Wer am Sonntagmorgen aus dem Fenster schaute, hätte wetten möchten, dass der Flohmarkt zum Lüdenscheider Stadtfest ins Wasser fällt. Weit gefehlt. Es goss zwar am frühen Morgen wie aus Kübeln, aber weder groß noch klein ließ sich von einem Besuch des Flohmarktes in der Oberstadt abhalten.

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Ganze Schirmkarawanen sah man die Wilhelmstraße hoch und runter ziehen. Auch die Standbetreiber hatten sich auf den Dauerregen eingestellt. Manch einer hatte Glück und eine Hausnische oder ein Vordach gefunden, um sich und seine Waren trocken zu halten. Aber auch mit Planen und mit Plastikboxen gelang es gut, den Trödel und die angebotenen Kleider, Spielsachen, Elektroartikel, Haushaltswaren, Schmuck- und Sammelstücke vor der Nässe zu schützen. Und was wasserfest war, wurde schlicht und einfach dem Regen ausgesetzt. „Das Wetter hat auch Vorteile“, hörte man einen Händlern scherzend reden: „So gehen unsere Porzellanwaren frisch gewaschen in den Verkauf.“

Von den aufgestellten Zeltdächern floss das Wasser. Aber darunter konnte man trocken und in aller Ruhe in Schallplattensammlungen, Zeitschriften, Sachbüchern und Romanen stöbern. Dem Wetter zum Trotz sah man erstaunlich viele lachende Gesichter. „So viel Regen habe ich am Stadtfestsonntag noch nie erlebt“, meinte eine Standbetreiberin und ergänzte: „Aber wir lassen uns die gute Laune nicht verderben.“

Selbst auf dem Graf-Engelbert-Platz, wo traditionell der Kinderflohmarkt stattfand, wollte keiner Trübsal blasen. Unter riesigen Sonnenschirmen, die sich auch gut als Regenschirme machten, hatten die Jüngsten sich mit ihren zum Verkauf angebotenen Spielsachen breit gemacht und freuten sich, dass das ein oder andere Spielzeug für ein paar Euro den Besitzer wechselte. Eine Mutter meinte sogar: „Wir haben noch nie so viele Sachen verkauft wie dieses Mal.“