Ihre Hinweise und Wünsche notierten sie am Freitag bei der ersten Mittgliederversammlung nach dem Zusammenschluss aller Ortsvereine auf Blättern, die überall im Roten Saal des Kulturhauses aufgehängt waren. Das war ein gelungener Start in die neuen Strukturen, in denen insbesondere die Stadtteilarbeit eine besondere Stellung einnehmen soll.
Schon bei der Gründungsversammlung im Januar hatte der neue Ortsverein Beauftragte für alle Stadtteile gewählt. Sie sollen das Gesicht der Lüdenscheider SPD vor Ort sein. „So behalten wir die Übersicht über jede Straße, jeden Spielplatz und jedes Verkehrsschild“, gab Philipp Kallweit damals die Marschroute vor. „Das verhilft uns zu maximaler Schlagkraft.“ Die Stadtteilbeauftragten werden sich jetzt mit den Vorschlägen befassen. Sie sollen in die politische Arbeit der Lüdenscheider SPD einfließen.
Die ersten Arbeitsnachweise des neuen Vorstands mit Barbara Scheidtweiler und Philipp Kallweit an der Spitze kommen bei den Mitgliedern gut an. „Danke an den neuen Vorstand, danke an alle, die Zuversicht zeigen“, fasste Dr. Arnhild Scholten zum Schluss der Versammlung die Stimmung zusammen.
Zuvor hatte der Ortsverein grünes Licht für ein mit vielen Terminen gespicktes Jahresprogramm gegeben. Im Mittelpunkt: Die Werbung für die Europawahl am 9. Juni, die Mitgliederversammlung zur Nominierung des Bürgermeisterkandidaten Sebastian Wagemeyer am 2. Oktober und die Versammlung zur Nominierung der Wahlkreiskandidaten (16. November) für die Kommunalwahl in kommenden Jahr. Dazu kommen Tresengespräche, ein Workshop zum Thema „Gegenrede“, Spielnachmittage, regelmäßige Einsätze des SPD-Wagens auf dem Wochenmarkt und mehr.

Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik: Vorsitzender Philipp Kallweit, Bürgermeister Sebastian Wagemeyer und Landtagsabgeordneter Gordan Dudas nutzten die Versammlung für klare Statements. So stellte sich Philipp Kallweit hinter Bundeskanzler Olaf Scholz. „Ich bin froh, dass wir einen Bundeskanzler haben, der mit Staatschefs in aller Welt spricht und besonnen handelt“, sagte er. Die Außendarstellung der Regierungskoalition sei allerdings „miserabel“.
Bürgermeister Sebastian Wagemeyer zog eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit. Trotz schwieriger Bedingungen gelinge es immer wieder, große Projekte auf die Beine zu stellen. Als Beispiele nannte er die Ansiedlung des Tumo-Zentrums für digitales Lernen und den Bau der neuen Feuerwache, der 70 Millionen Euro kosten werde.
Gordan Dudas bemängelte angesichts der maroden Verkehrsinfrastruktur die „ausbleibende Hilfe von oben“. Auch der Infrastrukturgipfel von Landesverkehrsminister Oliver Krischer vom vergangenen Freitag habe nichts gebracht. Weiter wies er auf die Bedeutung der Europawahl hin. „Das wird die bisher wichtigste Wahl für die EU.“ Sie biete die große Chance, dem sich überall ausbreitenden Rechtspopulismus eine klare Absage zu erteilen.











