Stimmung: gut. Musik: sehr gut. Wetter: wechselhaft. Aber: mit dem Himmel hellten sich im Laufe des Nachmittags auch die Gesichter auf. Und als „AlpCologne“ das Konzert mutig aus der Villa ins Freie verlegte, schaute auch die Sonne zu.
Zum Auftakt des Musikfestes zwischen Muschel im Rathauspark und Villa Wippermann musste Thomas Wurth mit seiner Marching-Band „Bäng Bäng“ erst unter einen Pavillon, dann in die Villa flüchten. Mit Dixie-Sound und rockigen Stücken sorgten sie vom ersten Takt an für gute Stimmung.

Unentwegte lauschten etwas später im Park dem Auftritt der Feuersteins, einer Familienband, und Lokalmatador Binyo. Der fand, es sei „Zeit zu tanzen“ und damit zu trocknen.

Viele musikalische Hightlights
Abwechslung war garantiert mit den neun Acts. Johanna Stein lud mit ihrem Cello zur einer musikalischen Zeitreise über mehrere Jahrhunderte ein. „Weil es so regnet, fangen wir in Spanien an“, kündigte sie einen Flamenco an.

„AlpCologne“ überraschte vor der Villa mit einer Zwiesprache zwischen zwei Hörnern und einem Tango.

Für packenden Soul-Jazz und unterhaltsamen Kölsch-Rock sorgten „Odd & Even“ und „KölschPur“. Wer es ruhiger mochte, konnte zum Abschluss in der Villa dem „Duo Bumer“ lauschen.
Christian Busch (Gitarre, Gesang, Mundharmonika) und Stephan Mertens (Vibraphon, Marimba) spielten eigene Stücke, aber auch eigenwillige Interpretationen von Songs solcher Pop-Größen wie den Beatles, Neil Young oder Simon&Garfunkel.

Die Schlussakkorde setzten meisterhaft und energetisch Julian und Roman Wasserfuhr – zwei Stars der deutschen Jazz-Szene – mit ihrer mitunter zum Septett erweiterten Super-Band.
Hier schufen solistisch – neben den Leadern – Cellist Jörg Brinkmann und „der weltbeste Saxophonist“ Paul Heller – er ist Mitglied der renommierten WDR Big Band – besondere Akzente.

Auch das Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen
Pepe, ein Schaf das sprechen kann. Damit sorgte Julian Button für große Kinderaugen. Immer wieder steuerte er Kinder oder Kleingruppen an, um über Pepe mit ihnen Kontakt aufzunehmen.
„Sobald etwas Abnormales kommt, richtet sich der Fokus darauf“, erklärt er den Erfolg seines Acts bei allen Altersgruppen.

Neben Standardsprüchen reagiert Button, zugleich Deutscher Vizemeister der Zauberer, auch immer wieder spontan. Ebenfalls ein Hingucker: die „Zeitreisenden“ auf Stelzen.
Immerhin: ihnen machten Pfützen und feuchter Rasen nichts aus. Nasse Füßen bekamen sie nicht, dafür viel Aufmerksamkeit. Johannes Dennda zeigte mit der Lichtinstallation „Impuls“ wie alles miteinander vernetzt ist.

Leckere kulinarische Auswahl
Besucher pendelten zwischen den beiden Spielorten. Manche hatten auch gleich einen Stammplatz an den Stehtischen in der Villa besetzt, genossen Sekt und kühlen Weißwein oder die verlockende und leckere Auswahl an Fingerfood, die Familie Wette „aufgefahren“ hatte.

Draußen gab es Crepes oder Deftiges vom Grill, dazu hatten die Brüder Wasserfuhr, die am Abend für den jazzigen Höhepunkt sorgten, mit „Schnaff“ ein eigenes Bier mitgebracht: naturtrüb und süffig.
Für Inge Zensen, städtische Kulturbeauftragte, und ihr Team war es der zweite Kraftakt innerhalb von zwei Jahren so eine Großveranstaltung in der kleinen Stadt zu organisieren. Der Eintritt war, wie bei der „Runde um den Block“ in vorigen Jahr, frei. Gegen eine Spende gab es ein blaues Bändchen. Wer das am Handgelenk trug, zeigte damit seine Anerkennung und galt nicht als „Schwarzhörer“. Das deckt bei weitem nicht die Kosten. Bürgermeister Michael Brosch, sieht das Geld der Stadt in solchen Events aber gut angelegt und „möchte nicht darauf verzichten“. – Es würde etwas fehlen, in Halver und darüber hinaus.
Impressionen vom Sommermusikfestival in unserer Fotogalerie:



















































