Wenn am Samstagabend, 11. April, um 19 Uhr der Anpfiff in der Sporthalle Mühlenstraße in Halver ertönt, wartet auf die Handballer der SGSH Dragons eine Aufgabe, die kaum größer sein könnte: Mit der HG Saarlouis gibt der souveräne Tabellenführer der 3. Liga Südwest seine Visitenkarte im Sauerland ab.

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Während die Gäste aus dem Saarland mit breiter Brust anreisen und ihre Spitzenposition untermauern wollen, kämpfen die Dragons weiter um den Klassenerhalt in der Südwest-Staffel der 3. Liga. Mit 15:35 Punkten rangiert die SGSH aktuell unter dem Strich, hat jedoch noch alles in eigener Hand: Der Rückstand auf das rettende Ufer ist minimal, nur ein Zähler trennt die Sauerländer von der MT Melsungen II (16:34), die tags darauf beim Tabellensiebten in Rodgau gefordert ist. Da das Bundesliga-Team der MT bereits am Freitagabend spielt, ist mit Abstellungen von oben zu rechnen

Harte Generalprobe vor Showdown gegen Melsungen II

Einer der Grundsteine für die gute Ausgangslage war der knappe, aber verdiente Sieg beim TV Homburg (36:33). Entsprechend groß ist die Bedeutung dieses Spieltags – nicht nur isoliert betrachtet, sondern auch mit Blick auf die kommende Woche, wenn es im direkten Duell mit Melsungen II um möglicherweise vorentscheidende Punkte im Tabellenkeller geht. Für die Dragons geht es daher darum, die Ausgangslage zumindest zu wahren. Ein Anwachsen des Rückstands auf drei Punkte gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Auch das Torverhältnis bleibt ein nicht zu unterschätzender Faktor. Hier liegt die SGSH mit -56 derzeit deutlich vor Melsungen (-75) und hat zudem den direkten Vergleich auf ihrer Seite.

Dass die Dragons auch gegen scheinbar übermächtige Gegner bestehen können, zeigte das Hinspiel im Saarland. Unter denkbar schlechten personellen Voraussetzungen – die Ausfallliste war damals ellenlang – hielt die SGSH insbesondere in der ersten Halbzeit stark dagegen und gestaltete die Partie lange völlig offen. An diese Leistung gilt es am Samstag anzuknüpfen, wenn auch die Vorzeichen erneut anspruchsvoll sind. Das Trainer-Trio um Sascha Simec, Ace Jonovski und Bogdan Criciotoiu weiß, worauf es ankommt: mannschaftliche Geschlossenheit, Disziplin im Tempospiel und eine stabile Abwehrarbeit. Jeder Ballgewinn, jede gelungene Phase kann dabei zum wichtigen Baustein werden, um dem Favoriten Paroli zu bieten und vielleicht für eine Überraschung zu sorgen.

Erik Blaauw bleibt in jedem Fall

Unabhängig vom sportlichen Ausgang wurden unter der Woche weitere wichtige personelle Weichen für die Zukunft gestellt. Kreisläufer Erik Blaauw, der nach über einem Jahr Verletzungspause sein Comeback in Homburg feierte, hat seinen Vertrag ligaunabhängig bis 2028 verlängert und setzt damit ein starkes Zeichen. Demgegenüber wird Lukas Austermann den Verein nach der Saison verlassen, um sich einer neuen sportlichen Herausforderung zu stellen.

Den Dragons steht ein intensiver Handballabend bevor, der sportlich und emotional richtungsweisend werden dürfte. Gegen den Ligaprimus sind Punkte selten fix eingeplant, doch gerade in solchen Spielen hat die SGSH in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie über sich hinauswachsen kann. Genau das wird nötig sein, um im Abstiegskampf weiterhin alle Trümpfe in der eigenen Hand zu behalten.