Die Handballer des Drittligisten SGSH Dragons müssen sich im Duell mit der HSG Hanau am Samstagabend, 24. Januar, nach guter erster Hälfte noch deutlich mit 31:38 (17:17) geschlagen geben. Zu viele einfache Fehler kosten den möglichen Punktgewinn.
Die Partie in der Main-Kinzig-Halle begann temporeich und ausgeglichen — die beiden personell gescholtenen Teams hatten die Visiere unten, die SGSH erwischte einen guten Start beim Tabellensechsten. Der Hauptgrund dafür lag im sehr gut aufgelegten Philipp Jaeger, der viele Angriffe trug. Die Gastgeber ihrerseits blieben davon relativ unbeeindruckt und drehten das Spiel zu ihren Gunsten (6:4, 8.).
Beide Mannschaftenhielten das Tempo weiterhin hoch, vorne wie hinten landete die Murmel im Kasten. Ab Mitte der ersten Halbzeit prägten dann auch die Torhüter das Geschehen; Jannack auf Seiten der SGSH zeigte mehrere starke Paraden, während auch die HSG-Keeper viele Würfe entschärften und dafür Sorge trugen, dass die SGSH den knappenVorsprung nicht weiter auszubauen vermochte. Ein 3:0-Lauf hatte die Faßbender-Sieben zuvor wieder in die Spur gebracht.
Diese sollten sie auch nicht mehr wirklich verlassen: Durch eine positiv ausgespielte Überzahl behielten die Sauerländer die Führung aufrecht (11:12, 17.), verzweifelten in der Folge aber ein ums andere Mal vor dem gegnerischen Tor. Weil auch die HSG Hanau nicht allzu treffsicher agierte und in Luca Jannack mehrfach ihren Meister fand, trugen die Dragons den knappen Vorsprung bis an die Ziellinie — jedoch nicht hinüber. Hatte Jannack noch eine weitere starke Parade gezeigt, leisteten sich die Faßbender-Schützlinge wenige Sekunden vor der Pausensirene einen schweren Patzer, den die Hausherren zum 17:17-Pausenstand nutzten.
6:0-Lauf der Gastgeber verschiebt das Momentum
Die Dragons erwischten allerdings auch nach dem Seitenwechsel den besseren Start und setzten Hanau zunächst weiter unter Druck. Fynn Voss brachte die Gäste erneut in Führung, die HSG hielt allerdings weiter dagegen und auch die beiden Torhüter blieben ein Faktor.
Dennoch offenbarte sich bei der SGSH im weiteren Verlauf ein altes Problem: Die Chancenverwertung blieb zu wechselhaft, um sich für den engagierten Auftritt nachhaltig zu belohnen. Bis zur 40. Minute war die Partie völlig offen (22:22), ehe ein weiteres Problem zum Tragen kam: Die eigene Überzahl. Während dieser Minuten übernahm Hanau wieder die Führung und schaltete anschließend konsequent auf Fehlerbestrafung um.
Ballverluste und unpräzise Abschlüsse der Dragons nutzten die Gastgeber zu einfachen Toren, ein 6:0-Lauf binnen weniger Minuten brachte die HSG deutlich in Front (26:22, 45.) und zwang Coach Faßbender zur Auszeit.
Defensiv hatten dieDragons zuvor lange Zeit gut gegen die gefährlich-gute Kreiskooperation und den wurfgewaltigen Rückraum gearbeitet, nun aber ließen Konzentration und Beinarbeit nach — der SGSH gingen die Körner aus. Hinten brillierte Jannack nochmal mit einer Dreifach-Parade (46.), offensiv blieb der Ertrag hingegen weiter überschaubar. Zu oft landeten Würfe nicht im Ziel oder wurden beim Anspiel an den Kreis abgeluchst, während die HSG sich zielstrebiger zeigte und das Ergebnis in der Schlussviertelstunde ohne größere Mühen weiter in die Höhe schraubte.
Nach 60 Minuten steht damit eine weitere klare wie schmerzliche 31:38-Niederlage für die Sauerländer, die den Spielverlauf der zweiten Hälfte indes nur in Teilen widerspiegelt: Während die SGSH lange auf Augenhöhe agiert, kosten zu viele einfache Fehler und fehlende Effizienz einen möglichen Punktgewinn. Hanau dagegen zeigt sich in der entscheidenden Phase abgezockt, variabel im Angriff, stringenter im Umschaltspiel und macht auch das Rückspiel nach der deutlichen Hinspielniederlage zu einer klaren Angelegenheit.
Match Facts
- HSG Hanau 38:31 SGSH Dragons
- SGSH Dragons: Bach, Panisic, Gernus, Plate, Austermann, Buschhaus, N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou, Börner, Klinkby-Knudsen, F. Jaeger, Voss.
- Schiedsrichter: Sven Ernst, Johannes Sippel.











