Dinge vermenschlichen – keine einfache Schreib- und Sprechübung für die Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Gesamtschule. Am Ende gelingt es ihnen doch. In 30 Minuten haben sie beim U20-Poetry-Workshop mit Marian Heuser beachtliche Texte zu Papier gebracht. Wenig später folgte die Probe aufs Exempel vor dem Mikrofon in der Stadtbücherei.
Melike ließ eine Tasche sprechen, Nikita ein Mikrofon, das sonst nur zuhört und Josh bot eine mitreißende und anklagende Performance als Meer, das sich von den Menschen übel behandelt fühlt und deshalb den Planeten für sich zurück erobern will. Die Texte waren als Rätsel angelegt. Da staunte auch Lehrerin Dorothee Maschmeyer. Sie begleitete die beiden Workshop-Tage als Ansprechpartnerin für schulinterne Projekte.
Immer wieder ermutigte Workshop-Leiter Marian Heuser, der Erfinder des „Word of Wordcraft“-Wettbewerbs, die Schülerinnen und Schüler, Feedback zu den Kurzvorträgen zu geben. Marian Heuser leitet die Workshops seit 2019. Er ist seit 2008 in der Slammer-Szene unterwegs und arbeitet als freier Autor und Moderator. Seit 2012 ist er in der Nachwuchsförderung tätig und hat seit 2018 einen Lehrauftrag für Poetry Slam an der Fachhochschule Dortmund inne.
Er lieferte den Nachwuchs-Slammern wertvolle Tipps für ihre Auftritte bei der Abschlussveranstaltung am 6. November im Bergstadt-Gymnasium (BGL). An dieser Veranstaltung sind auch Schülerinnen und Schüler des BGL beteiligt. Der U20 Slam beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
„Sie wollen diesmal ein echtes Battle“, verriet Rolf Scholten, Vorsitzender des Vereins der Freunde der Stadtbücherei. Der Förderverein hat den U20 Poetry Slam 2019 ins Leben gerufen und trägt ebenso wie die Bürgerstiftung der Sparkasse und der Förderverein des BGL zur Finanzierung bei. Für Rolf Scholten besitzen die Poetry-Slam-Workshops Bedeutung über die U20-Slam-Abschlussveranstaltung hinaus.
"Die Jugendlichen lernen, frei zu sprechen und sich zu präsentieren. Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Persönlichkeitsbildung", sagt der ehemalige BGL-Lehrer. Das lasse sich bei den Workshops in der Stadtbücherei gut beobachten. "Viele scheinen am ersten Tag noch ein wenig gehemmt. Am zweiten Tag treten sie dann spürbar selbstbewusster auf." Bei der Abschlussveranstaltung unterscheide sie dann nur noch wenig von den Profis.








