„Nach dreißig Jahren ist Schluss“, sagt Friedrich-Wilhelm Osenberg im Gespräch mit LokalDirekt. Aber dieser Satz klingt alles andere als wehmütig, sondern ist einfach der Tatsache geschuldet, dass es ihm „mit zunehmenden Alter“ immer schwieriger falle, das Hof-Fest zu organisieren.
Denn immerhin gehe es ja nicht nur darum, Speisen zuzubereiten und anzubieten – auch das Aus- und Einräumen der großen Scheune, der Auf- und Abbau der Sitzgelegenheiten und nicht zuletzt die Vor- und Zubereitung des beliebten „Äschebratens“ sei sowohl zeitaufwendig, wie auch körperlich anstrengend: „Trotz der vielen Helfer aus dem Familien- und Freundeskreis, die mich immer unterstützt haben – wofür ich sehr dankbar bin!“

„Äschebraten“ vom Roten Höhenvieh
Und so pilgerten zahlreiche Besucher per Pedes, Pedelec oder Pkw am Sonntagvormittag nach Boßel, um bis etwa gegen 18 Uhr ein letztes Mal im rustikalen Ambiente des Biohofes zusammenzusitzen. Wie immer lockten dabei viele Gäste auch die Bio-Spezialitäten von Osenbergs Rotem Höhenvieh: Steaks und Filet vom Grill sowie natürlich der „Äschebraten“.
Allein das Vorbereiten der Garstelle – ein Erdloch – für die mehreren Rinderbraten sei nicht ohne: „Es braucht schon einen riesigen Berg Holz, um solch eine große Menge Glut zu bekommen, dass die Braten darin mindestens fünf bis sechs Stunden garen können“, erzählt der Biobauer. Ein Aufwand, der sich laut Osenberg aber immer gelohnt hat: „Das Fleisch wird durch das langsame Garen sehr mürbe und bleibt zugleich saftig.“

Waffeln und Weine
Zu den Fleischgenüssen konnten sich die Gäste in der Scheune am Salatbuffet bedienen – auch hier war alles frisch und selbstgemacht – oder später auch noch frische Waffeln mit Puderzucker naschen.
Ebenfalls standen unterschiedliche, von Familie Osenberg persönlich ausgewählte Weine zur Verkostung im Angebot: „Ich bevorzuge eigentlich eher Rotwein, aber der Grauburgunder war wirklich ausgezeichnet“, so eine Besucherin, die sich dann auch direkt das Etikett abfotografierte.

Viele Familien mit Kindern
Was Friedrich-Wilhelm Osenberg besonders gefreut hat, war, dass sehr viele Familien mit Kindern zum Hof-Fest nach Boßel gekommen waren: „So hat sich das Aufbauen der Strohburg auf jeden Fall gelohnt und es ist immer wieder schön zu sehen, wieviel Spaß die Kinder beim Toben im und mit Stroh haben.“
Und natürlich auch beim geführten Ponyreiten – oder besser: Pferdereiten, denn beide Tiere waren von imposanter Größe, so dass für die überwiegende Mehrheit der kleinen und auch größeren Kinder eine Trittleiter zum Aufsitzen bereitgestellt wurde.

Auch weiterhin Biofleisch-Verkauf
Zufrieden sei er mit seinem letzten Hof-Fest, sagt Osenberg und lacht: „Ich bin ja nicht aus der Welt.“ Denn die Direktvermarktung seines Bio-Rindfleischs werde er ja weiterhin betreiben und auch zukünftig mit einem Stand auf ausgewählten Veranstaltungen – wie zuletzt auch beim Breckerfelder Bauernmarkt – anzutreffen sein.
Hier gibt’s eine kleine Fotogalerie vom Hoffest:
















