Die personell geschwächten SGSH Dragons unterliegen dem TuS Volmetal nach wechselhaftem Spielverlauf mit 32:34.

Die SGSH Dragons haben ihren gelungenen Saisonauftakt nicht vergolden können. Am zweiten Spieltag der Regionalliga Westfalen unterliegt die Mannschaft des Trainer-Duos Jens Gawer und Philipp Jaeger am Samstagabend, 12. September, im traditionsreichen Duell beim TuS Volmetal knapp mit 32:34 (13:16). Ohne Lukas Pacek und die Jannack-Brüder geraten die Dragons zwischenzeitlich mit acht Treffern ins Hintertreffen, kämpfen sich in einer furiosen Schlussphase aber noch einmal bis auf ein Tor heran.

Der Klassiker hielt von Beginn an, was er versprach – und zunächst waren es die Gäste, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Julian Athanassoglou und Max Jaeger brachten die SGSH früh mit 2:0 in Führung, Christopher Börner und Felix Jaeger legten zum 4:1 nach (4.). Auch ein vergebener Siebenmeter von Erik Blaauw brachte die Dragons zunächst nicht aus dem Tritt; Blaauw selbst und Max Jaeger schraubten den Vorsprung bis zur achten Minute auf 6:2 und zwangen die Hausherren zur ersten Auszeit.

Diese Unterbrechung markierte hernach den ersten deutlichen Stimmungswechsel der Partie. Volmetal fand nun besseren Zugriff in der Deckung, erhöhte im Angriff das Tempo und bestrafte die Fehler der Dragons konsequent. Philipp Dommermuth, Noah David Bujak und Louis Hesse führten den TuS mit einem 4:0-Lauf zum 6:6-Ausgleich (10.). Die Begegnung war damit binnen weniger Minuten vollständig gekippt. Weil die SGSH offensiv den Faden verlor und sich an der nun deutlich stabileren Volmetaler Defensive aufrieb, setzten sich die Gastgeber weiter ab: Volmetal baute seinen Lauf über ein 11:6 bis auf 13:8 aus (20.).

Drei-Tore-Hypothek zur Pause

Dabei machte auch ein alter Bekannter der Dragons auf sich aufmerksam: Fynn Luka Voss, der von der SGSH zum TuS gewechselt war, prägte das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Verein entscheidend mit. Der Rückraumspieler übernahm in wichtigen Momenten Verantwortung und avancierte mit acht Treffern zum erfolgreichsten Volmetaler Werfer des Abends.

Erst nach dem zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand gelang es den Dragons, sich wieder zu stabilisieren. Vor allem Max Jaeger übernahm Verantwortung und verkürzte mit mehreren Treffern, auch Cedric Geitmann trug sich in die Torschützenliste ein (24.). Die SGSH nutzte zudem eine Zeitstrafe gegen Dominik Domaschk, um beim 13:11 wieder den Anschluss herzustellen - näher kamen die Gäste vor der Pause allerdings nicht mehr heran. Zwei schnelle Volmetaler Tore ließen den Rückstand erneut anwachsen, ehe Max und Felix Jaeger mit ihren Treffern zum 13:16 zumindest dafür sorgten, dass für den zweiten Durchgang alles offen blieb.

SGSH zeitweise acht Tore hinterher

Nach dem Seitenwechsel erwischten erneut die Hausherren die bessere Phase. Zwar eröffnete Athanassoglou die zweite Hälfte mit dem 14:16, anschließend traf Volmetal aber dreimal in Serie und setzte sich auf 19:14 ab (33.). Die Dragons fanden defensiv zu selten Zugriff und mussten mit ansehen, wie der TuS seine Angriffe geradlinig ausspielte. Beim 20:16 (36.) bestand noch Tuchfühlung, doch insbesondere Jan Bernhard und Voss nutzten die nächste Schwächephase der SGSH - dabei spielte auch eine Zeitstrafe gegen Max Loeher den Gastgebern in die Karten. Mit vier Treffern in Folge zog Volmetal auf 24:16 davon – die höchste Führung der Partie und eine schwere Hypothek für die verbleibenden 20 Minuten (40.).

Doch die Dragons gaben den Klassiker keineswegs verloren: Angeführt von einem erneut überragenden Felix Jaeger, der immer wieder Lösungen fand und am Ende zwölf Treffer erzielte, arbeitete sich die SGSH Stück für Stück zurück. Auch Athanassoglou hielt die Offensive am Laufen, während die Gäste nach der Auszeit beim 16:24 wieder mehr Entschlossenheit entwickelten. Zunächst beantwortete Volmetal die Treffer der Dragons allerdings weiterhin nahezu im Gleichschritt und hielt den Vorsprung über 28:22 (48.) bis zum 30:23 (50.) komfortabel.

Späte Aufholjagd nicht belohnt

Erst in der Schlussphase begann das Spiel, ein weiteres Mal zu kippen. Ein verworfener Volmetaler Siebenmeter, eine Zeitstrafe gegen Domaschk und mehrere konsequent abgeschlossene Angriffe verliehen den Dragons neuen Schwung. Felix Jaeger, Christopher Börner und Max Jaeger verkürzten, während die Hausherren zunehmend nervös wurden. Aus einem 23:30 machten die Gäste innerhalb weniger Minuten ein 30:31 (57.). Die Crunch Time wurde zum offenen Schlagabtausch.

Volmetal nahm die Auszeit und fand anschließend gerade noch rechtzeitig die passende Antwort. Aurel Haak stellte auf 32:30, Max Jaeger verkürzte umgehend wieder und auch Louis Hesses 33:31 konterte Bruder Felix Jaeger mit seinem zwölften Treffer zum 32:33 – 116 Sekunden vor dem Ende war für die SGSH weiterhin mindestens ein Punkt greifbar. Nach den zeitgleichen Zeitstrafen gegen Aurel Haak und Christopher Börner lief den Dragons buchstäblich die Zeit davon; ausgerechnet Ex-Dragon Voss setzte 30 Sekunden vor der Schlusssirene mit seinem achten Treffer zum 34:32 den Schlusspunkt.

Die personell geschwächten Dragons beweisen nach ihrem starken Auftakt erneut Moral und Offensivkraft, müssen sich aber vorwerfen lassen, Volmetal in den entscheidenden Phasen zu weit davonziehen gelassen zu haben. Der TuS nutzt seine starken Momente konsequenter und bringt den Vorsprung gerade so über die Ziellinie. Für die SGSH ist es eine vermeidbare Niederlage in einem ebenso temporeichen wie wechselhaften Klassiker, der einmal mehr eindrucksvoll zeigt, wie schnell sich das Momentum im Handballsport verschieben kann.

Match Facts

TuS Volmetal 34:32 SGSH Dragons

SGSH Dragons: Breuer, Gipperich, M. Jaeger (8), Vieler, Geitmann (1), Plate, Loeher (1), Bach, Bulk, M. Vieler, Athanassoglou (6), Blaauw (1), Börner (3), F. Jaeger (12/3), Ploeger.

Schiedsrichter: Jule Fichtner, Lia Fichtner.
 Siebenmeter: TuS 2/4 (verworfen: Voss/2) - SGSH 3/4 (verworfen: Blauuw/1) 
Zeitstrafen: TuS 7 - SGSH 2