Die Bus-Flotte der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) könnte Schritt für Schritt auf den umweltfreundlichen Treibstoff Wasserstoff umgestellt werden. Die Chance dafür ist gestiegen. Der Grund ist nicht zuletzt ein gemeinsamer Antrag der Kreistagsfraktionen von CDU und SPD – und damit der klaren Mehrheit im Kreistag.
Christ- und Sozialdemokraten bitten die Kreisverwaltung, die kreiseigene Abfallentsorgungsgesellschaft Märkischer Kreises mbH (AMK), deren Mitgesellschafter EDG Dortmund sowie Lobbe, die Produktion von Wasserstoff am Standort des Müllheizkraftwerks in Iserlohn sowie die Einrichtung einer Wasserstofftankstelle dort zu prüfen. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr, des Kreisausschusses sowie des Kreistages vorgestellt werden.
Weiterhin soll frühzeitig mit potentiellen Nutzern, wie zum Beispiel der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG), Kontakt aufgenommen werden. Dabei sollen insbesondere folgende Fragestellungen berücksichtigt werden:
– Welches Potential hätte eine derartige Wasserstofferzeugungsanlage (Produktionsmenge)?
– Wie hoch wäre die Investition für eine solche Anlage einschließlich Tankstelle?
– Welche Fördermöglichkeiten existieren?
Mit diesem Antrag kommt Bewegung in das Wasserstoff-Thema, das für die Kreispolitik allerdings nicht neu ist. Bereits im März 2021 beschäftigten sich die politischen Kreisgremien damit. Seinerzeit hatte die Fraktion DIE LINKE das Thema aufgegriffen und Investitionen in die Nachhaltigkeit-Wasserstoffstrategie für den Märkischen Kreis gefordert. Verwiesen wurde damals in der Debatte immer wieder auf die Wuppertaler Stadtwerke, die bereits umweltfreundliche Wasserstoffbusse in ihrem Fuhrpark einsetzen.
Die Kreisverwaltung hatte damals mit ihrer Stellungnahme noch gebremst. Die Herstellung, Lagerung und Vermarktung von Wasserstoff für verschiedene Einsatzmöglichkeiten sowie die Identifizierung von potenziellen Abnehmern erfordere eine gründliche Untersuchung durch spezialisierte Gutachter. Entsprechende Machbarkeitsstudien seien bereits in Auftrag gegeben worden. Erst nach Vorliegen der fertigen Studien könne eine umfassende und aussagekräftige Stellungnahme der Verwaltung zu der komplexen Thematik erstellt werden.
Aus Sicht von CDU und SPD stelle die Produktion von Wasserstoff im Märkischen Kreis eine wesentliche Möglichkeit zur Begegnung des Klimawandels dar. Mit der „Nationalen Wasserstoffstrategie“ der Bundesregierung sei für Innovationen und Investitionen ein Handlungsrahmen geschaffen worden, der zur Erreichung der Klimaziele beitrage und gleichzeitig neue Wertschöpfungsketten für die Wirtschaft schaffe.
Der vor Ort ohnehin stattfindende Prozess der thermischen Abfallbehandlung, also der Müllverbrennung im Müllheizkraftwerk Iserlohn, könne zusätzlich die Produktion von Wasserstoff ermöglichen, welcher dann vor Ort genutzt werde. Denkbar wäre ein Einsatz in der Industrie, aber auch als Antrieb für Kraftfahrzeuge. So könnte die Fahrzeugflotte der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) auf Wasserstoffantrieb umgerüstet werden oder aber auch private Fahrzeugflotten hiermit betrieben werden. Im Ergebnis, so CDU und SPD in ihrem Antrag, könne hierdurch zum Beispiel eine signifikante Reduktion der Schadstoffbelastung des Verkehrssektors erreicht werden. Eine Mehrbelastung des Abfallgebührenhaushaltes im Falle der Realisierung der zu prüfenden Maßnahmen ist auszuschließen.
Der Antrag von CDU und SPD soll am 23. März abschließend im Kreistag behandelt werden.








