, 3. Oktober, in der Sporthalle Löh der TSG Altenhagen-Heepen II deutlich mit 27:37 (10:15).
Während die Dragons dem Verlegungswunsch der Hammer aufgrund erheblicher Personalprobleme im Sinne des Sportsports entsprochen hatten – wohlwissend, wie sich eine solche Situation nach den eigenen Erfahrungen der vergangenen Saison anfühlt –, erwies sich die unfreiwillige Pause sportlich als Hypothek. Eine Woche mehr Trainingszeit wog den fehlenden Spiel- und Wettkampfrhythmus nicht auf. Ein persönliches Ausrufezeichen setzte dennoch Felix Jaeger: Mit einer weiteren Gala und 14 Treffern entschied der SGSH-Torjäger das Fernduell mit Hannes Krassort deutlich für sich und übernimmt mit nun drei Toren Vorsprung die Spitze der Torjägerliste.
Personell konnte das Trainerteam Jens Gawer und Philipp Jaeger wieder auf Lukas Pacek zurückgreifen, auch die Jannack-Brüder Nicolas und Luca standen zur Verfügung. Max Jaeger fehlte dagegen. Die Dragons erwischten auf der Platte zunächst den besseren Start: Max Loeher eröffnete nach knapp drei Minuten den Torreigen, Felix Jaeger erhöhte auf 2:0 (6.). Doch bereits in dieser frühen Phase deutete sich an, dass die Gäste ihrer starken bisherigen Saison nicht zufällig einen Spitzenplatz verdankten. Altenhagen-Heepen glich binnen weniger Sekunden aus, ehe Christopher Börner beim 3:3 (9.) letztmals für Gleichstand sorgte.
TSG mit 6:0-Lauf
Anschließend kippte das Momentum deutlich auf die Seite des Aufsteigers. Die offensive Deckung der TSG bereitete der SGSH zunehmend Schwierigkeiten. Vor allem Krassort begann nun, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Über 3:4 und 3:5 setzten sich die Ostwestfalen ab, ein 4:0-Lauf binnen knapp drei Minuten ließ den Rückstand schließlich auf 3:7 anwachsen. Beim 3:6 hatte Gawer bereits nach 13 Minuten zur ersten Auszeit gegriffen, doch auch danach fand seine Mannschaft zunächst keinen Zugriff. Drei weitere Treffer der Gäste bedeuteten nach einem auf 6:0 angeschwollenen Lauf das 3:9 (16.).
Torgarant Jaeger stemmte sich gegen die Entwicklung; mit einem Doppelpack verkürzte er auf 5:9 (17.). Auf der Gegenseite zeigte Krassort, warum er vor dem Spiel die Torjägerliste angeführt hatte, und erhöhte mit zwei Treffern auf 5:11. Nachdem Tim Schuwerack zum zweiten Mal für zwei Minuten auf die Bank musste, traf Jaeger zum 8:13 (24.) und wenig später zum 9:14. Maximilian Bach brachte die Dragons aus seinem Gehäuse aus auf 10:14 heran, ehe Tim Stuecken den ernüchternden 10:15-Pausenstand herstellte.
Jaeger und Krassort im Privatduell
Wer nach dem Seitenwechsel auf eine Aufholjagd hoffte, wurde allerdings schnell enttäuscht. Zwar eröffnete Julian Athanassoglou den zweiten Durchgang mit dem 11:15, näher ließ die TSG die Dragons aber nicht herankommen. Krassort und Jakob Ludwig stellten auf 11:17, und fortan entwickelte sich ein Spiel, in dem die SGSH zwar immer wieder Nadelstiche setzte, den Abstand aber nicht entscheidend verkürzen konnte. Jaeger traf zum 14:18 und 15:19, insgesamt hielten die Gäste den Vorsprung aber stabil. Erschwerend kam hinzu, dass die Dragons sich in dieser Phase selbst dezimierten. Max Loeher kassierte in der 40. Minute seine zweite Zeitstrafe und der Gast nutzte die sich bietenden Räume. Mamoudou Sidibe und Ludwig trieben das Ergebnis binnen weniger Minuten von 17:22 auf 17:25 (44.). Gawer legte erneut die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch, der Lauf der Gäste war dadurch indes nicht mehr nachhaltig zu stoppen.
Während TSG-Torjäger Krassort anschließend nicht mehr in Erscheinung trat, lief Jaeger auf der Gegenseite weiter heiß. Der SGSH-Shooter übernahm Verantwortung und hielt mit seinen Treffern dagegen, bekam aber zu wenig Unterstützung, um die Partie noch einmal kippen zu können. Nach dem 18:26 durch Jaeger zog Altenhagen-Heepen mit drei Treffern in Serie erstmals auf zehn Tore davon (18:28, 48.). Die Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt längst gefallen; trotzdem steckten die Dragons nicht auf. Tim Kobilinski, Athanassoglou, Cedric Geitmann und vor allem Jaeger sorgten dafür, dass die Hausherren offensiv bis zum Ende dagegenhielten.
Altenhagen-Heepen wirkte über weite Strecken eingespielter, fand schneller seinen Wettkampfmodus und bestrafte die Schwächephasen der SGSH konsequent. Insbesondere der 0:6-Lauf im ersten Durchgang brachte die Dragons früh auf die Verliererstraße, aus der sie trotz mehrerer kleinerer Gegenbewegungen nicht mehr herausfanden.
Vor dem Duell gegen die TSG Harsewinkel am kommenden Freitag, 9. Oktober, richten sich die Dragons damit erst einmal im Mittelfeld des Tableaus ein.
Match Facts
SGSH Dragons 27:37 TSG Altenhagen-Heepen II
SGSH Dragons: Gipperich (1), Geitmann (1), Plate, Loeher (1), Bach (1), N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou (4), Blaauw, Börner (3), F. Jaeger (14/3), Kobilinski (2)
Schiedsrichter: Felix Diebecker, Marcus Lödige. Siebenmeter: SGSH 3/3 - TSG 3/3 Zeitstrafen: SGSH 3 - TSG 4









