Die SGSH Dragons stehen am Samstagabend, 28. Februar, vor einem besonderen Heimspiel gegen Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen: Wenn um 19 Uhr am Schalksmühler Löh der Anpfiff ertönt, wird endlich nachgeholt, was im Herbst zu einem Novum in der Dritten Liga geführt hatte.

Überregionale Nachrichten

Seinerzeit konnten die Dragons aufgrund akuter Personalnot nicht antreten. Die Gäste lehnten eine Verlegung ab, die Punkte gingen kampflos ins Rheinland. Ein Makel, der im Sauerland bis heute nachhallt – und der nun im regulären Wettkampf korrigiert werden soll. Die Lage hat sich seit jenem bitteren Tag spürbar entspannt, die SGSH kommt mit drei Punkten aus den letzten beiden Partien und damit mit neuem Selbstvertrauen in die Begegnung. Der 14. Tabellenplatz (11:31 Punkte) ist weiterhin prekär, doch der Abstand auf das rettende Ufer beträgt „nur“ vier Zähler – eine Distanz, die mit einem Heimsieg wieder greifbarer würde. Vor allem offensiv haben die Dragons im Saisonverlauf gezeigt, dass sie in der unteren Tabellenhälfte zu den gefährlichsten Mannschaften gehören. Knapp 100 Tore mehr als Düsseldorf-Ratingen stehen zu Buche, nur die Bergischen Panther werfen im Tabellenkeller ähnlich konstant.

Doch die Kehrseite ist ebenso deutlich: Die Dragons kassierten auch rund 100 Treffer mehr als der kommende Gegner. Die Defensive bleibt das große Sorgenkind. Zu oft fehlten Zugriff, Kompaktheit und Timing. Gegen die Düsseldorfer wird genau dort der Schlüssel liegen. Der Gast reist als Tabellenzehnter (18:24 Punkte) ins Sauerland und hat ebenfalls drei Punkte aus den letzten beiden Spielen geholt. Der knappe Sieg gegen Friesenheim-Hochdorf II und das Remis gegen die Bergischen Panther sorgten für etwas Ruhe nach einer Phase mit wechselhaften Leistungen. Auffällig: Beim jüngsten Auswärtsspiel in Gelnhausen brachte Düsseldorf-Ratingen nur magere 18 Tore aufs Parkett. Die Mannschaft aus dem Rheinland lebt von ihrer kompakten Abwehr, einem disziplinierten Rückzugsverhalten und einer klaren Rollenverteilung. Wenn die Rheinland-Sieben das Tempo kontrollieren kann, wird es für jeden Gegner unangenehm – doch sobald Spiele offener werden, fehlt manchmal die Durchschlagskraft aus dem Rückraum.

Tempo, Konzentration und Emotion als Anker für den Erfolg

Für die Dragons wird es entscheidend sein, das eigene Tempospiel früh zu etablieren. Die SGSH ist am stärksten, wenn sie nach Ballgewinnen schnell umschaltet und ihre wuchtigen Halbspieler in Bewegung bringt. Gleichzeitig muss die Abwehr deutlich stabiler stehen als zuletzt; Düsseldorf-Ratingen ist nicht der Gegner, der ein wildes Offensivduell sucht. Je länger die Dragons die Gäste in Positionsangriffe zwingen, desto größer die Chance, deren eher begrenzte Kreativität im Rückraum offenzulegen.

Emotional aufgeladen jedenfalls dürfte die Partie sein. Die kampflose Hinspielniederlage, die tabellarische Notwendigkeit und der Heimvorteil am Löh: All das wird für eine besondere Atmosphäre sorgen. Die Dragons wissen, dass sie sich die zwei Punkte am Samstag diesmal mano a mano auf dem Feld holen müssen und können. Die Dragons verfügen über die gefährlichere Offensive, Interaktiv.Handball über die stabilere Defensive. Am Ende kommt es darauf an, welche Sieben ihre Problemzone besser kaschieren kann.