Was passiert, wenn die einzige reguläre Zufahrt nach Strücken im Ernstfall nicht passierbar ist? Diese Frage beschäftigt die Anwohner des Ortsteils. Nachdem das Thema nun auch den zuständigen Ausschuss erreicht hat, will sich Bürgermeister Christian Breddermann selbst ein Bild von der Situation machen.
Rund 200 Haushalte gibt es in Strücken. Erreichbar ist der Ortsteil regulär nur über eine Brücke von der B 54 aus, eine zweite Zufahrt gibt es nicht. Genau das bereitet Anwohnern Sorgen: Sollte die Brücke etwa durch einen Unfall oder ein anderes Ereignis nicht passierbar sein, stellt sich die Frage, wie Feuerwehr und Rettungsdienst den Ortsteil retten können.
Waldwege sind kaum noch befahrbar
Eine mögliche Ausweichroute könnte über die Waldwege oberhalb von Strücken führen. Doch deren Zustand ist teilweise schlecht. Bei einem Ortstermin machten die Anwohner Volker Quinkert und Heinrich Körber auf zugewachsene und beschädigte Abschnitte aufmerksam. Wo früher ein breiter Waldweg verlief, ist teilweise nur noch eine schmale Fahrspur vorhanden. An anderen Stellen haben sich tiefe Furchen gebildet.
Nach Angaben der Anwohner hat sich der Zustand insbesondere seit der Starkregenkatastrophe 2021 und durch den Einsatz schwerer Fahrzeuge im Zuge der Borkenkäferplage verschlechtert. Zuvor seien die Wege regelmäßig befahren worden. Auch die Feuerwehr habe sie für Orientierungsfahrten genutzt.
Anwohner sorgen sich um den Ernstfall
Dass es ihnen dabei nicht lediglich um den Zustand der Waldwege geht, machten die Anwohner bei dem Ortstermin deutlich. Ihre Sorge gilt vor allem einem möglichen Notfall, bei dem die reguläre Zufahrt nach Strücken nicht genutzt werden kann.
Dabei spielen auch Erfahrungen aus der Vergangenheit eine Rolle. Als vor einigen Jahren ein Hang im Oedenthal brannte, seien Asche und Glut bis nach Strücken getragen worden. Die Anwohner hätten sich bereits damals gefragt, wie ein größerer Brand im Ortsteil dauerhaft bekämpft werden könnte, wenn die Zufahrt eingeschränkt wäre. Auch von einem früheren Rettungseinsatz berichteten sie, bei dem eine verletzte Mountainbikerin zunächst zu Fuß transportiert werden musste.
Ihr Wunsch ist deshalb eine verlässliche Lösung für den Ernstfall. Es geht nicht darum, die Waldwege dauerhaft als normale Straßenverbindung freizugeben, sondern darum, eine zweite Möglichkeit für Feuerwehr und Rettungsdienst zu schaffen, falls die reguläre Zufahrt einmal ausfällt.
Thema beschäftigt jetzt auch die Politik
Inzwischen hat das Thema auch den Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Umwelt- und Klimaschutz erreicht. Dort brachte die UWG das Thema zur Sprache. Volker Quinkert, der selbst in Strücken lebt, schilderte die Situation und lud Bürgermeister Christian Breddermann dazu ein, sich die problematischen Stellen vor Ort anzusehen.
Breddermann nahm die Einladung an. Er kündigte an, gemeinsam mit fachkundigen Mitarbeitern nach Strücken zu kommen und sich zunächst selbst ein Bild von der Situation zu machen. Anschließend soll geklärt werden, welche weiteren Schritte möglich sind.









