Der Märkische Kreis und wichtige Wirtschaftspartner aus Südwestfalen und der Region sprechen sich ausdrücklich für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten aus – und zwar schnell. Für die Industrie und viele international vernetzte Unternehmen im Märkischen Kreis und darüber hinaus in ganz Südwestfalen sei das Abkommen von „zentraler Bedeutung“.

Die Industrieregion Märkischer Kreis lebt von mittelständischen Industrie- und Zuliefererbetrieben, die weltweit auf offene Märkte, verlässliche Handelsbeziehungen und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen angewiesen sind. Das Mercosur-Abkommen bietet die Chance, neue Absatzmärkte zu erschließen und bereits bestehende Wirtschaftsbeziehungen auf eine stabile und verlässliche Grundlage zu stellen.

Zum Hintergrund: Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay wurde kürzlich unterzeichnet. Jetzt folgte aber ein Rückschlag: Das EU-Parlament lässt vom Europäischen Gerichtshof überprüfen, ob das Abkommen mit EU-Recht vereinbar ist. Eine Entscheidung, die Landrat Ralf Schwarzkopf und die Wirtschaftsverbände der Region scharf kritisieren. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es wichtig und entscheidend, Chancen zu nutzen, statt sie zu blockieren.

Südwestfalen verfüge über eine starke, industrielle Basis, hohe Innovationskraft und internationale Erfahrung. Das Freihandelsabkommen könne dazu beitragen, diese Stärken weiter auszubauen und neue Wertschöpfung zu ermöglichen, sind sich der Landrat und die Institutionen einig. Ein modernes Freihandelsabkommen könne viel leisten: wirtschaftliches Wachstum und verantwortungsvolle Rahmenbedingungen. Die Verantwortlichen von Kreis und Wirtschaftsverbänden appellieren daher an die politischen Entscheidungsträger auf europäischer Ebene, das Mercosur-Abkommen schnell auf den Weg zu bringen.

Ralf Schwarzkopf, Landrat des Märkischen Kreises: „Freihandelsabkommen wie Mercosur sind eine ausgesprochen gute Sache. Sie eröffnen unseren Unternehmen ein schnelleres Handeln mit Blick zum Beispiel auf bestehende Lieferketten, aber auch hinsichtlich neuer Absatzmärkte. Sie stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Für unsere Unternehmen wäre es eine Katastrophe, wenn dieses Abkommen weiter verzögert wird oder gar am Ende scheitert. Jede weitere Verzögerung ist eine katastrophale Fehlentscheidung, die unsere heimische Wirtschaft direkt betrifft. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen – und keine Hängepartien.“

Christian Lepping, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Lüdenscheid: „Der Märkische Kreis ist geprägt von einer leistungsfähigen, mittelständischen Industrie, die mit hoher Innovationskraft, Qualität und internationaler Vernetzung überzeugt. Gerade unsere familiengeführten Industrie- und Zulieferbetriebe sind auf offene Märkte und verlässliche Handelsbeziehungen angewiesen. Das Mercosur-Abkommen bietet die Chance, bestehende Stärken auszubauen, neue Absatzmärkte zu erschließen und Arbeitsplätze in unserer Region langfristig zu sichern. Deshalb brauchen wir jetzt Klarheit und Tempo statt weiterer Verzögerungen.“

Özgür Gökce, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitgeberverbandes: „Wir vertreten die Metall- und Elektro-Industrie im nördlichen Märkischen Kreis, in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Geschäftslage der Betriebe ist kritisch. Gerade jetzt ist jede Unterstützung willkommen. Freihandelsabkommen können ein Baustein für einen Aufschwung sein. Nahezu jeder dritte Euro Umsatz unserer Mitglieder wird im Ausland gemacht. Der M+E-Außenhandel mit den Mercosur-Staaten erreichte nach Angaben unseres Dachverbandes GESAMTMETALL bereits 2024 ein Rekordniveau. Das macht deutlich, warum das Mercosur-Abkommen so wichtig ist. Laut einer ifo-Studie kann es negative Effekte der US-Zollpolitik abfedern. Es wäre fahrlässig, dieses Potenzial aufs Spiel zu setzen.“

Jochen Schröder, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis: „Das Mercosur-Abkommen muss kommen. Es eröffnet unseren Unternehmen echte Chancen, neue Märkte zu erschließen und unsere regionale Wirtschaft noch stärker zu vernetzen. Jetzt kommt es auf schnelle Umsetzung und Verlässlichkeit an.“´

Fabian Ferber, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis: „Das Mercosur-Abkommen ist die richtige Antwort auf die wirtschaftspolitischen Konflikte unserer Zeit. Die Aussichten, den Handel mit den beteiligten Regionen fair und sicher zu gestalten, sind auch gut für die Beschäftigten in den exportorientierten Betrieben unserer Region. Die richtige Antwort auf die Konflikte auf der Welt ist fairer und freier Handel. Wir brauchen keine neuen Zölle und Grenzen.“